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Spektakuläre Opern-Premiere

Parsifal und die Jedi-Ritter

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Mit einer außergewöhnlichen Bilderflut, die teilweise an die Filme der Jedi-Ritter erinnert, inszeniert der Spanier Carlus Padrissa Wagners Bühnenweihfestspiel "Parsifal" in der Kölner Oper am Dom. Das Premierenpublikum spendete nach gut fünf Stunden sehr großen Beifall - bei einigen Buhs für die Regie.

Wagner, vor 200 Jahren geboren und vom "Spiegel" in der aktuellen Ausgabe als "Das wahnsinnige Genie" bezeichnet, lieferte mit seinem letzten Werk eine Mysterien-Geschichte ab, die verstandesmäßig nicht zu erfassen ist. Gralsritter, die Keuschheit gelobt haben, hüten den Heiligen Gral, also das Gefäß, in dem angeblich Jesu Blut bei der Kreuzigung gesammelt wurde, und den Speer, mit dem Jesus verletzt wurde.

Aus der Präsentation der Heiligtümer gewinnen die Ritter Kraft, aber jetzt ist ihre Gemeinschaft bedroht, denn den Speer hat "Klingsor" erbeutet, in einem Zaubergarten unweit der Gralsburg verleitet er die Gralsritter mit Blumen in der Gestalt schöner Frauen zum Bruch ihres Keuschheits-Gelübdes.

Nur ein "reiner, durch Mitleid wissender Tor" kann die Rettung bringen. Dieser Retter erscheint in der Gestalt "Parsifals".

Wer wären heute diese "Helden", die ihr Blut geben für eine fanatische Fangemeinde? Regisseur Padrissa illustriert seine Gedanken dazu gleich zur Overtüre mit großformatigen Videoprojektionen: Tödliche verunglückte Formel-1-Fahrer, Soldaten im Krieg.

Die Projektionen vermischen sich mit wirklichem Geschehen auf der Bühne zu einer Einheit. Im Zentrum des Bühnenbildes steht eine stählerne Halbkugel aus vier Elementen, auf der neunzig Komparsen in weißer steriler Kluft und mit LED-Leuchten ausgestattet das Drama quasi aus Weltsicht beleuchten.

Die Regie haucht so Wagners sehr ruhigem Werk permanentes Leben ein. Aber es gibt noch viel mehr. Wenn ein fliegendes Pferd verlangt wird, lässt Padrissa eines fliegen, konstruiert aus Menschenkörpern. Ebenso fliegt der Schwan, den "Parsifal" mit seinem Bogen tötet, und später fliegen noch einmal Krähen heran, um sich an Sterbenden gütlich zu tun.

Das Publikum ist permanent gefordert, und wenn die großen Chöre ihre Prozession sogar direkt durch den Zuschauerraum antreten, rückt einem diese Inszenierung im wörtlichen Sinne auf den Leib.

Reinen Wagner-Anhängern ist das vermutlich zu viel, einzelne verlassen die Aufführung noch im ersten Akt. Die übergroße Zahl aber verfolgt fasziniert das Geschehen.

Im Finale wird "Parsifal" tatsächlich zu einem Ritter des Lichts in einem Gewand und mit einer Krone aus LED-Leuchten. Und als dann der Schwert mit dem Gral wieder vereint wird, geschieht das durchaus als direkte sexuelle Anspielung, die Jahrtausende lang leidende "Kundry" steigt nackt in das Gralsgefäß wie Burlesque-Stripperin Dita von Teese ins Champagner-Bad und findet Erlösung beim Tanz "an der Stange", in diesem Fall dem Heiligen Speer.

Das alles sorgt für Diskussionen, auf jeden Fall gelingt es der Kölner Aufführung, die Aufmerksamkeit des Publikums von der ersten bis zur letzten Minute zu fesseln, was bei gut fünf Stunden Aufführungsdauer (inkl. zweier Pausen) eine besondere Leistung ist.

Wagners Musik wirkt dazu oft wie Filmmusik. Das Gürzenich-Orchester unter Generalmusikdirektor Markus Stenz spielt großartig auf, die Sänger überzeugen alle, auch die als "Kundry" kurzfristig eingesprungene Dalia Schaechter. Sie erhält sehr großen Beifall wie Boaz Daniel in einer Doppelrolle als "Amfortas" und "Klingsor", "Titurel" Young Doo Park, "Gurnemanz" Matti Salminen und vor allem "Parsifal" Marco Jentzsch.

Eine Aufführung, die über Köln hinaus Aufsehen erregen wird. Wer sich fünf Stunden zutraut, sollte sich den Kölner "Parsifal" unbedingt ansehen.

Weitere Aufführungen: 1./5./7./11./14. April.
Tickets und Infos über die Website der Oper.

Video: Die Tagesthemen über den Kölner "Parsifal"

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