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Black Label Society live

Zakk Wylde lädt zur "Parade der Toten"

Schwere Heavy-Rock-Brecher, ausuferndes Gitarrenspiel und reichlich Totenköpfe: Black Label Society, die Band von Gitarrenhüne Zakk Wylde, trat in der ausverkauften Live Music Hall mit krachigen Songs vor 1.500 Fans auf.

Von Helmut Löwe

Dort, wo Metal und fetter Heavy Rock ertönt, da sind derbe Jungs, da sind Alkohol und Zigaretten. Und reichlich Totenköpfe - auf T-Shirts, Kutten und Oberarmen. Nicht anders beim Konzert von Black Label Society, der Band um Sänger, Gitarrist und ehemaligem Ozzy-Osbourne-Gitarrero Zakk Wylde, am Dienstagabend in der trotz Rauchverbots nikotingeschwängerten, bierseligen, ausverkauften Live Music Hall.

Die Band des langmähnigen und langbärtigen Wylde versorgt die Halle nach einem Keyboardintro samt herabstürzendem Vorhanges mit satten, druckvollen Sounds irgendwo zwischen traditionellem Metal und Heavy Rock mit Southernrock-Einsprenklern. Und prostet sowohl sich gegenseitig als auch den etwa 1.500 begeisterten Fans reichlich mit Bier zu. Diese haben, wie es sich für ordentliche Rocker gehört, ebenfalls schon reichlich vorgeglüht. Da kann es schon mal passieren, dass der kuttenbehängte Motörheadfan etwa drei Meter entfernt von der Theke verzeifelt die Theke sucht.

Bildergalerie: Black Label Society in der Live Music Hall

Getrunken wird aber nicht nur, auch zu Genüge musiziert. Und das sehr ordentlich, gilt Wylde doch nicht nur als guter Gitarrist, sondern ist es auch. Die Band spielt Songs quer durch die Historie von Black Label Society, vom neuen Album "Order of the Black" haben Wylde und Co. vier Songs auf die Setlist gepackt: kernige Brecher wie der Opener "Crazy Horse" oder das treibende "Parade of the Dead" sind angesagt, die Balladen des achten Studioalbums klammern die Musiker aus.

Langes, zu langes Gitarrensolo

Ganz ohne Wylde am Piano geht es aber dennoch nicht: Zu "In this River" haut der Hüne in die Tasten. Was aber sein eigentliches Metier ist, das intensive und gekonnte Bearbeiten der sechs Saiten, zeigt er kurz darauf bei "Fire it up": knapp neun Minuten ereifert sich Wylde in einem Gitarrensolo, ja, verbeißt sich förmlich in Tonabnehmer und Griffbrett. Trotz der Länge, die fast schon etwas in Langatmigkeit ausartet, goutieren die Kuttenträger die nicht zu übersehende Spielkunst des Mannes aus New Jersey.

Anschließend braucht es allerdings etwas, bis dank schwerer Kracher wie "Godspeed Hellbound" und "Suicide Messiah" die Meute wieder richtig in Fahrt kommt, heftig headbangt oder sich im Luftgitarrenspiel verliert. Nach knapp anderthalb Stunden verabschieden sich Wylde, sein Gitarrenpendant Nick Catanese, Bassist John DeServio sowie der vor kurzem Drummer Will Hunt ersetzende Johnny Kelly mit "Stillborn" überraschenderweise zugabenlos von den Fans. Und feiern unter dem Applaus des Publikums den gelungenen Auftritt mit Bier und Arm in Arm mit den Mitgliedern der Vorband Godsized.

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