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Exklusiv-Auftritt der Red Hot Chili Peppers im E-Werk

Scharfe Schoten, fader Abgang

Von Viola Niedenhoff

Pogende Menschenmassen, klatschende Hände und Leuchtstäbe: Bei der weltweiten Exklusiv-Vorstellung ihres neuen Studioalbums „I'm With You“ im E-Werk präsentierten die Red Hot Chili Peppers eine „scharfe“ Mischung aus funkigem Rock und Klavierballaden. Trotz ihres feurigen Auftritts bliebt ein fader Nachgeschmack: Bereits nach 90 Minuten räumten die sechsfachen Grammy-Gewinner die Bühne und hinterließen verdutzte, zum Teil enttäuschte Gesichter.

Helle Pieptöne erklangen als rund 1500 Gäste mit ihren selbstausgedruckten Tickets zur Weltpremiere des neuen Chili-Albums an den Securitykräften und deren Karten-Scanner vorbeirauschten. Karten im freien Verkauf für den Auftritt der Band gab es nicht, sodass das E-Werk im Inneren zwar gefüllt, aber nicht überfüllt war. Genügend Platz hatten die Veranstalter von der Plattenfirma Warner für die Kameras einkalkuliert, die das exklusive Konzert von der Domstadt in 800 Kinosäle über den ganzen Globus verteilt übertragen sollten.

Um 19 Uhr ging es los: Die hellen Pieptöne an den Einlasskontrollen wichen dem Gesang von Anthony Kiedis, den Gitarrensounds von Josh Klinghoffer, dem Schlagzeug-Feuerwerk von Chad Smith und dem gewaltigen Bass von Michael "Flea" Balzary. Gleich beim ersten Song "Monarchy of roses" verfiel der halbnackte Flea in headbangende Bewegungen. Kiedis trug neben seinem gestutzen Schnurbart und stark gegelter Frisur zunächst einen bunten Frack, der jedoch bereits nach zwei Songs einen seitlichen Abgang machte. Anschließend zierten zwei muskulöse und tätowierte Oberkörper die Bühne.

Fernab vom Einheitsgrau der Mainstream Pop- und Rockmusik

Der Reihe nach präsentierten die Chilis 13 Songs ihres neuen Albums ("Even you Brutus?" fehlte) und bewiesen, dass sie auch nach fünfjähriger Schaffenspause und ohne ihren Ex-Gitarristen John Frusciante in der Lage sind ihren markanten Stil fortzusetzen. Ihre Platte "I'm With You" klingt nicht wie "Californication" (1999), es hört sich auch nicht an wie das zuletzt erschienene Album "Stadium Arcadium" (2006) und dennoch erkennt jeder, dass die Peppers am Werk sind. Und das macht die vierköpfige Band aus: Sie ahmen ihre alten, Erfolg gekrönten Songs nicht nach und bequemen sich der Produktion von Remakes, vielmehr entwickeln sie sich weiter und heben sich mit Songs wie "Look Around" oder " Brendan's Death Song" vom Einheitsgrau der Mainstream Pop- und Rockmusik ab.

Fusicante-Ersatz Josh Klinghoffer, gerade einmal vier Jahre älter als die Band selbst, konnte - wenn auch nicht durch eine außerordentliche Stimme - durch seine Leidenschaft an der Gitarre überzeugen. Zusammen mit seinem Kumpel Flea sorgte er für die instrumentalen Adrenalinkicks während der Show und verpasste der Band ein jüngeres Erscheinungsbild.

Nach dem atmosphärischen Höhepunkt folgte das abrupte Ende

Nach "Dance, Dance, Dance", dem letzten Song der aktuellen Platte, folgte eine zweite Version des Songs "Did I let you know", der auf Grund eines Übertragungsfehlers in die weltweiten Kinosäle wiederholt werden musste. Außerdem spielten die Chilis zwei ihrer alten Songs  - "Me and my friends" und "Give it away" - bei denen das Publikum schlagartig auszuflippen drohte. Spitzende Getränke, pogende Fans und ein einheitliches Gröhlen des Refrains "Give it away, give it away, give it away now" waren angesagt. Ein weiblicher Fans stülpte sich eine Tasche in Form eines rosa Flamingos über den Kopf und wurde per Crowdsurfing direkt in die Hände eines am Bühnenrand postierten Security-Mitarbeiters verfrachtet.

Getreu dem Motto "Wenn es am schönsten ist, soll man gehen" verließen die Peppers nach 90 Minuten die Bühne und hinterließen die gerade erst ins Schwitzen gekommenen, partywütigen Fans mit fragenden Gesichtern. Auch die Hoffnungen auf eine Zugabe blieben unerfüllt, als schlagartig die Lichter auf der Bühne angingen und die ersten Techniker die Kabel auseinander friemelten. "Geiles Konzert, aber sch.. Schluss" hörte man vermehrt unter den Fans, die unglaubwürdig, zum Teil enttäuscht den Konzertsaal verließen. Einige nutzten den angebrochenen Abend um Fotos vor aufgestellten Peppers-Transparenten oder mit prominenten Fans, darunter 1LIVE-Moderator Joko und Campino von den Toten Hosen, zu schießen.

Eine optimistische Hypothese, warum das Konzert so schnell zu Ende ging: Die Peppers heben sich für ihr folgendes Deutschlandkonzert auf und möchten am 7. Oktober in der ausverkauften Lanxess Arena für weitere musikalische Überraschungen sorgen. 

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