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Sambora im E-Werk

Richie und der lange Abend der langen Soli

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Richie Sambora kann auch verdammt gut ohne Bon Jovi: Der Gitarrist machte seinen Konzertabend im E-Werk zu einem tollen und spannenden langen Abend der langen Soli.

Ganz entertainerlike steht Richie Sambora auf der Bühne des E-Werks: dunkler Zylinder, weißes Sakko und rote Hose. Mit elegantem Schwung bewegt er sich am Mikrofon, während er als Opener seines Konzertes die Ballade "A Song for You" singt. Dann jedoch reicht ihm ein Roadie seine Gitarre, das Sakko fliegt in die Ecke, und der Abend wird zu einem Abend der langen Soli quer aus der wilden, weiten Welt der Rockmusik.

An seinem Sechssaiter zeigt Sambora ausdrücklich, dass er ein ausgefuchster Gitarrist ist. Seine Stimme kann ebenso; das leichte Knarzen, der rauchige Ton passt ausgezeichnet zu den Rocknummern, den Bluestiteln, die Sambora exorbitante 130 Minuten lang mit großer Spielfreude den gut 1.500 Zuhörern in der Halle präsentiert. Und ebenso zeigt er, dass es keinen Jon Bon Jovi braucht, um ihn glänzen zu lassen - das kann er auch alleine.

Na ja, so ganz alleine lässt Sambora seine Gitarre nicht kreischen, säuseln und harmonieren. Mit der Australierin Orianthi Panagaris, kurz Orianthi, hat er eine kongeniale Partnerin an seiner Seite. Immer wieder liefert er sich mit der zierlichen Blondine perfektionistische und ausufernde Soloduelle. Und das auch oft genug an der Akustikklampfe, die in den ruhigen Passagen und bei den Balladen zum Einsatz kommt. Ach ja, singen kann Orianthi ebenso, das beweist sie bei "You don't wanna know". 

Bon Jovi ist weg und doch da

Es ist zwar sein Solokonzert, aber so ganz ohne Bon Jovi ist der Musikabend mit Sambora dennoch nicht. Bei "Lay your Hands on me" oder  "These Days" dürfen sich Sekretärinnen und Hausfrauen wie Rockerinnen fühlen, dürfen bei "Wanted dead or alive" das stählerne Pferd besteigen und die Hände gen Himmel recken. "Livin' on a Prayer" ist dann allerdings nicht der gewohnt klassische Stadionrocker, sondern ein balladeskes und ruhiges Duett mit Orianthi. Man stellt deutlich fest, dass ganz viele Bon-Jovi-Hits eben die Handschrift Samboras tragen.

Zum Cover von Bill Withers' "Lean on me" holt sich Sambora eine Handvoll Gastmusiker auf die Bühne: Thorsten Willer, Charley Corbiaux, Pierre Pihl und Juri Rother gehören zu den Singern/Songwritern, die sich bei koeln.de für den Support Samboras im E-Werk beworben hatten. Das Rennen hatte Thorsten Willer gemacht: unmittelbar vor Sambora stand er auf der Bühne, holte sich drei Songs lang den Applaus des Publikums ab. (Foto: Helmut Löwe)

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