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Premiere

"Der Kampf des Negers und der Hunde" im Theater der Keller

Von Jürgen Schön

Eine Baustelle in Westafrika. Ein schwarzer Arbeiter wird von einem weißen Vorarbeiter erschossen. Der Vorfall wird vertuscht, doch die Schwester des Toten lässt nicht locker. Nach dieser Geschichte von Bernard-Maria Koltes entwickelte Regisseur Björn Gabriel für das Theater der Keller den Parforceritt „Der Kampf des Negers und der Hunde“: ein Stück über Macht und Ohnmacht, über Moral und Vorurteile. Nicht zuletzt über Kapitalismus und Kolonialismus.

Da ist zum einen Alboury (Annika Meier), die Schwester des Toten. Ihre Gegenspieler sind Europäer, Weiße. An ihrer Spitze der Bauleiter Horn (Matthias Hecht): Ein Bulle von Kerl, das enganliegende rote Trikot verklärt ihn zum Supermann, der allein durch Reden – und Trinken – alle Probleme lösen kann. Ein Mann, der sich ohne große Bildung nach oben geboxt hat.

Sollte ihm das Reden einmal nicht helfen, hat er seine „Hunde“. Die sind dann für die Gewalt zuständig. Hier ist es sein Mitarbeiter Cal (Caspar Kaeser). Dünn, etwas schmierig, ein kleiner blauer Supermann. Und schließlich Leone (Fiona Metscher), Horns Verlobte: romantisch-verklärte Vorstellungen haben sie nach Afrika gelockt.

Doch so einfach ist das nicht: Der Chef hat Angst vor Versagen, sein Untergebener fühlt sich zu Höherem berufen. Und Leone, mit ihrem weißen Tutu offensichtlich fehl am Platz, fühlt sich Cal verbunden und verfällt schließlich Alboury.

Die Schwester des Toten ist die einzige, die Konsequenz und Charakter zeigt. Wie Antigone – nicht das einzige Zitat – kämpft sie um den Toten. Listig, auch mit einem Schuss Bosheit, spielt sie mit Selbstbild und Vorurteilen der drei Weißen, zieht die Strippen.

In schnell wechselnden Bildern wird die Geschichte – Ende offen – erzählt. So schnell, dass manchmal sogar die Protagonisten nicht mitkommen und erstaunt verstummen. Gezielt werden mit Wortpointen und Slapsticks Lacher gefangen. Höchstes Lob gilt der Perfektion und der Wandlungsfähigkeit des Bühnenquartetts. Warum aber glauben neuerdings so viele Regisseure, dass sie die Gefühle ihrer Schauspieler mit Live-Kameras vergrößern müssen? Trauen sie deren Bühnenpräsenz nicht?

Nichts aber gegen die hektische Videos im Hintergrund, die politische Machtspielchen und schrägste gesellschaftlichen Entgleisungen zeigen und so das Stück in das aktuelle Zeitgeschehen einbetten.

„Der Kampf des Negers und der Hunde“ ist eine aberwitzig rasante Mischung aus Agitprop, Commedia dell’arte, polit-philosophischem Diskurs und viel Text. Ein bisschen weniger hier und da hätte nicht geschadet. Bei der Premiere intensiver Beifall und vereinzelte „Bravo“-Rufe.

„Der Kampf des Negers und der Hunde“ – weitere Termine: 9. bis 11.10., 26. bis 28.10., jeweils 20 Uhr, Theater der Keller, Kleingedankstr. 6, 50677 Köln, Karten: Tel. 02 21 / 31 80 59 (Mo-Fr 10-17 Uhr)

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