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Tourneestart in Köln

Emilie Autumn will in Parallelwelt entführen

Von ddp-Korrespondentin Nadine Emmerich

Berlin/Köln (ddp-nrw). Zum Leben von Emilie Autumn und ihren Fans gehört die Fantasiewelt «The Asylum» fest dazu. Auf Deutsch heißt Asylum auch Irrenanstalt. Und mit solchen Einrichtungen hat die 30-jährige US-Musikerin unschöne Erfahrungen gemacht.

Neben dem bösen «Asylum» hat sie daher die gute Parallelwelt «Asylum» erfunden: Ein Platz, an dem alle «sicher» sein sollen, die sich schon mal fremd und anders als der Rest der Welt gefühlt haben, wie die klassisch ausgebildete Geigerin im ddp-Interview sagt. Bei ihren Konzerten will sie das Publikum ins schöne «Asylum» entführen. Ab 1. Februar tourt Emilie Autumn durch Deutschland, Start ist in Köln im Gebäude 9.

Die Kalifornierin wird als durchgeknallt beschrieben - was ihr gefällt: «Das gibt mir viel Freiheit. Die Leute erwarten erst gar nicht von mir, normal zu sein. Ich kann alles machen.» Bei ihren theatralischen Shows werden sie und die Bloody Crumpets (deutsch: blutige Teekuchen), wie Autumn ihre Backgroundsängerinnen und Tänzerinnen nennt, in viktorianischen Corsagen über die Bühne jagen, von der Decke baumeln, klettern, Feuer spucken. Autumn fordert ihre Fans auf, hungrig zu kommen, denn bei ihren Konzerten regnet es Muffins. «Manche bringen Regenschirme mit», sagt die Musikerin, die schon für Kurt-Cobain-Witwe Courtney Love geigte.

"Ich will eine richtige Show erleben"

Auftritte anderer Musiker sind für Autumn langweilig. «Wenn ich zu einem Konzert gehe, will ich eine richtige Show erleben und nicht die Reproduktion einer Platte», sagt sie. «Ich mag . Ich will vor allem Leuten einen kleinen Blick in die 'Asylum'-Welt geben, das ist wichtiger als ich oder die Musik.» Wenn Autumn ihre Songs schreibt, hat sie bereits im Kopf, was sie dazu auf der Bühne anziehen und wie sie sich bewegen will. «Ich denke in ganzen Bildern, wenn ich Lieder schreibe», sagt sie.

Victoriandustrial

So viel Klamauk es in den Shows von Autumn und den Bloody Crumpets oberflächlich auch gibt - dahinter steckt bitterer Ernst. Ihre düsteren Lieder, die sie flüstert bis schreit, haben Titel wie «The Art of Suicide», «Dead is the New Alive» oder «I Want My Innocence Back». Auf dem Album «Opheliac», das am 12. Februar als Deluxe Edition mit fünf neuen Songs erscheint, vertont sie mit «Shalott» zudem die Geschichte einer Frau, die allein in einem Turm lebt und ihre Umwelt nur durch einen Spiegel sieht. Musikalisch kombiniert die 30-Jährige mit den feuerroten Haaren klassische mit elektronischer Musik, Geigen mit Synthesizern - und nennt das «Victoriandustrial».

Neben der anstehenden Tour und der Plattenveröffentlichung hat Autumn jüngst den autobiografischen Roman «The Asylum For Wayward Victorian Girls» veröffentlicht. Darin erzählt sie von ihrem Selbstmordversuch, von Selbstverstümmelungen und - in einem Mix aus Realität und Fiktion - vom Leben in der Anstalt heute und im Viktorianischen Zeitalter. Die verschiedenen Projekte sind für Autumn untrennbar verbunden, am meisten am Herzen liegt ihr aber das Buch: «Darin steht, was ich bin und was ich tue. Es stehen so viele Details und Gedanken hinter der Musik.» Wer ihre Aufzeichnungen lese, könne ihre Musik und Shows viel besser verstehen.

Manisch-Depressiv

Vor allem aber will die manisch-depressive Autumn klarstellen: «Ich bin nicht verrückt, ich bin psychisch krank, aber das ist etwas ganz anderes.» Und fügt hinzu: «Wir verstehen bis heute so viele psychische Erkrankungen nicht.» Als sie in der geschlossenen Anstalt war, sei das die schlimmste Erfahrung ihres Lebens gewesen. «Wenn du einmal eingesperrt warst, kommst du niemals wieder wirklich raus.» Mit ihrer Musik will Autumn aber nicht nur Leidensgenossinnen ansprechen. In ihrem Publikum seien viele Leute, die nur zum Spaß kämen. Trotzdem ist sich Autumn sicher: «Wir kämpfen alle mit irgendetwas, es muss nicht immer gleich Selbstmord sein.»

(Weitere Konzerte: 2. Februar, Hamburg; 8. Februar, Berlin; 10. Februar, Leipzig; 17. Februar, München; 22. Februar, Frankfurt; 23. Februar, Nürnberg; 24. Februar, Dresden; 2. März, Bochum)

Internet:
http://www.myspace.com/emilieautumn

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