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Liebe im Alter

Seniorentrio schwebt im Theater auf "Wolke 9"

Werner ist 70, Inge 65 und Karl 72 Jahre alt. Werner und Inge sind seit 30 Jahren in zweiter Ehe durchaus glücklich miteinander verheiratet. Da verliebt sich Inge in Karl, und es beginnt eine Liebesgeschichte mit Haken und Ösen, die mit einem Befreiungsschlag endet. Am Wochenende hatte „Wolke 9“ im Theater im Bauturm gefeierte Uraufführung.

Von Jürgen Schön  

„Wolke 9“ hieß der Film von Andreas Dresen, der 2009 mit dem deutschen Filmpreis in Bronze ausgezeichnet wurde. Rüdiger Pape hat daraus eine Bühnenfassung für drei Personen gemacht, er führt in Köln auch Regie. Aufsehen erregte der Film, weil er nicht nur das Tabuthema Sex und Liebe im Alter aufgriff, sondern dies auch mit viel nackter Haut zeigte.

Auch Ursula Michaelis (Inge), Walter Gontermann (Werner) und Christian Ballhaus (Karl) – alle so alt wie ihre Bühnenfiguren – scheuen sich nicht, ihre Haut zu zeigen: schlaffe Muskeln, Fettpolster, Cellulitis, Operationsnarben, Falten. Sie tun das ganz selbstverständlich, mutig kann das nur nennen, wer dem Jugendwahn verfallen ist. Ihr Sex bleibt akustisch – fast so schön wie der Klassiker im Film „Harry und Sally“.

Werner, ehemals Lehrer und übergewichtig, hat als Hobby Bahnfahren, hört Schallplatten mit dem Gepuffe von Dampflokomotiven. Karl ist durchtrainiert und fährt leidenschaftlich Rennrad. Wundert es, dass sich Inge in ihn verliebt (und – typisch Frau? – Karl die Illusion lässt, er hätte die Initiative ergriffen)? Soll sie die neuen Gefühle geheimhalten? Sie entschließt sich zur Wahrheit. Werner ist erwartungsgemäß von der neuen Entwicklung nicht begeistert. Fragt, was er falsch gemacht hat, hält Inge für dämlich – und erst recht in diesem Alter. Die entschließt sich schließlich zur Trennung, zieht aber nur vorübergehend zu Karl, sucht bald eine eigene kleine Wohnung. Nur Werner bleibt ohne Hoffnung zurück, seine Zukunftspläne haben sich zerschlagen.

Ein raffiniertes Bühnenbild (Flavia Schwedler) unterstützt die Erzählung. Eine lange niedrige Schrankwand vereint die drei Personen. Sie ist Wohnung, Eisenbahn und Spazierweg in einem. Und wenn sich die Beziehungen neu gliedern, jeder seine eigene Wohnung bezieht, lässt sich das alles schnell trennen. Dem Inbusschlüssel sei Dank.

Es ist eine Erzählung voller Gefühle. Da der von sich überzeugte, schüchterne Draufgänger und Naturkenner Karl. Dort der in sich zurückgezogene, eher wortkarge intellektuelle Werner. Zwischen ihnen Inge mit Hummeln im Bauch wie ein Backfisch (warum soll das ein Privileg der Jugend sein?), zweifelnd, verlegen.

Ja, „Wolke 9“ ist eine Geschichte über Liebe und Sex im Alter. Vor allem aber ist es eine Liebesgeschichte, wie sie zwischen drei Menschen – egal wie alt sie sind – immer passieren kann. Und sie ist verdammt gut erzählt und verdammt gut gespielt.

„Wolke 9“ – weitere Termine: 4. bis 7.5., 18. bis 21.5., 31.5. bis 3.6., jeweils 20 Uhr, Theater im Bauturm, Aachener Str. 24-26, 50674 Köln, Karten: Tel. 0221 / 52 42 42, www.theater-im-bauturm.de

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