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Film der Woche

The Expendables 2

Von Marcus Wessel

Hier kommt der Actionfilm dieses Sommers. Obwohl die Hauptdarsteller eigentlich ihren Ruhestand genießen könnten, bevorzugen Sly Stallone und seine „Expendables“ es, erneut in eine blutige Schlacht aus Mensch und Material zu ziehen. Entstanden ist eine selbstironische, beinharte Zeitreise in die Welt des guten, alten Actionkinos.

Die Vorfreude war groß, als im Sommer 2010 Sylvester Stallones Söldner-Actioner „The Expendables“ in die Kinos kam und an alte „Rambo“-Zeiten anzuknüpfen versuchte. Leider erfüllte der fertige Film nicht ganz die an ihn gestellten Erwartungen. Zu einfallslos waren manche der Action-Sequenzen choreographiert, zu banal letztlich das kopierte Grundgerüst. Ein Maximalwert auf der Sympathieskala und das Aufeinandertreffen der Filmlegenden Stallone, Willis und Schwarzenegger konnte hierfür nur bedingt entschädigen. Für die schon damals in Planung befindliche Fortsetzung mussten die Actionhelden dringend einen Gang höher schalten.

Die besten Szenen aus The Expendables 2 in unserem Cine Channel

Genau dies haben sie mit Teil 2 nun vollbracht. Der jüngste und sehr wahrscheinlich nicht letzte Auftritt der „Expendables“ bügelt die kleinen Schwächen seines Vorgängers konsequent aus. Dabei brennt er ein beachtliches Action-Feuerwerk ab, das mit den zumeist weichgespülten Hollywood-Blockbustern gnadenlos abrechnet. Denn obwohl die Fortsetzung ebenfalls ein dreistelliges Budget verschlang – die Schätzungen reichen von 100 bis 120 Mio. Dollar –, ist der Film jederzeit mehr B-Movie als politisch korrektes Konsens-Kino. Wären da nicht die etwas unpassenden weil allzu künstlichen CGI-Blutfontänen, die Illusion eines 80er-Comebacks könnte perfekt sein.

Bildergalerie: The Expendables 2

Bereits die furiose Eröffnungssequenz stellt den ersten Auftritt der „Expendables“ ziemlich in den Schatten. In den ersten zehn Minuten wird mehr gestorben und in die Luft gejagt als in jedem Shoot-em-up. Bis der Titelschriftzug erscheint, ist man als Zuschauer regelrecht außer Atem – so hoch war das Tempo. Nachdem die Truppe die erste Schurkenfestung komplett in Schutt und Asche gelegt hat, wird es zwar kurzzeitig etwas ruhiger, Stillstand oder gar Langeweile stellen sich jedoch keine Sekunde lang ein. Expendables-Chef Barney (Stallone) und seine Männer sollen für den geheimnisvollen Mr. Church (Bruce Willis) einen zunächst recht unspektakulären Auftrag in Osteuropa übernehmen. Doch die Mission läuft aus dem Ruder und fordert schließlich ein unerwartetes Opfer.

Ab diesem Moment wird aus dem Actioner „The Expendables“ ein klassischer Rachefeldzug. Barney packt die Wut und jeder soll es spüren. Auch damit zeigt sich die tiefe Verwurzelung in den Achtzigern, als diese Art von Filmen – „The Punisher“ als ein Beispiel – besonders populär und erfolgreich war. Die Zeitreise wäre jedoch ohne die „bigger than life“-Besetzung nicht komplett. Zwar mischen hier mit Jason Statham und Jet Li auch Stars des neueren Actionkinos kräftig mit – sogar eine Frau wird in das „Expendables“-Team schließlich aufgenommen, eine echte Revolution – , gleichwohl gilt unsere Aufmerksamkeit vor allem den alten Schlachtrössern und Kampfschweinen. Neben Stallone, dessen Physis auch mit Mitte 60 noch beeindruckt, präsentieren sich „Ivan Drago“ Dolph Lundgren und „Bloodsport“-Legende Jean-Claude Van Damme in exzellenter Verfassung.

The Expendables 2 in den Kölner Kinos

Letzterer verbreitet als namenloser Oberschurke Angst und Schrecken. Van Damme ist in dieser Rolle derart böse, cool und abgefucked, dass es eine wahre Freude ist. Sein Endkampf gegen Slys Rache-Maniac dürfte zudem an Testosteron und Adrenalin kaum zu überbieten sein. Muskeln, Schweiß und Blut wohin man blickt. Hier werden Männlichkeitsfantasien ins Absolute gesteigert, allerdings nur um anschließend mit einem Augenzwinkern genüsslich wieder zerlegt zu werden. Dabei bietet insbesondere das fortgeschrittene Alter unserer Helden reichlich Angriffsfläche. Die Salven, die der Film unablässig abfeuert, werden allenfalls von den zahllosen Sprüchen übertroffen. So raunt Stallone einem komplett in seine Einzelteile zerlegten Gegner ein bitterböses „Rest in pieces“ hinterher.

Das hier ist kein Kindergarten, das ist knallhartes Actionkino mit viel Seele und Liebe für die besondere Ikonographie eines ideologisch sicherlich nicht unproblematischen Genres. Stallones Entscheidung, die Regie an Simon West („Con Air“, „The Mechanic“) abzutreten, war die richtige. So ist das Sequel in Wests Händen bestens aufgehoben. „The Expendables“ überzeugt sowohl als eigenständige Schlacht von Mensch und Material als auch als kultverdächtiger Zitateschatz. So viele Wiedersehen, wie hier zelebriert werden, findet man für gewöhnlich selbst auf einem Klassentreffen nicht. Die Rente muss auf diese Jungs wohl noch eine Weile warten.

Die besten Szenen aus The Expendables 2 in unserem Cine Channel
Die offizielle Homepage zum Film
Bildergalerie: The Expendables 2
The Expendables 2 in den Kölner Kinos

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.

 

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