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Live im Palladium

Fall Out Boy koalieren mit Generation Smartphone

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Ein ausverkauftes Palladium kreischte sich schier um den Verstand: aberhunderte junger Mädchen feierten die Powerpoppunkalternativeband Fall Out Boy, die in Köln ihr einziges Deutschlandkonzert gab.

Für die einen ist es ein Rockkonzert, für die anderen eine Art Oberstufen- oder Erstsemesterparty: Ein Auftritt von Fall Out Boy, US-Amerikanische Alternative-Powerpoppunk-Hardrock-Country-Truppe, die jüngere Musikfans in Scharen in die Konzerthallen locken. Nicht anders im ausverkauften Kölner Palladium, wo das Quartett aus Chicago am Freitagabend den einzigen Deutschlandstopp ihrer Tournee einlegte. Ein Heer 15- bis 20-jähriger Mädchen, die meisten begleitet von ihren kaum älteren Freunden, jubelte, kreischte frenetisch und feierte Sänger Patrick Stump, Bassist Pete Wentz, Gitarrist Joe Trohman und Drummer Andy Hurley anderthalb Stunden ohne Pause.

Irgendwie kam man sich in der johlenden Menge beinahe so vor, als wäre man auf eine aufwändig abgemischte Liveplatte geraten: so, wie auf dieser zu Beginn und zu Ende eines fast jeden Songs die kreischende Fanschar zu hören ist, die jedesmal in den Vordergrund gemischt wird, war es auch im Palladium. Aber live, ohne Netz und doppelten Boden. Kaum dass das erste Gitarrenriff, der erste Basslauf ertönte, setzten lautstarke Begeisterungsstürme im Publikum ein, die fast alles übertönten. Kein Wunder, dass bei einer solchen Hingabe der Fans an ihre Band bei den Zuschauern ebenso jede Textzeile saß, fehlerfrei mitgesungen wurde.

Smartphonelämpchen statt Scheinwerferbatterien

Dass Fall Out Boy nur schwerlich in ein einziges Musikgenre eingeordnet werden können, wurde einmal mehr allzu deutlich: melodischer Hardcore reihte sich an chartkompatiblen Highschoolpunk, der wiederum den stampfenden Hardrocker ablöste, bevor die countrylastige Schmuseballade einsetzte. Warum auch sollte es live anders sein, als auf Platte: Auf "Folie à Deux“ mischten Elvis Costello, Debbie Harry sowie Lil Wayne oder Pharrell Williams mit, auf "Save Rock And Roll" - dem aktuellen Werk - Elton John, Courtney Love oder Big Sean. In diesen Reigen passte dann auch das Cover von Michael Jacksons "Beat it" wie die Faust aufs Auge, wenn man vom Gitarrensolo absah, das Trohman lange nicht so gekonnt hinbekam wie einst Gitarrengott Eddie van Halen.

Als besonderen Ansporn an die jungen Fans packte Wentz eine gigantische Lobhudelei auf die Jugend aus: die jungen Menschen, darunter alle jene, die sich in die Konzerthalle aufgemacht hätten, seien es, die die Zukunft gestalten. Sie seien es, die die Kraft hätten, die Welt zu verändern. Und zum Glück ist die junge Generation auch bestens mit Mobiltelefonen ausgestattet; denn wie sonst anders hätte es hingehauen, dass zu "Just one Yesterday" das Bühnenlicht ausging und die Lämpchen hunderter Smartphones für eine sehr außergewöhnliche Lightshow sorgten? (Foto: Helmut Löwe)

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