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Premiere

Schauspiel zieht Berlusconi die Hose runter

Italien – das unbekannte Wesen. Wie kann dort unten die Mafia ungestört ihr Spiel treiben? Warum wird Berlusconi immer wieder gewählt? Das Kölner Schauspiel gibt dem deutschen Publikum mit „Mamma Mafia“ Nachhilfe. Ein ungares Stück, bei dem es bei der Premiere viel Beifall für die Schauspieler und einige Buhs für den Regisseur gab. Ein Drittel der Plätze war nicht besetzt.

Von Jürgen Schön

Das karge Anfangsbühnenbild erweckt den Eindruck eines Gerichtssaal, in dem über die Mafia verhandelt wird. Zäh fängt es an. Wortlastig ist es, wenn die Geschichte der Mafia, ihrer Schwesterorganisationen wie der N‘drangheta und deren Verflechtung mit der italienischen Politik erzählt wird. Der Erzähler ist oft nicht zu verstehen, die eingeblendeten Texte oft zu kurz sichtbar. Es ermüdet, wenn der italienische Text noch einmal auf deutsch erzählt wird (das treibt zudem die Spielzeit auf drei Stunden).

Der 1. Akt des Dreiteilers wäre zum Einschlafen, wären da nicht die Schauspieler. Mit italienischer Ekstase reißen sie das Publikum mit. Gesten- und mimenreich etwa ihre „Live-Reportage“ von der siegreichen Schlacht Garibaldis gegen die Bourbonen-Truppen. Das zwölfköpfige Ensemble – elf Männer und eine Frau – rettet auch den 2. Akt: Hier ist die Omertà das Thema, das Schweigegebot, das zu verletzten den Tod bedeutet. In einem Tai-Chi-ähnlichen Tanz, von Glockengeläut begleitet, werden die Gesten des Schweigens, der Bedrohung, des Tötens vorgeführt. Synchron zelebriert wird der Kampf mit dem Klappmesser, dazu heftiges Füßestampfen und sizilianische Lieder. Das alles so beleuchtet, das sich auf dem Bühnenhintergrund alles als grandioses Schattenspiel widerspiegelt – beeindruckende Bilder.

Der 3. Akt nach der Pause schließlich ist ganz der Mafia-Marionette Silvio Berlusconi gewidmet, seinem Aufstieg, seinen Geschäften, seinen Bunga-Bunga-Spielchen. Jetzt entdeckt Regisseur Antonio Latella seine Liebe zur Revue. Ein Conférencier im Goldglitzer-Kostüm meldet sich. Mutter Italia – identisch mit Mamma Mafia – spreizt ihre Beine und Berlusconi nutzt die Gelegenheit. Und plötzlich tragen alle eine Berlusconi-Maske. Auch hier wieder viele witzige Einfälle und spielfreudige Schauspieler, die dem Publikum ihren nackten Hintern zeigen. Am Ende aber bleibt die Resignation, man wird wohl noch einige Zeit mit der Mafia leben müssen. „Lache, Bajazzo“, singt der Tenor und Mamma Italia trägt Trauer.

Es ist eine unbefriedigende Inszenierung, die Regie kann sich nicht entscheiden, was sie eigentlich will. Ja, aufklären will sie, auch über die Verbindungen der Mafia nach Deutschland, doch das ist zumindest am Anfang bestenfalls eine theatralisch angehauchte Lesung. Und die Showeffekte am Schluss verlieren sich im großen Halbrund der Bühne. Wären da – wie gesagt – nicht die Schauspieler...

„Mamma Mafia“ – weitere Termine: 8.5.,11. und 12.5. (jeweils 19 Uhr), 14. (19.30 Uhr) und 15.5. (16 Uhr), 17.5. (19 Uhr), Schauspielhaus, Offenbachplatz, 50667 Köln, Karten: Kartenservice im Opernhaus, Offenbachplatz, 50677 Köln, Mo-Fr 10-18.30 Uhr, Sa 11-18.30 Uhr, Tel. 0221 / 22 12 84 00, tickets@buehnenkoeln.de, www.schauspielkoeln.de

Italien heute: Alle wollen Berlusconi sein. Foto: Oliver Fantitsch

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