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Premiere für Fußball-Liederabend „Männer“

Schauspiel feiert den Heiligen Poldi

Von Jürgen Schön

Der Fußballfan – das unbekannte Wesen? Nicht mehr für den, der die Revue „Männer“ im Schauspiel gesehen hat. Da wird die Seele des – der Titel sagt es – männlichen Fans unter die psychologische Lupe genommen, das Ergebnis ironisch und mit Sangeskraft aufbereitet – „ein Fußballliederabend“, so schließlich der Untertitel. Nach dem Schlusspfiff dann stürmischster Beifall und zweieinhalb Zugaben Nachspielzeit.

Hier die relativ weichen Sessel für das Theaterpublikum. Auf der Bühne die nach hinten aufsteigende „Gegentribüne“ des Stadions, 80 orangene, sicher harte Plastikschalen. Im obersten Rang vier Urinale. Irgendwohin muss ja das Bier. Da lümmeln sich nun acht Männer, sensible Seelchen unter harter Schale. Singend ergehen sie sich in Selbstmitleid, schimpfen, lästern, zoten, suchen Freundschaft und beschimpfen sich.

Mit „Dabadabada“ heben sie an und halten phantastische 75 Minuten durch: Der Fanchor des Schauspiels, bestehend aus Yorck Dippe, Robert Dölle, Andreas Grötzinger, Jan-Peter Kampwirth, Carlo Ljubek, Martin Reinke, Torsten Peter Schnick und Michael Wittenborn, beweist neben Knödel-Talent auch unheimliche Stimmgewalt und opernreife Sangeskunst, ob als Solist, im Trio a la „Die drei Tenöre“ oder im ganzen Team. Am Klavier begleitet werden sie von Andreas Hirschmann.

Sie bedienen sich bei Don Giovanni, bei Schlagern, Schnulzen, Rock, Soul und Film, bei Grönemeyer, Alexandra und Queen. Originaltexte müssen nicht immer sein. Hier dreht sich alles um Fußball, Alkohol, Alleinsein (um dem abzuhelfen, geht Mann schließlich ins Stadion) und Freundschaft – und natürlich um Frauen. Die sind Heilige und Hure.

Heilig sind sie als Mütter, da werden sie gleich drei Mal besungen, nicht zuletzt in der Heintje-Schnulze, zur bombastischen Arie aufgeblasen. Männliche Begierde darf sie im Schlachtruf befriedigen, da wünscht man sich „‘ne Nymphomanin“ und die „geile Fee“, denn die braucht man neben „Ficken, Saufen und FC“.

Kein Wunder, dass aus diesem Elend nur ein Heiliger helfen kann. Der wird dann mit einem Poldi-Bild im Barockrahmen auf die Bühne getragen. Doch dann taucht Julia Weininger auf und verjagt die Fans des 1. FC Köln von der Bühne, lehnt sich genüsslich zurück, reißt ihre Jacke auf – und trägt ein Trikot des FC Bayern. Keine Buhs – sondern Schlussbeifall.

1. Liga schlägt eben 2. Liga. Franz Wittenbrink, Autor, Experte für „Liederabende“ und Regisseur, hat sich mit „Männer“ in der 1. Unterhaltungsbundesliga etabliert.

„Männer“ – weitere Termine: 27.10.: 18 Uhr, 28.10.: 16 Uhr, 11., 20. und 27.11.: jeweils 19.30 Uhr, Schauspiel Köln in Expo 1, Gladbacher Wall 5, 50670 Köln-Agnesviertel, Tickets: Vorverkauf in den Opernpassagen, Mo-Sa 10-19 Uhr, Tel. 0221/22 12 84 00, tickets@buehnenkoeln.de

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