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Premiere in der Kammeroper

Standing Ovations für "Heinz Erhardt Revue"

Schmunzelmeister nannte man ihn. Oder den Humoristen des Wirtschaftswunders. Vergessen Sie diese angestaubten Bezeichnungen von gestern. Wie viel Spaß die Gedichte und Sketche von Heinz Erhardt noch heute machen, wie zeitlos sie sind, zeigt die nach ihm benannte Revue. Premiere hatte sie in der Kammeroper Köln und erntete Standing Ovations.

Von Jürgen Schön

„Hinter eines Baumes Rinde, saß die Made mit dem ...“ – natürlich kennen die meisten der Zuschauer ihren Heinz Erhardt und ergänzen lautstark „Kinde“. Auch bei anderen Reimereien zeigt sich das Publikum überaus textsicher. Da hat Thorsten Hamer leichtes Spiel. Zwar ist seine Stimme etwas tiefer als das Original, aber sonst glaubt man, den 1979 gestorbenen Dichter persönlich auf der Bühne zu erleben. Nicht zufällig wurde der Solinger 2010 in der ARD zum besten Heinz-Erhardt-Darsteller gekürt.

Das gescheitelte gegelte Haar, die dicke schwarze Hornbrille, der leicht zu eng geratene Anzug – das sind Requisiten. Die rundliche Figur passt. Aber die linkischen Bewegungen, die gebeugte Haltung, der schüchtern-verschmitzte Augenaufschlag, die hektisch, etwas unbeholfen tanzenden Beine, die Hände, die nicht wissen, wo sie hinsollen – das alles ist perfektes Können, treffsicher zwischen platter Imitation und respektvoller Parodie.

Und ebenso perfekt ist der Vortrag. Die kleinen Pausen, ehe das Gedicht mit der überraschenden, oft schwarzen Pointe endet, die gewollten Versprecher und Verdrehungen, das Spiel mit dem Publikum – das ist Unterhaltung pur. Und eben nicht nur wortwitzig, sondern auch intelligent.

Doch ist es nicht nur ein Rezitationsabend, verpackt in Gelsenkirchener Barock. Sopranistin Astrid Andresen und Tenor Benjamin Drnec lassen mit Schlagern aus den 1950er und 1960er Jahren die plüschige Atmosphäre lebendig werden, in der Erhardt auf der Bühne und im Film seine großen Erfolge feierte.

Doch die Stimmen der beiden sind einfach zu schön sind, um einen wild-sentimentalen „Sugar Baby“-Rock zu singen oder ein ein kindlich-fröhliches „Back die Badehose“. Darum machen sie aus den Oldies wunderbar süße Schnulzen. Da musste sogar Drnec lachen, als seine Partnerin sehnsuchtsvoll „Junge, komm bald wieder“ schmalzte. Schließlich sind da noch Dana Cebulla, die als Hausmeisterin für den szenischen Rahmen sorgt und als Schnuller-Baby im „Babysitter-Boogie“ die Lacher auf ihrer Seite hat, und nicht zuletzt Pianistin Inga Hilsberg.

Zusammengefasst: zwei Stunde (inklusive Pause) Unterhaltung auf höchstem Niveau.

„Heinz Erhardt Revue“ – weitere Termine: 8.6. (19.30 Uhr), 9.6. (15 Uhr), 10.6. (19. 30 Uhr), Kammeroper Köln, Friedrich-Ebert-Str. 4, 50996 Köln-Rodenkirchen, Tickets in unserem KölnTicket-Shop

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