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Köln ist letzte Station

NS-Dok erinnert an den Eichmann-Prozess

1961 wurde Adolf Eichmann zum Tode verurteilt. Das Jerusalemer Gericht hatte ihn der Beteiligung an der Ermordung von Millionen Menschen schuldig gesprochen. Die Ausstellung „Der Prozess“ im Kölner NS-Dokumentationszentrum erinnert jetzt an die Gerichtsverhandlung und deren Folgen für den Umgang mit NS-Verbrechen in Deutschland.

Unwillkürlich fühlt man sich beim Eintritt in den neuen Ausstellungsraum in den Gerichtssaal versetzt, in dem gegen Eichmann verhandelt wurde. Zu seiner Sicherheit nahm der ehemalige Leiter des Judenreferats im NS-Reichssicherheitshauptamt in einer Glaskabine an dem Prozess teil. Er trug Kopfhörer für die Simultanübersetzung.

Durch eine Glasscheibe blickt man auf acht Konsolen mit Kopfhörern. Über vier ist Eichmann zu hören, wie er sich gegen die Anklage verteidigt hat: Persönlich sei er nie ein Judenhasser gewesen, er habe nur Befehle ausgeführt, Befehlsverweigerung sei nicht möglich gewesen, Verantwortung trügen nur seine Vorgesetzten.

Als „Spediteur des Todes“ hatte der SS-Obersturmbannführer Eichmann, ein klassischer „Schreibtischtäter“, 1938 die Ausplünderung und erzwungene Auswanderung Tausender österreichischer Juden organisiert. Bis 1944 entwickelte er die Pläne zur Deportation von Juden in die Ghettos und Vernichtungslager in den besetzten polnischen Gebiete. Sein Organisationstalent stand ganz im Dienste der menschenverachtenden nationalsozialistischen Tötungsmaschinerie.

Über die vier anderen Konsolen mit Bildschirm sind Zeugenaussagen zu hören, auch solche, bei denen die Überlebenden von Erinnerung übermannt, nicht weitersprechen konnten. Mit ihnen begann die Ära der Zeitzeugen. Einige Aussagen haben nicht direkt mit dem Wirken Eichmanns zu tun, gaben aber erstmals einen Überblick über den Umfang des Genozids. Dieses Wissen half dann zum Beispiel bei der späteren Aufarbeitung der NS-Verbrechen vor deutschen Gerichten.

Ebenso nüchtern wie diese akustischen Dokumente präsentiert werden, ist die gesamte Ausstellung aufgebaut: die Porträts des Richters, der beiden Beisitzer und des KölnerVerteidigers Robert Servatius, der Lebenslauf Eichmanns und die erschreckende Zahlen vertriebener und ermordeter Juden aus europäischen Großstädten.

Die Ausstellung wurde erstmals 2011 in Berlin in der „Topographie des Terrors“ gezeigt. Obgleich nicht als Wanderausstellung konzipiert, war sie auch in Wien und Linz/Donau zu sehen. Köln ist nun ihre endgültig letzte Station. (js)

„Der Prozess – Adolf Eichmann vor Gericht“ – bis 13.10.2013, NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln, Appellhofplatz 23-25, 50667 Köln, Di-Fr 10-18 Uhr, Sa, So und feiertags 11-18 Uhr, Eintritt: 4,50/2 Euro, Katalog: 12 Euro

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