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The Pretty Reckless im Luxor

Teenie-Star im Schlampenlook auf Alternative-Kurs

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Taylor Momsen, bekannt aus der US-Teenie-Soap "Gossip Girl", macht zusammen mit The Pretty Reckless gestandenen Alternative-Rock. Im Luxor stellten Momsen und Mitmusiker das Debütalbum "Light Me Up" vor. 

Kevin Costner macht’s, Tim Robbins auch – warum sollte also nicht auch eine Schauspielerin  einer US-Jugend-Soap zusammen mit ihrer Band Musik machen, Songs schreiben, Platten aufnehmen? Gesagt, getan – Taylor Momsen, Darstellerin der Jenny Humphrey in der Serie „Gossip Girl“, fand sich mit einem Gitarristen, Bassisten und Drummer zusammen, gründete die Band The Pretty Reckless, brachte ein Debütalbum heraus und ging vor kurzem ab auf Tour. In Deutschland standen die Alternative-Rocker einzig und allein im Kölner Luxor auf der Bühne.

Im ausverkauften Luxor ging es zu, wie auf einer Mittel- oder Oberstufenparty einer Mädchenschule – hauptsächlich junge Erwachsene weiblichen Geschlechts, zum Teil bewaffnet mit Stofftieren, drängten sich aufgeregt vor der Bühne. Verwunderlich wäre es wohl auch gewesen, gestandene Rocker beim Konzert einer 17-Jährigen, die ihren Bekanntheitsgrad einer Teenie-Soap zu verdanken hat, mitrocken zu sehen. So kam es auch, dass die Thekenmannschaft hinterm Tresen einen verhältnismäßig ruhigen Abend verbrachte. Musikalisch allerdings hat so mancher Rocker einen ordentlichen Auftritt verpasst.

Rauchige Stimme und Schlampenoutfit

Denn keineswegs seichter High-School-Pop lärmte über die Fans hinweg, sondern gestandener Alternative-Rock mit Anleihen aus Grunge und Hardrock schallte aus der Anlage. Musikalisch einwandfrei arbeiteten Ben Philips, Mark Damon und Jamie Perkins an ihren Instrumenten, während Momsen mit leicht rauchig-verruchter Stimme Songs wie „Zombie“, „My Medicine“ oder „Factory Girl“ von der gleichnamigen EP und dem jüngst erschienenen Debütalbum sang. Passend zur Stimme auch der Look Momsens, deren Straßenschlampenoutfit in Strapsen, Spitzenunterwäsche, Acryl-High-Heels und Schlabbershirt nicht gerade adäquat einer Minderjährigen war. Auf die Aufforderung aus dem Publikum „Zieh dein Shirt aus“ ging Momsen allerdings nicht ein.

Dass The Pretty Reckless ohne die attraktive Soap-Darstellerin weit weniger interessant fürs Publikum wäre, als mit, konnte man der Fan-Reaktion deutlich entnehmen: Eine Zugabe wurde lediglich mit lautstarken „Taylor, Taylor, Taylor“-Rufen gefordert. Nach einer knappen und musikalisch unterhaltsamen Stunde, in denen The Pretty Reckless noch in Ermangelung  eigenen Materials unter anderem auf Audioslave- und Oasis-Coverversionen zurückgriffen, verabschiedete sich das Quartett gut gelaunt. Und ebenso gut gelaunt sowie zufrieden mit einem gelungenen Auftritt spuckte das Luxor gegen kurz vor 22 Uhr die etwa 400 Jugendlichen wieder aus in die noch junge Kölner Nacht.

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