Kantiger Metal bei frischen Temperaturen

Mastodon quatschen nicht, die rocken derbe

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Anscheinend unter dem Motto "rocken, nicht quatschen" legten die Prog-Metaller Mastodon in der Essigfabrik los: 23 Titel in 100 schwer rockenden Minuten brachten die Amerikaner unters Volk - und kein Wort außer Gesang.

Manche Musiker werden bei ihren Konzerten auf der Bühne zu richtigen Plaudertaschen. Und unterhalten die Fans oft minutenlang mit Anekdoten - was hin und wieder sehr unterhaltsam sein kann. Andere wiederum sind da eher maulfaul und kriegen die Zähne bis auf den Gesang nicht auseinander.

Zu Zeitgenossen genau dieser Art gehören die Jungs von Mastodon, die amerikanischen Metaller, die schwere Kost und komplizierte Rhythmen propagieren. Ohne auch nur einen Satz ans Publikum zu richten, spielte sich die Band durch ihren Auftritt am Donnerstagabend in der frösteligen Essigfabrik. Und das 100 Minuten lang. Eine Dauer, die viele ihrer Musikerkollegen nicht mal mit Plaudereien, kurzem Verschwinden von der Bühne und minutenlangem Warten auf die geplante Zugabe zusammenkriegen.

Da war also unter dem Motto "rocken, nicht quatschen" viel Zeit für viele Songs - 23 Titel hatten Mastodon auf ihre Setlist gepackt. Einschließlich "The Creature", das Mastodon in alternativer Form zusammen mit den Vier der Vorgruppe Red Fang als Abschluss des Konzertes hinlegten. Zusammen mit diesem Titel hievten die Musiker sieben Lieder vom neuen Album "The Hunter" in den Auftritt, welche auch deutlich als solche zu erkennen waren.

Mehr Melodie und Eingängigkeit

Melodischer und eingängiger als viele der kantigen Vorgängersongs auf den durchaus richtigerweise als Konzeptalben zu bezeichnenden Scheiben eins bis vier wirkten Titel wie "Dry Bone Valley" oder "Spectrelight". Und auch der Gesang war weitaus weniger durch knurrig herausgepresste Passagen versehen. Gitarrist Bill Kelliher bezeichnet die leichte Stiländerung so: "Auf diesem Album gibt es mehr Gesang und mehr Mehrstimmigkeit, dafür weniger Schreien".

Was ihn und seine Kollegen aber nicht daran hinderte, den gut 700 Zuhörern mit abrupten Tempiwechseln, komplizierten Rhythmen und psychedelisch anmutenden Melodiegerüsten schwere musikalische Kost darzubieten. Während diese fast immer richtig saß, traf die Stimme von Bassist und Sänger Troy Sanders nicht immer ins Schwarze. Gut, dass bei derber, progressiver  Metal- und Rockattitüde niemand einen glasklaren Bariton oder Bass erwartet. Und für den kläglichen Klang der Essigfabrik, der das Hämmern des Schlagzeugs gerne in Scheppern verwandelte, konnte die Band ja auch nichts. Trotz einiger Unzulänglichkeiten ein intensives Konzert.

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Mastodon quatschen nicht, die rocken derbe
Anscheinend unter dem Motto \"rocken, nicht quatschen\" legten die Prog-Metaller Mastodon in der Essigfabrik los: 23 Titel in 100 schwer rockenden Minuten brachten die Amerikaner unters Volk - und kein Wort außer Gesang.
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