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Show: Unleash

Nederlands Dans Theater begeistert in Köln

Mit "Unleash" bewies das Nederlands Dans Theater am Dienstagabend, dass es zurecht als das künstlerische Aushängeschild der Niederlande bezeichnet wird. In den Stücken "Sehnsucht" und "Schmetterling" tanzten barbusige Tänzerinnen und durchtrainierte Männer-Körper in der Philharmonie dem Tod entgegen. Einfarbig und trist, aber durchaus philosophisch und bewegend.

Der Titel "Unleash" (deutsch: losbinden, entfesseln) beschrieb am gestrigen Tanzabend genau das, was auf der Bühne geschah: Mit einer Mischung aus klassischem und zeitgenössischem Tanz hob das Nederlands Dans Theater die Grenzen zwischen Ballett und Modern Dance auf und zeigte einen neuen Typus von Tanz: Klassische Pirouetten, Sprünge und Hebungen gingen mit verzerrten Gesichtern, Playback-Momenten und Szenen der Betrunkenheit einher. 

Der Abend begann mit dem 25-minütigen Stück "Sehnsucht" und einem dreidimensionalen Verwirrspiel für die Zuschauer. Denn die Tänzer bewegten sich nicht nur auf der Bühne, sondern zusätzlich in einem 3D-Quader, der den Zuschauern in circa einem Meter Höhe den Blick in ein kleines Wohnzimmer gewährleistete. Durch Drehungen des eckigen Raumes standen nach wenigen Minuten die Einrichtungsgegenstände Kopf, sodass die Tänzer Stuhl und Fensterdiele wie Turngeräte in ihren Tanz integrierten.

Männer und Frauen - oben ohne

Die Kostüme, reduziert auf die Farben schwarz und weiß, ließen schnell erkennen, dass sich die Choreografen Sol Leon und Paul Lightfood in ihrem Stück mit den Themen Leben und Tod auseinandersetzen. Ein blonder, hellhäutiger Tänzer und eine Tänzerin in weißem Kleid, werden von dunklen Gestalten heimgesucht, die das Lebensende symbolisieren. Durch die identische Kleidung von Männlein und Weiblein vollzieht sich zudem eine Art Geschlechteraufhebung: Nicht nur die Männer, auch die Frauen tanzen ohne Oberbekleidung - nicht zum Zweck der Erotik, vielmehr um die Natürlichkeit und Homogenität der Tänzer zu untermalen.

Für die Zuschauer folgte eine 25-minütige Pause. Alle, die im Saal sitzen blieben, wurden mit einer zusätzlichen Tanzeinlage einzelner Tänzer belohnt, die sich sanft und geschmeidig auf eine Art Meditationsmusik bewegten. Mit Regengeräuschen und dem Dröhnen eines Gewitters begann schließlich der zweite Teil des Gastspiels. Entgegen aller Erwartungen war auch in "Schmetterling" stets die Bedrohung, Angst und Traurigkeit zu spüren, die vom Tod ausgeht. Hauptdarsteller Medhi Walerski und Tänzerin Ema Yuasa stellten das Erkranken, Dahinsiechen und ein schmerzhaftes Verabschieden dar. Im Gegensatz zur ersten Darbietung wurde der Tanz jedoch nicht mehr nur durch klassische Kompositionen von Ludwig van Beethoven begleitet, sondern durch Gesangstücke von "The Magnet Fields" und Max Richter.

Wo ist der Schmetterling hin?

"Das Tolle ist, wenn man dem Tod langsam mit mehr Frieden und Akzeptanz begegnet, gewinnt das Leben automatisch wieder die Oberhand", so Choreografin Sol Leon. Dass der Tod eine große Faszination auf sie und ihren Kollegen Lightfood ausübt, beweisen sie, indem in "Schmetterling" keine einzige Farbe auftaucht und die Bewegungsabfolgen eher Schwermut und Traurigkeit an Stelle von Frühlingsgefühlen und Lebensfreunde ausdrücken. Nur wenige Hebungen und Bewegungen erinnerten an einen Flügelschlag. Und bis auf Songtext-Schnipsel, die das Wort "Butterfly" enthielten, war nur schwerlich ein Bezug zu den prachtvollen Insekten herzustellen.

Das außerordentliche Können der 15 Tänzer des Nederlands Dans Theaters wurde mit lauten Beifall und Jubel anerkannt. Auch nachdem sich der Vorhang am Ende zum sechsten oder siebten Mal öffnete, ließ das Klatschen des Publikums nicht nach. Eine glanzvolle Leistung. (vn)

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