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Interview mit dem Bandleader

Wie James Last für Alfred Biolek Igel kochte

Er ist der bekannteste Bandleader Deutschlands - James Last. koeln.de traf sich mit dem 81-Jährigen zum Interview und sprach mit Ihm über sein Rockerleben und wie er für Bio einen Igel zubereitete.

Er ist der bekannteste Bandleader Deutschlands: James Last, 81 Jahre alt und seit über 60 Jahren im Musikbusiness. Im Frühjahr 2011 bricht Hansi, wie er auch gerne genannt wird, mit seiner Bigband zur "Musik-ist-meine-Welt"-Tour auf, die ihn am 2. April auch in die Kölner Lanxess-Arena führt.

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Während seiner Promotour im November traf sich koeln.de im Kölner Dorint-Hotel mit Last zum Interview. Mit Helmut Löwe sprach er über sein Leben als Rocker, warum eine Tournee für ihn wie Urlaub ist und wie er für Alfred Biolek einen Igel zubereitete.

Sie haben einen vollen Kalender mit Promoterminen. Macht Ihnen so etwas nach all den Jahren im Showbiz noch Spaß?

Ja klar, was soll ich denn sonst machen? Zur Kur fahren würde ich nicht.

Haben Sie ein besonderes Fitnessprogramm, das sie vor so einer Promotour oder Ihrer Tournee absolvieren?

Mein ganzes Leben war aufregend, ich weiß nicht, ob das schon als Training zählt. Die Tour (17. März bis 16. April 2011; d. Red.) dauert ja auch nur etwa drei Wochen. Aber wir (er und seine Frau Christine; d. Red.) machen ja eh Fitnesstraining, gehen morgens um 7 Uhr schwimmen, das ist Ehrensache. Und wenn ich zu unserem Personal-Trainer sage, dass es im Herbst wieder losgeht, dann sagt er mir, „dann müssen wir wohl wieder was machen“.

Trotz allem ist so eine Tournee ja kein Pappenstiel…

Schon richtig. Aber wenn Du wie ich alles selbst schreibst – und das dauert vor so einer Tour schon mal anderthalb bis zwei Jahre – und siehst dann die Reaktion des Publikums, dass die Musiker gute Laune haben, dann ist so eine Tour schon fast Erholung. Mit dem Bus umherfahren, in den besten Hotels absteigen, alles ist super organisiert; das macht doch richtig Spaß! So wie mir meine ganze Arbeit Spaß macht. Das ist doch das beste Leben, was man haben kann.

Gab es Momente in Ihrer Karriere, in den Sie keine Lust mehr hatten?

Nein, nie. Die Musik gibt einem ja so viel. Du kannst an den alten Klassikern rumfummeln, oder an aktuellen Schlagern. So richtig angefangen hat’s bei mir mit den Beatles, und da war ich bereits 30. Als die aufkamen, wollte ich ihre Lieder instrumental umsetzen. Damals gab’s ja viel Hickhack zwischen alten und jungen Leuten: lange Haare, Bart, das war bei den Alten alles verpönt. Und irgendwann haben die jungen Leute festgestellt, dass das, was Hansi Last an Tanzmusik für die Alten geschrieben hat, die Musik ist, die sie selbst hörten und auf Englisch sangen. Dadurch ist alles etwas näher zusammengerückt – und ich versuche seitdem stets, aktuelles Material mit in unser Programm rein zu nehmen.

Und welche aktuellen Titel bringen Sie in der kommenden Tour unter?

Unter anderem sind Songs von Rihanna und Eminem oder die Black Eyed Peas mit dabei.

Wie sieht’s mit Hardrock oder Metal aus? Oder ist das nicht Ihr Ding?

Oh doch, ich fühlte mich früher schon als eine Art Rocker – und irgendwie bin ich auch heute noch einer. Ich fühle mich weniger als großer Künstler, sondern bin bei all meinem Kram immer ein normaler Typ geblieben. Und Rocker sind doch normale Typen.

Können Sie sich vorstellen, mit Hardrockern, zum Beispiel den Scorpions, etwas zu machen?

In jedem Fall. Aber die Scorpions heute sind doch nicht hart genug für echte Hardrocker. Ich habe mir mal Rammstein vorgenommen und angefangen, deren Titel „Mutter“ zu arrangieren. Aber dann ging deren Produzent dazwischen, der legte keinen größeren Wert darauf.

Welche Musik hören Sie privat?

Dazu habe ich zwar selten Zeit, denn meistens sitze ich mit meinen Kopfhörern an neuen Arrangements. Aber wenn, dann lege ich Claude Debussy oder Maurice Ravel auf.

Mit welchem Künstler würden sie gerne zusammenarbeiten?

Mit Barbara Streisand wollte ich schon immer was machen. Oder mir Gidon Kremer (weltberühmter lettischer Violinist; d. Red.). Die klassische Musik mit der Popmusik verbinden. Aber wenn Du mit den jeweiligen Produzenten sprichst, winken die sofort ab. Aber vielleicht ergibt sich ja noch mal eine Möglichkeit.

Wie sieht ein Tag auf der Tour eines James Last aus?

Bus fahren, Konzerte, Proben, Hotelleben – Zigeunerleben. Nein, das ist schon ein tolles Leben. In der Band sind tolle Leute, und alle freuen sich bereits darauf. Morgens sitzen wir im Bus, nachmittags gegen 17 Uhr findet ein Soundcheck statt – oft ist dann die Halle schon halb voll. Und nach dem Konzert sitzen wir alle noch beisammen, unterhalten uns und lassen den Abend ausklingen. Ab und an packt jemand seine Trompete aus, der Pianist spielt – und es wird gejammt. Manchmal geht das bis um 3 oder 4 Uhr, manchmal 5 Uhr. Aber morgens um 8 sind alle wieder bereit.

Wenn der Wecker klingelt…

Nein, 8 Uhr heißt Abfahrt und alle müssen wieder im Bus sitzen.

Kochen Sie?

Wenn, dann koche ich mit meiner Frau zusammen. Aber im Fernsehen habe ich auch schon gekocht; bei Alfred Biolek. Und als Revanche kam er zu uns ins Haus nach Florida und hat dort gekocht. Was gab es zu Essen? Ich habe ihn erschreckt, als ich sagte, dass ich Igel machen wollte: „Einen Igel wollen Sie kochen?“, fragte er. Ja klar sagte ich. Dann habe ich ihn aufgeklärt, dass der Igel lediglich ein Filetstück ist, das abwechselnd mit Knoblauch und Speck gespickt ist, sodass es aussieht wie ein Igel. Dann wird das ganze mit Senf eingerieben und kommt in den Backofen – schmeckt gut!

Welchen Einfluss hat ihre Frau auf ihre Musik?

Oh, die mischt sich schon ein. Oft sitze ich in meinem Arbeitszimmer und rufe „komm mal runter und hör Dir das an“. Und wenn ihr nicht gefällt, was sie hört, dann lasse ich die Finger davon.

Ihr Titel „Der einsame Hirte“ ist weltbekannt geworden durch den Film Kill Bill. Bereuen Sie, dass ihre Musik mit so einem blutrünstigen Streifen in Verbindung gebracht wird?

Nein, überhaupt nicht. Ich war begeistert.

Wie stehen Sie zu solchen Casting-Sendungen wie „Popstars“ oder „Deutschland sucht den Superstars“?

Ich habe das früher abgelehnt, wie Dieter Bohlen die Leute runtergeputzt hat. Aber ab und zu kommt da einigermaßen was bei raus. Wenn man jedoch Leute auftreten lässt, von denen man von Vornherein weiß, „das wird nie was“, und diese sich blamieren lässt, das finde ich bescheuert. Aber für RTL ist das natürlich ein Riesengeschäft.

Sie haben in ihrer Karriere unglaublich viele Platten veröffentlicht. Stört es Sie, wenn man heute oft keine Platten mehr kauft, sondern einzelne Lieder aus dem Internet herunterlädt?

Ich habe dafür volles Verständnis, wenn junge Leute das machen. Die sind doch cleverer als die Plattenfirmen. Bevor diese auf den Trichter gekommen sind, dass man Musik gut übers Internet vertreiben kann, hatten andere sich schon Songs aus dem Netz runtergeladen. Das Plattenbusiness hat darunter natürlich stark gelitten, ist im Grunde genommen kaputt. Früher musste man sich von jemandem eine Platte kaufen, auf der zwei Titel gut waren, der Rest war Käse. Und jetzt gehen die Leute ins Internet und sagen sich: den einen Song möchte ich haben. Und der kostet sie dann einen Dollar. Wenn das jemand mit meinen Liedern macht, habe ich genau mit jenem Lied seinen Geschmack getroffen. Andernfalls halt nicht (lacht)

Sie haben über 200 goldene Schallplatten, einen Haufen andere Preise. Bedeuten Ihnen Musikpreise denn überhaupt noch etwas?

Nö. Denn der schönste Preis ist es, wenn das Publikum Spaß an dem hat, was Du machst. Zum Thema Goldene Schallplatten: Ich erinnere mich noch an eine Szene bei unserer Plattenfirma, als der Chef mir mit der Bemerkung „by the way – hier ist noch eine Goldene Schallplatte aus Holland“ diese einfach in die Hand drückte. Ich bin dann mit der Platte unterm Arm losgegangen, die war nicht einmal eingepackt. Ab aus dem Büro von Polydor, über die Straße zum Essen ins Restaurant. Und unser Anwalt meinte dann zu mir: „Das habe ich ja noch nie gesehen, dass einer so mit der Goldenen Schallplatte über die Straße laufen muss“. Früher waren die Goldenen Schallplatten ja noch vergoldet und hatten einen materiellen Wert, heute ist da lediglich Goldfarbe drauf.

Was machen Sie nach dem Ende ihrer Tour? Erstmal in Ruhe Geburtstag feiern? (Last wird am 17. April 82; d. Red.)

Mein Geburtstag fällt dieses Mal mit der Abschiedsfeier für die Tournee zusammen. Aber das ist lediglich Zufall.

Und anschließend gibt’s Urlaub?

Das musst Du meiner Frau sagen, die will immer Urlaub machen. Mir gefällt alles so, wie es ist. Das ist doch wie Urlaub. Wenn wir in Florida sind, spielen wir Golf. Wir wohnen ja direkt am Golfplatz; ein schönes Leben. Und wir spielen nicht nur zum Zeitvertreib – wir prügeln uns richtig dabei. (lacht)

Welche drei Platten nähmen sie mit auf eine einsame Insel?

Ich würde etwas von Rihanna mitnehmen: Was die jetzt mit Enimen macht, gefällt mir tierisch gut. Für ruhigere Tage vielleicht Debussy. Und etwas von Woody Herman, früher ein bekannte Jazzmusiker (Klarinettist, Sänger und Bandleader, starb am 29. Oktober 1987; d. Red.).

Ein bisschen wie auf der Insel müssen sie sich in Florida ja auch fühlen?

Das Meer ist zwar nur eine Viertelstunde mit dem Auto entfernt, doch wenn man dort wohnt, geht man nicht so oft an den Strand. Anders als die Touristen, die dort liegen und sich verbrennen lassen. Wir machen zweimal die Woche ein einstündiges Workout, früh, wenn die Sonne aufgeht. Anschließend ist Ausruhen am Strand angesagt.

Treibt Ihre Frau Sie dabei an?

Ja, die ist Sportfan. Und sie sagt: „Ich will ja noch was von Dir haben“. Da muss ich mich schon zusammenreißen. Wir haben schon ein tolles Leben zusammen! (lacht).

Herzlichen Dank für das Gespräch

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