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EBM, Industrial und Gothic-Rock

Schwarze Szene feierte im grellen Sonnenlicht

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Die schwarze Szene feiert - sich selbst und die Bands des Amphi-Festivals 2014 im Kölner Tanzbrunnen. Und das mit gehörigem Durchhaltevermögen beim zehnten Jubiläum: trotz Hitzekapriolen ließen es sich Waver, Gothics und Cyberpunks nicht nehmen, ihre aufwändigen Kostüme und Festivals-Outfits zu präsentieren sowie ihrer lautstarken Lieblingsmusik zuzuhören.

Irgendwie waren die Stewardessen, Bräute, Vampirinnen, Cyberpunks, Steampunks und die vielen anderen Genretypen der Schwarzen Szene zufrieden, dass die Wettervorsagen für das Wochenende nicht so wirklich stimmten: Statt Wolken sowie ab und an ein wenig Blitz und Donner knallte zum zehnten Jubiläum des Amphi-Festivals nonstop die grelle Sonne vom Himmel über dem Kölner Tanzbrunnen.

Also richtig eitel Sonnenschein unter den 16.000 Besuchern, wenn man vom vielen Schweiß und so manchem Sonnenbrandopfer einmal absieht. Eitel Sonnenschein war auf der Bühne allerdings nicht immer - vor allem nicht bei Front 242, die am Samstag als Headliner auf der Open-Air-Bühne standen.  Nach wenigen Minuten einer unglücklichen Darbietung verließen Daniel B. & Co. laut fluchend die Bühne: Die Technik hatte den sehnsüchtig erwarteten EBM-Szeneikonen einen derben Streich gespielt und fiel aus. Nach einer Dreiviertelstunde ging es schließlich weiter, die Belgier setzten zu einem stark verkürzten Set an.

Mit den Technikproblemen waren Front 242 aber nicht alleine: Die musikalischen Endzeitkrieger London after Midnight haderten am Sonntag zu Beginn ihres Auftritts mit technischen Schwierigkeiten, bei den deutschen Industrialhelden Die Krupps fiel die komplette Monitoranlage aus. Sänger Jürgen Engler ließ sich davon allerdings nicht entmutigen, nutzte die Gunst der Stunde zu Plaudereien und Späßen mit dem Publikum, welches Dank der Spontaneität der Düsseldorfer das Manko eines deutlich späteren Beginns mit Humor nahm.

Kammerorchester statt Elektrokracher

Mehr mit spektakulärem Outfit denn mit technischen Ausfällen glänzten Corvus Corax und Lord of the Lost am Samstag: Die Mittelalterrocker machten aus dem Tanzbrunnen ein Haithabu, ließen Sackpfeifen, Zimbeln, Trommeln und Hörner erklingen. Und die Hamburger Dark-Rocker um Sänger und Gitarrist Chris Harms setzten auf weiß-graue und schwarze Gankkörperbemalung anstatt Bühnenkleidung. Blutengel zogen dagegen ein musikalisch ganz anderes Register. Die Elektropoptruppe präsentierte ihre Songs diesmal nicht digital und mit Sampler, sondern setzte ganz und gar auf Handgemachtes aus den Fingern eines Kammerorchesters.

Erstaunt war so mancher, als Hocico die Samstagsbühne enterten: dort stand nämlich nicht das wüst drauflosbretternde Aggrotechduo, sondern eine mexikanische Folkloretruppe. Welche nach zwei Titeln allerdings Platz für Erk Aicrag und Racso Agroyam machten, die dann den tobenden Fans ordentlich einschenken konnten.

Für kaum weniger Tohuwabohu in der Menge unter den riesigen Tanzbrunnenschirmen sorgten am Sonntag Eisbrecher als "Rausschmeißer". Sänger Alexx Wesselsky machte einmal mehr seine Entertainerqualitäten deutlich, hatte Schwänke, Scherze und Anekdoten fürs dankbare Publikum parat, die er gerne zwischen krachigen Elektrorocktiteln einflocht. Geburtstagsständchen für Monique und Robin sowie "verrückt" gigantische Flammensäulen an der Bühnenseite inklusive.

Für so manche der Besucher spielte es jedoch gar keine Rolle, welche Musikgröße gerade auf der Bühne stand, welche unglaublichen Szenen klangvoller Art sich open air und in der Halle des Staatenhauses abspielte: Sie waren sich selbst und anderen die nächsten. Denn für viele der Fans steht und stand auch diesmal nicht der Sound im Vordergrund, sondern das Sehen und Gesehen werden.

So wie das Leipziger Wave-Gotik-Treffen ist auch das Kölner Amphi stets ein passender Anlass, sich mit Freunden, Bekannten zu treffen, Mode- und Kostümtipps auszutauschen, einfach ein wenig draufloszuplaudern und gemeinsam ein Bier zu trinken. Bei solchen Gelegenheit trifft sich die oft kreuz und quer verstreute Schwarze Szene mit geballter Kraft. Und auch wieder am 25. und 26. Juli 2015, wenn das Amphi-Festival in seine elfte Runde geht.

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