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Optischer Overkill

Muse machen Musik (fast) zur Nebensache

Bombastmusik, Lasergewitter, immerwährender Bilderrausch, Lichtkegel, die durch das Hallendunkel jagen: Das Muse-Konzert in der Lanxess-Arena glich einer gigantischen Inszenierung von Optik und Sound.

Von Helmut Löwe

Dafür, dass ihre Konzerte mehr als nur das Abspielen von Musik sind, sondern einer Art Gesamtkunstwerk gleichen, sind Muse wohlbekannt. Nicht von irgendwoher kommen ihre vielfachen Auszeichnungen als "bester Live Act", ob bei den MTV Awards oder den NME Awards. Und auch in der Kölner Lanxess-Arena wurde das britische Trio seinem Ruf als sehenswertes Live-Ereignis gerecht.

Um die Bühnenshow von Muse in Worte zu fassen, muss man wohl oder übel auf Superlative zurückgreifen; Gigantisch, bombastisch, unglaublich sind die geeigneten Adjektive, das Sound- und Lichtspektakel der Alternative- und Progrocker aus dem südenglischen Devon treffend zu beschreiben.

Auf drei riesigen mit LEDs versehenen Türmen tauchen Videoanimationen das Hallenrund nahezu ohne Unterlass in ein wildes, buntes Bilderspektakel. Eine DNA-Doppelhelix verweist zu Beginn des 100-minütigen Sets bedeutungsschwanger auf den Ursprung des Lebens, Bilder von Bäumen, Blättern, Blüten und Bienen wollen dem digitalen Farbrausch bei "Feeling Good" zu kunstvoller, natürlicher Anmut verhelfen.

Zwischendurch prasselt ein Lasergewitter über die etwa 12.000 Zuschauer herein und malt Schwärme von Sternen an die der Bühne gegenüberliegende Seite, Scheinwerfer jagen Lichkegel durch das lärmgetränkte Dunkel der Halle  und überdimensionale Luftballons regnen aus dem Schwarz des Hallendachs aufs Publikum herab. Vor lauter Aufregung und Angst, einen weiteren visuellen Knaller zu verpassen, weiß man gar nicht, wohin man gucken soll. Und schnell gerät die Musik fast zur Nebensache.

Fähige Musiker in einer Inszenierung aus Bild und Ton

Doch als Nebensache sollte der  Bombastrock Muses, der in Genres wie Alternative, Prog-Rock und Metal wildert und vor elektronischen und klassischen Einflüssen nicht halt macht, keineswegs abgetan werden: Das Gitarrenspiel Matthew Bellamys ist gekonnt, seine Soli überzeugen und selbst komplizierte Hooklines werden filigran und sicher gespielt. Bassist  und Schlagzeuger Dominic Howard liefern den spielerisch leichten und sicheren rhythmischen Unterbau für die 18 Songs. Und das alles bei einem für das Henkelmännchen ordentlichem Sound.

Dennoch wirken die drei Protagonisten auf der Bühne in ihrem Outfit aus Jeans, T-Shirt und Turnschuhen oft etwas deplaziert und wollen so gar nicht in die bunte und verwirrende Bilderwelt passen. Der optische Overkill will die jungen Männer um die 30 so gar nicht richtig in Szene setzen, lässt sie beinahe Marionetten in einer nahezu perfekten, ja beinahe schon allzu perfekten Inszenierung aus Optik und Akustik werden.

Man ist vom Konzert unglaublich beeindruckt, aber die Ergriffenheit fehlt. Die kommt sicher, wenn man zuhause die Muse-Scheiben in den CD-Spieler legt, die Augen schließt, die Musik wirken lässt und alleine das Kopfkino die Bilder liefert. 

Setlist:

- Uprising
- Resistance
- New Born
- Map Of The Problematique
- Supermassive Blackhole
- MK Ultra
- Hysteria
- Nishe
- United States Of Eurasia
- Feeling Good
- Undisclodes Desires
- Starlight
- Plug In Baby
- Time Is Running Out
- Unnatural Selection
----------------------
- Exogenesis Pt. I
- Stockholm Syndrome
- Knights Of Cydonia

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