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Dezibelgewaltig

Manowar führen 3.500 Kämpfer in die Metalschlacht

Sie singen von Ruhm, Ehre und Tod, von klirrenden Schwertern, von Schlachtengetümmel und heroischen Recken, und das nicht gerade auf die leise Art: Manowar, die als lauteste Band der Welt gelten, zogen am Sonntagabend im Palladium zusammen mit etwa 3.500 gestählten und getreuen Fans in eine dezibelgewaltige Metalschlacht.

Von Helmut Löwe

Der Vierer um Bassist und Bandchef Joey DeMaio mischt seit Anfang der 80er Jahre im Metalzirkus mit. Und hat seitdem seinen Stil des sogenannten True Metal beständig und ohne auf neuartige Strömungen einzugehen durchgezogen. Doublebassattacken, rhythmische, sich mit lauten, filigranen und schnellen Soli abwechselnde Gitarrenklänge, ein satter Bassunterbau und hoher, melodischer, durchdringender Gesang – das war früher so und ist heute nicht anders. Wer eine vage Ahnung davon erhalten möchte, was Heavy Metal ist, wie sich Metal anhört, der ist auf einem Manowar-Konzert bestens aufgehoben.

Bildergalerie: Der Metalvierer Manowar

Denn neben der Musik erfüllen Band und Fans all jene Klischees, die der profane Musikliebhaber dem Stil zuschreibt, der oft als lautes Getöse abgetan wird: Zum Metal gehören Fans mit lange Mähnen, Kutten, versehen mit Aufnähern der Lieblingsbands, und der reichliche Konsum von Tabak und Bier. Von allem gab’s zuhauf in der alten Industriehalle in Köln–Mülheim. Und den Musikern schreibt man zu, dass sie in Leder gekleidet sind, gekonnt posieren sowie Mädels auf die Bühne holen, die obenrum blank ziehen. Ja, und genau so war's. Die Erwartungen wurden also voll erfüllt.

Fähige Musiker, treue Fans

Doch bei allem, was man an Profanem entdeckt, darf man die Qualitäten Manowars nicht außer Acht lassen: Die vier beherrschen ihr Handwerk außergewöhnlich gut. Die Stimme Eric Adams weiß zu überzeugen, wenn Gitarrist Karl Logan über die Saiten fegt, dann sitzt das, Bassist DeMaio macht auch vor Soli mit Flamenco-Gitarren-Anleihen nicht halt und Donnie Hamzik hinter den Drums lässt die Felle ordentlich knattern. Daran rütteln auch die zum Teil musikalisch opernhaft überladenen Titel mit ihren ewig gleichen Texten von Kriegern, Tod den Feinden und dem Weg in die Schlacht nicht viel.

Den Fans ist das Pathos, das Manowar bedienen, herzlich egal. Stimmkräftig werden Refrains sowie der Schlachtruf „Hail And Kill“ intoniert, im Moshpit vor der Bühne geht es drunter und drüber, sodass DeMaio das Konzert unterbricht, um auf sich einprügelnde Streithähne zu beschwichtigen. Die Fans lieben Manowar, und machen dafür auch die happigen gut 60 Euro locker, die das Ticket kostet. Hohen Anteil an der Fantreue hat unter anderem die Nähe Manowars zu ihren Anhängern: Denn welche Band sonst lässt jemanden aus dem Publikum an der Rhythmusgitarre mitrocken? Andy aus Dorsten ist an diesem Abend wohl einer der glücklichsten Metalfans der Welt, wenn er im Wiegeschrittduett mit DeMaio und Logan neben seinen Heroen beileibe nicht einmal ungeschickt auf dem Sechsaiter loslegt.

Aberwitzig laut, unglaublich sauber

Bei aller Kritik muss man vor zwei Dingen den Hut ziehen, die Manowar wie Heldentum und übertriebene Männlichkeit ebenso bieten: Lautstärke und Sound. Selten hat man im Palladium wohl ein Konzert bei solch unglaublicher Dezibelzahl erlebt. Wenn das Schlagzeug wie eine Faust in den Magen einschlägt, wenn die Bassläufe selbst den Bierbecher in der Hand vibrieren lassen – dann ist an der Geschichte mit der lautesten Band der Welt offensichtlich wirklich was dran. Und selten hat man trotz der aberwitzigen Lautstärke einen solch guten Sound erlebt, astrein und sauber knallte es aus den Lautsprechern; da hat sich der Ausflug ins Bergische Land zur Soundprobe vor der Tour offensichtlich gelohnt (koeln.de berichtete). Ein bunter, lauter und nicht langweiliger Ausflug in die Metalwelt, der sich  am Sonntag auftat.

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