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DJ Bobo im Interview

"Sex and Drugs and Rock'n'Roll sind scheiße vergänglich"

Er ist der erfolgreichste und bekannteste Musikexport der Schweiz: René Baumann alias DJ Bobo. 2010 ist er mit seiner neuen Show "Fantasy" auf Tour, auch in Köln: Am 6. Juni tritt DJ Bobo in der Lanxess-Arena auf. Mit koeln.de-Redakteur Helmut Löwe plauderte der Superstar während eines Promotermins am Mittwoch über das neue gigantische Show-Spektakel.

René, du hast Dir am Dienstag das Spiel der Kölner Haie angesehen. Nun willst du die Haie ebenfalls unterstützen?

Ja genau; wenn ein Dauerkartenbesitzer der Haie Tickets für mein Konzert kauft, gehen davon 10 Euro direkt an die Haie. Ich habe bereits 2004 mit den Haien trainieren dürfen, habe viele ihrer Spiele gesehen – und so habe ich mich spontan entschieden, den Haien zu helfen.

Sport ist also ein Hobby von Dir?

Sport ist ein guter Ausgleich. Und vor allem Mannschaftssport – ich spiele Fußball und Eishockey. Ich habe ein eigenes Fußball- sowie Eishockeyteam. DJ Bobo Magic Team heißen beide.

Weltpremiere der „Fantasy“-Show war November 2009 vor Fans und Journalisten. Wie war die Resonanz?

Die war super. Ich bin Perfektionist, und das sind kranke Menschen (lacht). Ich kann sehr anstrengend für mein Umfeld sein. Aber da war ich zufrieden, sehr glücklich.

Bist Du jemand, der erst dann auf Tour geht, wenn er mit der Show zu 100 Prozent zufrieden ist?

Nein, Kompromisse gibt’s natürlich immer. Und das hat mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun. Ausgeben kannst Du Geld immer – das können die Kölner Haie auch. Wir müssen unsere Tour aber streng budgetieren, und das tun wir mit den großen Hallen. Trotzdem gibt es einen finanziellen Deckel, über den ich nicht hinausgehe – denn sonst war das meine letzte Tour. Man muss das Ganze schließlich auch wirtschaftlich sehen, und das tu ich. Ich muss schwarze Zahlen schreiben, von irgendwas muss ich selbstverständlich leben.

Wie viele Personen seid ihr auf der Tour?

120, davon 4 Musiker, 2 Sängerinnen sowie etwa 15 Tänzer.

Woher kam die Idee für das Bühnenbild von „Fantasy“?

Diesmal wollten wir „nach oben“. Auf der Tour 2005 ragte ein Piratenschiff von 36 Metern lang in die Halle hinein, die Bühne der „Vampires“-Tour war 32 Meter breit. Ja, und dann haben wir uns halt entschieden, nach oben zu gehen. Zudem wollten wir eine Figur haben, die „im Raum steht“ – keine Projektion, sondern eine reale Figur, die du greifen kannst. So ist dieser 14 Meter hohe Gigant entstanden.

Wie kommst du nach einem Auftritt wieder runter?

Du musst dich austricksen. Früher haben wir es mit Sex and Drugs and Rock’n’Roll probiert, aber das ist ja scheiße vergänglich (lacht). Ich gehe direkt nach dem Konzert duschen. Danach esse ich gemeinsam mit den Musikern, Tänzern und den anderen Kreativen und wir besprechen das vorher Erlebte. Wenn du dich austauschst, kommst du langsam runter.

Du trittst während der Tour mit deiner Show immer mehrere Tage hintereinander auf. Dann kommt eine kurze Pause…

Ich mache nach solchen Konzertblöcken immer zwei Tage Pause und fliege direkt nach Hause zu den Kindern. (ein Mädchen, 3 Jahre, ein Junge 7 Jahre alt, d. Red.). Dann geht’s weiter. Das ist eine rein logistische Entscheidung: Die Bühne, die 120 Leute bestimmen den Ablauf. Ich könnte zwar nach meinen Auftritten einige Tage vor Ort bleiben und mir die Stadt ansehen, aber dann müsste ich die Sattelschlepper unterbringen, für 120 Personen Hotels buchen – man kann sich auch anders ruinieren. (lacht).

DJ Bobo ist also nicht nur Musiker, sondern auch ein Unternehmer?

Richtig, DJ Bobo ist eine AG. Wir denken wirtschaftlich, alles andere wäre kopflos.

Deine Ehefrau Nancy steht als Tänzerin neben Dir auf der Bühne. Ist das problematisch, einen Teil seiner Ehe vor tausenden Leuten zu führen?

So habe ich das noch nicht gesehen. Nein, wir zelebrieren unsere Ehe nicht auf der Bühne. Das sind andere Sendungen (lacht). Nancy ist zwar eine von sechs im Kreativteam, aber während des Auftrittes spielt unsere Ehe keine Rolle.

Trittst du auch noch gerne in kleineren Hallen vor wenig Publikum auf?

Ja, wir haben vor kurzem einige Showcases gehabt. Einmal vor 200, einmal vor 80 Leuten, ich alleine auf einem Barhocker, die Band und zwei Sängerinnen dabei. Das hat viel Spaß gemacht und war für mich ebenso gut, wie eine große Show. Emotional ist das anders, aber keineswegs schlechter. Zwischendurch habe ich halt Lust, den Leuten ganz nah zu sein. Ich suche die Abwechslung, möchte mich nicht langweilen, vor Langeweile habe ich Angst. Es ist für mich wichtig, mich immer wieder neu zu erfinden.

Und das lebst Du dann in einer Showchoreographie wie „Fantasy“ aus?

Ja, das ist das ganze Spektrum von Fantasie, welches ich abfackeln kann. Ideentechnisch, Bühnenbau, Choreographie, Musik – das ist so kreativ, da kann ich mich richtig austoben. Als Gegenpol dazu kann ich privat stinklangweilig sein. Da muss ich nicht, wie andere Künstler, künstlich für Aufmerksamkeit sorgen, denn ich habe ja kein Defizit. So etwas wie Sarah Connor und Marc Terenzi würde ich nie machen, egal wie viel Geld es dafür gibt.

Was machst Du in deiner Freizeit?

Wie gesagt, da spiele ich Fußball oder Eishockey.

Dann ist dies also nicht nur sportliche Betätigung für Dich, sondern gleichzeitig Erholung?

Ja, dabei kann ich abschalten. Beim Fußball bin ich lediglich einer von elf und muss kein Leader sein. Beim Eishockey bin ich sogar nur einer von 22 und dazu der schlechteste – wunderbar. Mal lediglich einer von allen sein, das genieße ich.

Was kommt nach der Tour in Deutschland (der letzte Auftritt ist am 6. Juni in Erfurt)?

Zuerst kommt die WM-Pause, zwei Monate, anschließend geht’s bis 2011 weiter. Wir treten in der Schweiz auf, Osteuropa und zum Schluss in Südamerika. Ach, nicht zu vergessen: 2011 haben wir auch unser 1.000 Konzert – wo und wann genau, weiß ich noch nicht. Nach Tourende ziehe ich mich für etwa ein Jahr zurück – ich bin halt nicht multitaskingfähig so wie Frauen und kann deswegen während einer Tour keine neue entstehen lassen.

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