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Live und laut

Lemmy und Motörhead, die Unverwüstlichen

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Sie sind rauh, sie sind laut - und sie sind unverwüstlich: Motörhead. Trotz gesundheitlicher Probleme zieht es Frontmann Lemmy und seine Kumpels zum Rocken auf die Bühne. Auch nach Düsseldorf, wo 6.000 Fans die Band feiern.

Müde sieht er aus, das Gesicht wirkt eingefallen, die Augen gucken trübe. Doch sein gesundheitlicher Zustand, der in den vergangenen zwei Jahren arg litt, hindert Ian Fraser Kilmister, kurz Lemmy genannt, nicht daran, zusammen mit Motörhead in Düsseldorf ordentlich Gas zu geben. Nachdem wegen Krankheit Lemmys die Wintertour im Jahre 2013 ausfiel, gehen er und seine beiden Kumpels Phil Campbell an der Gitarre und Mikkey Dee am Schlagzeug die Konzertreise erneut an. Und die gut 6.000 Fans in der Landeshauptstadt NRWs danken es ihnen, feiern "ihren" Lemmy, "ihre" lebende Rocklegende Motörhead.

Mit ordentlich Schmackes startet das laute Triumvirat den mit nicht mal 80 Minuten selbst für Motörheadverhältnisse eher kurzen Auftritt. "Shoot you in the Back", "Damage Case" - das wird selten gespielt, geht ab wie ein Formel-Eins-Wagen. Allerdings wird schnell deutlich, dass Lemmys eher bescheidene Stimme diesen Abend nicht so ganz auf der Höhe ist: irgendwie heiserer als sonst hört sich sein Gesang an, es scheint, als hätte der 68-Jährige Mühe, sich durch die Songs zu kämpfem. Aber egal, wer fragt schon bei infernalischem Motörheadlärm - und es ist wirklich ziemlich laut - schon nach glasklarem Gesang, den wollen echte Rock'n'Roller sowieso nicht haben.

Humor und Rock'n'Roll muss sein

Der Bass, den Lemmy auf so unnachahmliche Weise spielt, wummert wie eh und je - auch wenn das prägende Bassintro von "Ace of Spades" nicht sitzt. Und seinen Humor hat der Frontmann auch nicht verloren: "ha, made it", rutscht es ihm grinsend nach "Do you believe" vom jüngsten Album "Aftershock" heraus. Seine beiden Kumpels haben nichts von ihrer Bühnenpräsenz verloren: Phil tigert hin und her über die Bühne, schüttelt Gitarrenriffs und bluesige Soli aus dem Ärmel. Und Mikkey arbeitet wie ein vielarmiges Tier an seinem Schlagzeug; er reißt mit unglaublicher Wucht die gesamte Halle mit.

Zum Ende hin ist es egal, ob Lemmy in Topform ist oder nicht: Der Auftritt, den Motörhead abliefern, wird zwar nicht in die Geschichte großer Konzerte eingehen, doch man ist einfach baff, dass den alten Haudegen, der Heiligabend 69 wird, einfach nichts aus der Bahn zu werfen scheint. "Dont't forget us - we're Motörhead and we play Rock'n'Roll", sagt er zum Schluss - nein, Lemmy, wir werden dich und deine Band wirklich nicht vergessen. Dafür sind Motörhead einfach zu außergewöhnlich, unverwüstlich und einflussreich in der Welt der Musik, die so viel Austauschbares produziert. (Foto: Helmut Löwe)

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