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Premiere im Schauspiel

"Die göttliche Komödie" als großes Theaterspektakel

Von Jürgen Schön

Ein Mann kommt nach Haus. Gezeichnet vom Schrecken des Kreuzkrieges, den er nicht als Soldat, sondern als Dichter erlebt hat. Er sucht den Frieden – aber während seiner Abwesenheit ist seine Frau gestorben. Er verzweifelt, denkt an Selbstmord, doch er findet Hilfe. Zur Erlösung muss er durch die Hölle gehen: Es beginnt „Die göttliche Komödie“, von Sebastian Baumgarten und Jens Gross für das Kölner Schauspiel auf die Bühne gebracht.

Ein Kunsthistoriker (Miguel Abrantes Ostrowski), ein Mädchen (Larissa Aimee Breidbach), eine Frau (Nicola Gründel), ein Arzt (Christian Hockenbrink) und ein Blinder (Mohames Achour) inszenieren für ihn einen Therapieparcour. Eine „Gläubige“ (Yvon Jansen) gibt sich dabei immer wieder als Beatrice, die verstorbene Ehefrau des Traumatisierten aus. Der ist kein anderer als Dante (Guido Lambrecht) selber, der Dichter der „Göttlichen Komödie“: brüllend aus Wut und Verzweiflung, still staunend, naiv und wissend zugleich. Auf seiner Therapiereise geführt wird er von seinem Vorbild Vergil (Seán McDonagh), der mit regelmäßigen Spritzen dafür sorgt, dass der Verzweifelte nicht in die Realität ausbricht.

Der realen Hölle des Kreuzzuges entkommen, taucht er nun per Aufzug in die Hölle – eine endlos lange leere Tiefgarage – und das Fegefeuer ab. Damit es nicht ganz so heiß von den eingeblendeten Videofilmen ausstrahlt, füllt ein riesiges Becken mit Eis die Bühne. Laster und Todsünden wie Fressgier, Neid, Hochmut, Trägheit oder Wollust werden ihm drastisch vorgeführt – zu überwinden sind sie nur durch Glauben, wodurch auch der Weg zum Himmel frei wird. Dann können die geläuterten Seelen als weiße Luftballons nach oben schweben.

Ob das nun heute der christliche Glaube ist, bleibt offen. Eher wohl der Glaube an die eigene Kraft: In einer intensiven Filmeinspielung sehen wir, wie Dante sich durch das Niederschreiben seiner Höllenreise befreit. Befreiung? Der „schlechte Weg“ („Via Mala“ steht groß auf dem oberen Gang der zweistöckigen Bühne) kennt kein Ende: Stand am Anfang der Religionskrieg, muss sich Dante am Ende des Stückes Nachrichten von warnstreikenden deutschen Arbeitnehmern anhören.

Es ist ein großes, rasantes Spektakel, ein Feuerwerk der Ideen und Phantasien, das da mit reichlich Bühnennebel über fast 140 Minuten geboten wird. Am Ende aber ist man von der Bilder- und Symbolflut fast erschlagen, weiß kaum noch so richtig, was man da so und warum gesehen hat. Der Premierenapplaus für alle Beteiligten war laut und heftig – ein kleines bisschen mehr für Guido Lambrecht – und mit Bravos und Beifallspfiffen durchsetzt. Insgesamt aber überraschend kurz.

Die Göttliche Komödie“ – weitere Termine: 16., 18., 21., 22. und 24. April, jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln, Depot 1 im Carlswerk, Schanzenstr. 6-20, 51063 Köln-Mülheim,

Karten in unserem Ticketshop

oder unter Tel. 0221 / 22 12 84 00, Fax 0221 / 22 12 82 49, E-Mail: tickets@buehnenkoeln.de, dazu alle Vorverkaufsstellen von KölnTicket. Kartenservice mit Vorverkauf und Abo-Büro in der Opernpassage zwischen Glockengasse und Breite Straße

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