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Premiere Severins Burg Theater

Emilia Galotti im Taumel der Lust

Über 230 Jahre ist es bereits her, dass Gotthold Ephraim Lessing die Geschichte der "Emilia Galotti" veröffentlichte. Dass diese mitnichten angestaubt und veraltet ist, zeigt das Severins Burg Theater in einer modernen Version des Dramas.

Von Julia Schmitz

Offensichtlich ist es nicht Emilia Galotti, die in diesem literarischen Klassiker nach Ansicht des kleinen Keller-Theaters in der Südstadt im Mittelpunkt steht, sondern der Prinz von Guastalla, Hettore Gonzaga genannt und von schleimiger, aufdringlicher Natur.

In einen weißen Anzug gekleidet, der Blick auf die Brustbehaarung freigegeben, tanzt dieser zu Beginn des Stückes mit wilden Gebärden zu dem 80er Jahre Hit "Kiss" von Prince über die nur mit einer selbst gebauten Regalkonstruktion ausgestatteten Bühne und feiert sich selbst. 

Es ist dann auch der Prinz, der die Handlung bestimmt: Auf die schüchterne Bürgerstochter Emilia Galotti hat er ein Auge geworfen, sie soll ihm gehören. Blöd nur, dass diese sich bereits mit dem Grafen Appiani auf dem Weg zum Traualtar befindet. In einem Strudel aus Begierde und Träumen gefangen und unfähig zu eigenem Handeln lässt Gonzaga daraufhin seinem Kammerdiener Marinelli freie Hand, ihm das schöne Mädchen zu beschaffen. 

Politisch zurückhaltend

Dieser lässt Appiani auf dem Weg zur Kirche kurzerhand töten, Emilia entführen und auf das Schloss des Prinzen bringen. Doch das Liebesglück des Herrschers ist nur von kurzer Dauer: Wutentbrannt und auf Rache gestimmt stürmt Odoardo - hier nicht Vater, sondern Bruder der Emilia - das Lustschloss und ersticht seine Schwester um die Familienehre zu retten.

Unweigerlich tauchen an dieser Stelle bedrückende Schlagzeilen zu aktuellen Ehrenmorden vor dem inneren Auge auf - politisch zurückhaltend wird seitens des Theaters jedoch nicht näher darauf eingegangen und die kritische Reflektion dieses brisanten Themas verweigert. 

Über zweieinhalb Stunden dauert das Stück, wobei sich der zweite Teil gelegentlich in die Länge zieht wie ein geschmackloser Kaugummi. Doch das begnadete Spiel der Schauspieler macht vieles wieder wett.

Gerd Buurmann als schmieriger, lüsterner Prinz schlüpft mit gewohntem Enthusiasmus in seine Rolle wie in ein maßgeschneidertes Kostüm.Genial begleitet von Mattis Nolte als hinterhältiger, überdrehter Marinelli in Hochwasserhosen ziehen die beiden jegliche Aufmerksamkeit auf sich. Vielleicht auch deshalb bleibt Janina Schmulder, als stark erotisierte Kindsfrau Emilia eigentlich mit der Hauptrolle bedacht, leider etwas zu blass im Hintergrund zurück. 

Stückbrief:

Emilia Galotti: Janina Schmulder
Odoardo Galotti: Thorsten Botenbender
Claudia: Janett Bobel
Prinz: Gerd Buurmann
Marinelli: Mattis Nolte
Gräfin Orsina: Susan Klaffer

Regie: Burkhard Schmiester
Kostüme: Ursula Braun

Weitere Termine am 15., 16., 17., 18., 22., 23., 24., 25., 29. und 31. Oktober

 

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