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Pogendes Palladium

The Offspring machen's auf die schnelle Tour

Auf ihrem einzigen Deutschlandkonzert brachten The Offspring das ausverkaufte Palladium zum Toben: Gut 4.000 Fans pogten, sprangen und schwitzten sich am Montagabend bis zur Erschöpfung zum Skate- und Power-Pop-Punk der Kalifornier.

Von Helmut Löwe

Schnell ist wohl das richtige Adjektiv, um das Konzert von The Offspring im Kölner Palladium im Großen und Ganzen zu umreißen: Zum einen ist der Skate- oder Power-Pop-Punk der Jungs aus Orange County schnell und nichts zum Schmusen. Zum anderen erreichte die Temperatur im ausverkauften Palladium aufgrund der pogenden und tobenden Menge schnell Höchstwerte. Und last but not least ging der Auftritt der Jungs nach etwa 70 Minuten schnell zuende.

In der Zeit zwischen dem Opener "All I want" und der letzten Zugabe "Self Esteem", bei der das Publikum in der alten Industriehalle in Mülheim wie ein einziger, großer Ball auf- und absprang, forderten die Protagonisten auf der Bühne den Fans einiges ab. Ungeachtet der Hitze verausgabten sich die überwiegend jüngeren Fans bis zur totalen Erschöpfung: Immer wieder zogen die Sicherheitskräfte im Bühnengraben dehydrierte und schwitzende Crowdsurfer aus der wogenden Menge. 

Keine Hektik auf der Bühne

Leichter hatten es dagegen die Musiker auf der Bühne, die trotz der forschen Klänge eher ruhig zur Sache gingen. Das Drunter und Drüber im Moshpit spiegelte sich in den Bewegungen der Band um Frontmann und Sänger "Dexter" Holland sowie Gitarrist "Noodles" nur äußerst sporadisch wider: Nun gut, verwunderlich war dies weniger, da die Mitglieder der Truppe die 40 Jahre auch schon ordentlich überschritten haben und durchaus als Vater vieler Konzertbesucher hätten durchgehen können.

Weit über 20 Jahre schon macht er in Sachen Punk; wenig erstaunlich also, dass man dem etwas fülliger gewordenen Holland das fortgeschrittene Alter ansah. Von den Falten im Gesicht des mittlerweile mal wieder kurz- statt langmähnignen "Noodles" ganz zu schweigen. Der Altersunterschied zwischen Band und Fan machte aber rein gar nichts aus, da The Offspring sich in einem Großteil ihrer Songs genau jener Probleme widmen, mit denen sich Heranwachsende herumschlagen: Beziehungsstress, Selbstfindung, Trouble im Job und mit den Kumpels.

Filmen statt pogen

Ein Problem allerdings, mit dem die Musiker wohl weniger konfrontiert wurden, ist das der Schwierigkeit, Rumspringen und Pogen mit gleichzeitigem Filmen zu koordinieren. Viele, viele im Publikum bewiesen sich als repräsentative Vertreter der Generation Smartphone und Youtube, und taten alles daran, das Gesehene und Gehörte in Bewegtbildern festzuhalten. Ungeachtet dessen, dass die meisten Aufnahmen in der sich andauernd auf und ab bewegenden Halle weit unter den Qualitäten eines expressionistischen Kunstfilms blieben.

Mit Louis Armstrongs "What a wonderful World" schmissen The Offspring nach drei Zugaben die gut 4.000 Zuschauer um 22:20 Uhr an die frische Luft. Und viele derer starteten anschließend zu einer noch langen Autofahrt zurück nachhause: Denn die Kennzeichen entfernter Herkunftsorte wie Jever, Rüdesheim oder Minden zeugten davon, dass den Offspring-Fans kaum ein Weg zum einzigen Deutschlandkonzert der Kalifornier zu weit war.

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