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Starkes Kölner Konzert

Manu Chao - Volldampf bis zum verordneten Ende

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Manu Chao live in Deutschland, vier Konzerte, das erste davon im Kölner Tanzbrunnen. 8.000 Zuschauer feierten ihn und das Radio Bemba, einen mitreißenden Auftritt und ein bisschen sich selbst. Bis zum gesetzlich verordneten Ende pünktlich um 22 Uhr.

Tödliche Politik, liebenswerte Dinge, Illegalität, Armut, Abschied oder ein Loblied auf Diego Maradona - das ist es, wovon Manu Chao singt. Auf Platte meist im ruhigen Reggaerhythmus, mit Salsa- oder Rumbaelementen. Swing, etwas Flamenco und eine gute Portion gemäßigter Ska ist auch dabei. Live aber, da sind die Lieder, die Musik, die Chao unters Publikum streut, von ganz anderem Kaliber: da geht die Post ab, schneller Ska und Punkelemente bestimmen den Auftritt.

Für so etwas lieben ihn die Fans und das Radio Bemba, das Musikerkollektiv, das mit ihm auf der Bühne steht. Und für seine politische Ausrichtung als Globalisierungskritiker, Linksliberaler,  Verfechter von Freizügigkeit oder Unterstützer von Minderheiten. Bei solcher Kombination wundert es kaum, dass das erste seiner vier Konzerte in Deutschland am Montag im Kölner Tanzbrunnen mit 8.000 Zuschauern ausverkauft ist, das Publikum von einem neutralen Betrachter wohl am ehesten als "alternativ" bezeichnet werden würde. Die Stimmung im ehemaligen Bundesgartenschaugelände kann man ohne Untertreibung als gigantisch bezeichnen.

Bildergalerie: Manu Chao am 8. Juni 2015 im Kölner Tanzbrunnen

"Marihuana illegal" - scheißegal!

Tausende Hände recken sich nahezu ohne Unterlass der Bühne mit ihren Musikern entgegen. Durch das Areal weht ununterbrochen der Duft illegaler Rauchwaren. "... Marihuana illegal.", so lautet ein Textausschnitt aus "Clandestino", "scheißegal" ist dies der Menschenmasse. Zur musikalischen Dauerbefeuerung tanzt der gesamte Tanzbrunnen, unmittelbar vor der Bühne ist keineswegs weniger los als im Moshpit eines Metal- oder Punkkonzertes. Und auch die Politik hat ihren Platz, nicht nur in den Texten: Transparente mit politischen Botschaften flattern mehrfach über den Köpfen. Die Freizügigkeit, die Chao propagiert, ist spürbar; bei den Zuschauern, bei den Musikern, denen der Spaß am Auftritt vor einer solch begeisterten Menge mit breitem Grinsen deutlich ins Gesicht geschrieben steht.

Punkt 22 Uhr, nach zwei Stunden Konzert, ist es allerdings vorbei mit der Freizügigkeit: genau dann müssen Konzerte im Tanzbrunnen beendet sein, da ist Schluss mit Lustig. Keine Rolle spielt es, dass die Setlist noch so einige nicht gespielte Lieder aufweist, dass die Musiker weitermachen wollen, dass die Fans länger bleiben und mehr haben wollen. Da nützen auch keine noch so lauten Rufe nach "Zugabe, Zugabe". "We have to finish, sorry people, sorry" ruft Chao achselzuckend den 8.000 zu, verschwindet mit dem Radio Bemba. Gesetz ist Gesetz, da ist an diesem Standort das Ende eines Konzertes halt verordnet. Zwar kein schöner, weil abrupter Schluss, doch die 120 Minuten zuvor waren toll. (Foto: Helmut Löwe)

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