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Konzert in der Arena

Madonna, langes Warten und unchristliche Freizügigkeit

Madonna, das Material Girl schlechthin, wartet bei ihrem Europatournee-Auftakt in der Lanxess-Arena mit halbnackten Nonnen, Gladiatoren und Brautstrauß auf. Und lässt sich Zeit: knapp zweieinhalb Stunden warten die Fans.

Eine Woche vor Sessionsbeginn des Kölner Karnevals beweist Madonna erneut ein Gespür für pompöse Kostüme, musikalische Höchststimmung und lässt die Massen in die Lanxess-Arena pilgern. Begleitet von Samuraikriegern, Gladiatoren und halbnackten Nonnen stellt sie ihr 13. Studioalbum „Rebel Heart" live vor. Nicht nur das: Für den Auftakt ihrer Europatour hat sich Madonna die Domstadt.ausgesucht - zweimal.

Vor der Arena stehen sich die Fans der 57-Jährigen Popikone die tanzwilligen Beine in den Bauch. Und in der Halle selbst harren die 18.000 Besucher lange und ungeduldig auf ihren Stühlen und Beinen aus. Die Queen of Pop lässt auf sich warten, dem Publikum bleibt zunächst keine andere Wahl, als den plakativen Vorhang, der die Bühne im Verborgenen lässt, anzustarren. Dort wird ihnen bereits angedeutet, was sie erwartet: Madonna bewaffnet mit einem Schwert im Dekolleté und einer Krone auf den Haupt. Selbst lautes Pfeifen lockt die Größe des Pops nicht hervor. Das ist gut für den Bierabsatz, schlecht für die Stimmung.

Bildergalerie: Madonna auf Rebel-Heart-Tour in der Kölner Arena

Madonna schwebt im Käfig auf die Bühne

Dann, es ist inzwischen fast 22:30 Uhr, ist der Zorn des Wartens mit wummernden Bässen hinweggeweht. Auf dem überdimensionalen Bildschirm, der über die Bühne wacht, erscheint Mike Tyson. 30 Jahre Musikgeschichte namens Madonna werden in einem Käfig auf die Bühne herabgelassen. Tänzer in Gladiatorenkostümen bewegen sich rhythmisch über die Bühne während Madonna „Iconic" singt. Die Choreografie ist beeindruckend und bereitet Gänsehaut.

Der Innenraum ist durch einen langen Steg getrennt, welcher einem Kreuz nachempfunden ist, dessen Ende ein Herz bildet. Das Design des Catwalks drückt die Stimmung des Abends aus: Madonna wird an diesem Abend zielsicher ins Herz der Fans treffen. Ihrer Kreativität lässt sie freien Lauf. Nachdem Samuraitänzer samt ihrer akrobatischen Künste über eine Hebebühne im Boden verschwinden, greift sie ohne reizende Tanzeinlagen zur E-Gitarre und verwandelt den Song „Burning Up" in eine Rocknummer.

Unchristliche Freizügigkeit

Es folgt ein Medley aus „Holy Water" und „Vogue", dessen Inszenierung dem Papst wahrscheinlich missfallen würde: Spärlich bekleidete Nonnen räkeln sich, fast wie Gott sie schuf, an Pole-Dance-Stangen, welche Kruzifixen nachempfunden sind. Bei dieser unchristlichen Freizügigkeit bleibt es nicht. Madonna nimmt den Song „Devil Pray" zum Anlass, das Letzte Abendmahl mit einer tänzerischen Orgie auf dem Tisch zu inszenieren.

Das staunende Publikum wird von Madonna mit viel Körperbeherrschung durch das Konzert geführt. Sie hat ihre männlichen und weiblichen Tänzer wortwörtlich im Griff. Passend zu „Heartbreak City" jagt sie einen Tänzer eine Wendeltreppe hinauf, schubst ihn anschließend in die Tiefe. Stierkampf gibt es auch: Madonna als Torero auf der Bühne, Tänzer mit aufgesetzten Hörnern tanzen um sie herum. Und dann verliert der tanzende Stier seine Männlichkeit, Madonna entreißt ihm seine Hörner. Publikumsnähe kommt ebenso nicht zu kurz: Die Popheldin stößt mit einem Fan aus den ersten Reihen mit Tequila an.

Brautschau mit dem "Material Girl"

Zu „Material Girl" läuft Madonna als Braut über den Catwalk, fragt das Publikum: "Who wants to marry me?" Für die Antwort wirft sie ihren Brautstrauß ins Publikum und lässt das Schicksal entscheiden. Dieses trifft zielsicher - Kevin ist der Auserwählte. Amourös angehaucht singt sie den französischen Klassiker „La Vie En Rose". Mit zarten Fingern streicht Madonna über die Saiten der Ukulele - das erzeugt Kneipen-Romantik und ist zugleich wunderschön.

Zu "Unapologetic Bitch" krallt sich Madonna einen Zuschauer, holt ihn auf die Bühne. Alexander ähnelt einem frisch geschlüpften Model und darf zur Musik sein Shirt ausziehen. Nach zwei Stunden leuchtet zwar ein kollegiales "Bye Bitches" über den Bildschirm, doch ganz vorbei ist es noch nicht. Einen "Holiday" hat Madonna noch parat. Und sie weiß, wie man Fans begeistert: am besten eingewickelt in eine Deutschlandflagge. (Fotos: Wolfgang Heisel)

 

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