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Am 27. März in Köln

Dispatch: Vom Madison Square Garden in die Live Music Hall

Im New Yorker Madison Square Garden haben sie drei Abende hintereinander vor mehr als 100.000 Fans gespielt - in Köln reicht ihnen am 27. März die Live Music Hall: Dispatch, die erfolgreichste unbekannte Band der Welt.

Von Nadine Emmerich

Köln/Berlin (dapd-nrw). Wer den New Yorker Madison Square Garden drei Abende hintereinander ausverkauft und dabei auf mehr als 100.000 Fans blickt, gilt in der Musikbranche eigentlich als so was wie ein Superstar. Dispatch sind nicht das, was der Volksmund Superstars nennt, aber ein Phänomen: Die Independentband aus Boston lockt Fanmassen an, von denen andere Akteure der Branche kaum zu träumen wagen - ohne Label, ohne große Werbung, dafür gepaart mit viel sozialem Engagement. Die 2007 mit den Madison-Square-Garden-Shows erspielten zwei Millionen US-Dollar steckten sie komplett in Entwicklungshilfeprojekte ihrer eigenen Stiftungen in Simbabwe.

Jetzt gehen Chad Urmston, Pete Francis Heimbold und Brad Corrigan das erste Mal in der Geschichte der Band auf Europatour. Start ist am Dienstag (20. März) im schottischen Glasgow, in Deutschland steht das Trio am 26. in Berlin und einen Tag später in Köln auf der Bühne. Beide Shows waren sofort ausverkauft, wurden in größere Hallen verlegt und verkauften wieder aus. Vor Hunderttausenden werden Dispatch hierzulande zwar nicht spielen, aber das ist Chad Urmston auch ganz recht: "Es ist Furcht einflößend. Es ist, wie vor einem Dinosaurier zu spielen", sagt er im dapd-Interview.

Nach Europa wollte die Band schon immer, dann kam die Auszeit dazwischen. Seit 2011 machen sie wieder zusammen Musik - und setzen nun die alten Pläne um. "Es ist aufregend für uns, zusammen neue Sachen zu machen, als Freunde und als Musiker", sagt Urmston. Neue Songs haben Dispatch, die sich musikalisch nur schwer kategorisieren lassen und einen Mix aus Akustik, Rock, Reggae und Folk machen, auch im Gepäck: Ihre EP "Dispatch", die es in den USA in die Billboard-Charts schaffte, erscheint am 23. März beim deutschen Label Uncle M, voraussichtlich im August folgt das Album "Circles Around The Sun", das erste seit "Who Are We Living For" im Jahr 2002.

Für das Album haben Dispatch, bekannt auch als Jam-Band, Gäste und Freunde geladen, die etwa Orgel oder Flöte spielen, dazu gibt es "Trommeln auf Mülleimern", Einflüsse von HipHop und Ska. Für die Aufnahme verbrachten die Musiker ein paar Wochen eine gute Zeit auf dem Land. Die traute Eintracht ist nämlich auch wieder hergestellt. Als sich die Wege der Band vor rund zehn Jahren trennten, geschah dies auch, weil sich drei gleichberechtigte Sänger und Songwriter eben nicht immer einig in Fragen des musikalischen Stils sind.

"In der Vergangenheit standen uns unsere Egos im Weg. Jetzt sind wir älter und haben mehr Wertschätzung für den Anderen", sagt Chad Urmston. "Jeder war jetzt offener und bereit, wohin auch immer zu gehen." Zudem hatten sich in der Zwischenzeit alle auch in anderen Bands oder Soloprojekten ausgetobt, Chad Urmston etwa als Sänger von State Radio, einer Band mit sehr politischen Aussagen.

Mit der Trennung kam der ganz große Erfolg

Mit dem Ende wurden Dispatch damals dann plötzlich richtig groß. Was 2004 als letztes Konzert gedacht war, knackte überraschend die 100.000-Besucher-Marke. Schon seit der Gründung 1995 als College-Band in Vermont hatte das Trio mit der konventionellen Musikindustrie nichts am Hut. Der richtige Instinkt zur rechten Zeit reichte: Filesharing und Dienste wie Napster tauchten auf, Studenten tauschten die Dispatch-Songs quer durch die Staaten - und die Band begrüßte dies anstatt es wie alle anderen zu verdammen.

Als die erste Plattenfirma anklopfte, war der Band längst klar, dass sie keine brauchte. Dank neuer digitaler Möglichkeiten konnten sie ihre ganz eigene Karriere machen, ohne Befehle "aus einem Wolkenkratzer" zu empfangen, wie der 36-jährige Sänger sagt. "Wir sind so groß wie uns die Fans gemacht haben." Jungen Bands rät er übrigens: Schnell ein paar Songs für die Visitenkarte aufnehmen, ein paar kleine Videos für YouTube drehen und dann raus, so viel wie möglich live spielen - "auf Schulabschlussfeiern, Geburtstagen, Weihnachtspartys, in Kellern und Schlafsälen".

Eigentlich weiß man bei Dispatch aber fast gar nicht, ob man sie mehr mit Musik oder mehr mit sozialem Engagement in Verbindung bringen soll. Chad Urmston ging als 18-Jähriger nach Simbabwe und wurde geprägt von dem, was er dort sah und erlebte - Armut, Cholera, das Regime von Diktator Robert Mugabe. "Es ist so schmerzhaft", sagt er. Auch wenn sie das Blatt nicht wenden können, sind Dispatch froh über die kleinen Dinge, die sie für das Land erreichten.

2013 wieder in Deutschland

Wenn er noch mal zwei Millionen Dollar erspielen würde wie 2007 für Simbabwe, würde der Vater einer kleinen Tochter das Geld in heimische Bildungsprogramme stecken - aktuell das Hauptanliegen der Band und ihrer Kampagne "Amplifying Education". Es wurmt Chad Urmston gewaltig, dass in einem so entwickelten Land wie den USA so viele nicht ausgebildete junge Menschen leben.

Wer Dispatch an den beiden ausverkauften Terminen verpasst: Die Band plant auch 2013 Auftritte in Deutschland. Und in den USA ist Chad Urmston mit viel Glück auch an ungewöhnlichen Orten anzutreffen: als blinder Passagier in geschlossenen Güterzügen. Zusammen mit seinem Bruder besteigt er Züge, von denen sie nicht wissen, wohin diese sie bringen werden. Manchmal sind sie wochenlang unterwegs, einmal sogar von Massachusetts bis nach Kalifornien. "Wie Landstreicher", sagt er. Und nennt das flüchtig vorbei rollende Amerika, das er fasziniert aus dem Güterzug beobachtet, "eine Art Unterwelt" mit vielen Obdachlosen und die Schule schwänzenden Kindern.

Diese Eindrücke finden sich dann auch in der Musik wieder. Gerade war der Sänger auf Tour mit seinem Soloprojekt Chadwick Stokes und sagt: "Die Zugtrips haben mich für die meisten Songs inspiriert."

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