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Letztes Deutschland-Konzert in Köln

Snow Patrol mit viel Gefühl in der Lanxess-Arena

Für vier Konzerte kehrte die britische Band Snow Patrol diesen Sommer nach Deutschland zurück. Ihr letztes spielten sie in Köln. In der ausverkauften Lanxess-Arena bewiesen sie ihre Qualitäten als Live-Band. Sänger und Frontmann Gary Lightbody gab wieder einmal alles und wurde dafür vom Kölner Publikum reich beschenkt.

Von Marcus Wessel 

Um kurz nach 21 Uhr war es endlich soweit. Snow Patrol betreten die Bühne der ausverkauften Lanxess-Arena. Dass einige Plätze auf den Rängen dennoch frei blieben, ist wohl damit zu erklären, dass einige Zuschauer spontan den Stehplatz im Innenraum einer Sitzgelegenheit vorzogen. Nach einem kurzen Intro („Berlin“) legt das Quintett dann auch gleich furios los. Das kraftvolle „Hands Open“ und „Take back the City“ von ihrem 2008er-Album „A hundred million suns“ lassen das Kölner Publikum sofort in das musikalische Universum der fünf Jungs eintauchen. Selbst die bei Rockkonzerten meist mäßige Akustik der Arena kann Snow Patrol nicht viel anhaben. Mastermind Gary Lightbody ist dafür schlichtweg ein zu begnadeter Sänger, seine Bandkollegen sind zu gute Musiker.

Das hohe Tempo der Songs hält die Band zunächst bei. Mit „This isn’t everything you are“ – der vielleicht besten Rockballade der vergangenen Jahre – erreicht das Konzert den ersten von noch vielen Höhepunkten. Dieser Song, der so klein anfängt und sich dann im Chorus zu so etwas Großem wie Kraftvollem steigert, ist live noch einmal um einiges eindrucksvoller. Das Publikum singt mit, Gary lacht. Hier steht jemand auf der Bühne, der ganz einfach Spaß an dem hat, was er seit inzwischen 18 Jahren als seine Leidenschaft in der gleichen Formation ausleben darf. „And in one little moment it all implodes“ heißt es da und als Zuschauer denkt man, dass man gerade genau einen solchen Moment erlebt. Auf die Implusion folgt der Ausbruch, die Freude, das Glück.

Späße mit dem Publikum

Snow Patrol ist eine Band, die nicht vergisst, mit ihrem Publikum zu kommunizieren und die dabei sehr genau spürt, wie die Zuschauer auf jeden einzelnen Song reagieren. Dass Frontmann Gary mit den Fans, die es ganz nach vorne geschafft haben und ihm kleine Geschenke auf die Bühne werfen, so seine Späße treibt, macht ihn nur noch sympathischer. Selbst die wiederholten „I love you Gary“-Rufe eines besonders stimmgewaltigen männlichen(!) Fans kontert er äußerst schlagfertig. Einmal muss er beim Singen nach einem Zwischenruf kurz lachen, es ist die schönste Unperfektion des Abends. Dann spielen er und seine Kollegen „Run“. Wieder singt das begeisterungsfähige Kölner Publikum mit. „Have heart, my dear, We're bound to be afraid. Even if it's just for a few days. Making up for all this mess“. Spätestens jetzt wird auch der letzte Skeptiker davon überzeugt sein, wie sehr ein Snow Patrol-Song über die Limitierungen einer gefälligen Radiopopnummer hinauswachsen kann.

Fulminanter Endspurt

Auf soviel Gefühl folgt mit „In the End“ einer der zugegeben schwächeren Nummern des letzten Albums. Doch das ist nicht weiter schlimm. Der nächste Höhepunkt wartet schließlich schon. Auf Wunsch eines Fans spielen Snow Patrol einen Song ihres ersten Albums. „An olive grove facing the sea“ ist wie auch das nächste Stück „Set the fire to the third bar“ eine nahezu perfekte Ballade. Leider fehlt für letztere Garys Duettpartnerin. Der zerbrechliche Gleichklang zweier Stimmen muss man sich hier hinzudenken oder man holt den Titel in seiner Originalfassung auf der Nachhausefahrt nach. Nach dem bewusst ruhigen Mittelteil – Zeit zum Durchatmen –drehen die Jungs zum Ende noch einmal richtig auf. Mit „Shut your eyes“ und vor allem ihrem Welthit „Chasing cars“ verwandeln sie die Lanxess-Arena endgültig in ihr Wohnzimmer. Wäre die Phrase nicht bereits so abgedroschen, man müsste davon schreiben, dass der Funke zwischen Bühne und Publikum in diesen Augenblicken gleich tausendfach überspringt.

Wer Snow Patrol vorher nicht kannte, wird dann kurz vor Ende noch einmal überrascht. „Fallen Empires“, der Titelsong ihres aktuellen Albums, entwickelt sich zu einer rhythmischen Elektrodancenummer, mit treibenden Beats und fast schon hypnotischen Gesängen. Man fühlt sich ein bisschen an Bloc Party erinnert. In jedem Fall fällt das Stück auf eine erfrischende Art aus dem Rahmen der meisten anderen Snow Patrol-Songs. Nach „Open your eyes“ ist dann erst einmal Schluss – vorerst. Denn natürlich hat die Band zwei Zugaben im Gepäck, die die Fans lautstark und voller Begeisterung über ein musikalisch wie emotional außergewöhnliches Rockkonzert einfordern. Der vorletzte Song des Abends, die Ballade „The Garden rules“, widmet Gary seinen Eltern. „Oh you'll never know how much I love you so“ singt er, eine schönere Liebeserklärung kann es kaum geben. Nach „Just say yes“ heißt es dann wirklich Abschiednehmen. Bis zum nächsten Konzert. Denn eins steht fest. Die Kölner, die heute da waren, kommen wieder.

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