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Interview mit Flozze und Pensen

Das Pack hat Dampf und gleichzeitig "asoziale Freiheit"

Flozze und Pensen, besser bekannt als "Das Pack", beendeten im Yard Club in Köln mit einen furiosen Konzert ihre Tour quer durch die Republik. Vor dem Auftritt unterhielt sich koeln.de-Redakteur Helmut Löwe mit den beiden gut gelaunten Musikern. Im Interview plauderten die Hamburger über spaßige Auftritte, Ausdruckstänze, Weltschmerz und lauten Brettrock.

Wie lief eure Tournee?

Pensen: Sehr schön. Dies ist ja unsere erste „Headliner-Tour“. Nach verschiedenen Auftritten als Support wird die Band jetzt flügge und wir fühlen uns erwachsen. Das ist selbstverständlich spannend für uns, da wir nicht mehr unter dem Schutzmantel befreundeter Bands spielen, sondern die Leute wegen uns kommen müssen.

Flozze: Das ist so, als wenn man das erste Mal ohne der Mutter Hand zur Schule geht: man kann es, aber es ist sehr aufregend. Es gab glücklicherweise keine desaströsen Besucherzahlen, unser Schnitt lag immer über 100, was für eine Band, von der man nichts im Radio hört, kaum in der Zeitung liest, gar nicht mal so schlecht ist.

Was macht ihr im Anschluss an eure Tour?

Pensen: Jetzt machen wir erstmal Pause. Wir fahren nach La Palma, zuerst ich, dann Flozze. Einen Tag überschneiden sich unsere Ferien und an dem Abend geben wir ein Konzert in El Paso. Ab April fangen wir wieder mit Proben an und denken uns neue Sachen aus. Ab Mai sind wir dann vermehrt auf Festivals unterwegs und im Oktober geht’s erneut auf Tour.

Im Gästebuch auf Eurer Website gibt’s auf die Konzerte einhellig positive Resonanz…

Pensen: Das ist ein Segen. Ich glaube, dass die Leute mögen, dass wir die Leute mögen. Wir reden viel mit dem Publikum, das Publikum gestaltet selber mit. In Frankfurt gab’s von den Fans zum Beispiel Ausdruckstänze, die ich noch nie im Leben gesehen habe. Das Konzert hat eine richtige Eigendynamik entwickelt. Unsere Auftritte sind ein Gemeinschaftserlebnis, und das mögen die Fans gerne. Wenn man auf der Bühne das macht, was tief aus einem herauskommt – das honorieren die Fans.

Flozze, im Online-Tourtagebuch schreibst du von einer „Spaßband“…

Flozze: Wir sind eine Band, die Spaß macht und Spaß hat. Aber wir sind kein Bespaßungskommando.

Pensen: Mit Comedy hat das, was wir machen, rein gar nichts zu tun.

Flozze: Was man macht, muss man auskosten, so dolle, wie es geht. Ob man jemand einen schönen Abend verschaffen, ihm eine Leichtigkeit mitgeben will, oder ob man ein Lied spielt, was leise und hintersinnig ist – beides muss doll im Sinne von kompromisslos sein.

Pensen: Die Red Hot Chili Peppers sind ein gutes Beispiel dafür: Zu der Zeit, als die Musiker mit Socken über dem Pimmel zu irgendwelchen Verleihungen gingen, veröffentlichten sie „Under The Bridge“ – ein sehr ernstes Lied. Trotz eines solchen Gegensatzes sind sie absolut glaubwürdig geblieben.

Eure Website heißt guterporno.de, genau so eure Myspace-Seite. Weshalb?

Pensen: Eine Zeitlang habe ich aus Spaß Domains gesichert, unter anderem perversescheisse.de, vieltrinken.de oder gutklar.com. Und guterporno.de war die Domain, die bei Freunden am meisten eingeschlug. Weil Websites mit „Das Pack“ schon weg waren, haben wir guterporno.de genommen – das hat aber nichts mit Porno zu tun.

Warum "Das Pack" als Bandname?

Pensen: Wir wollten etwas, was Dampf hat und gleichzeitig eine Art „asoziale Freiheit“ gewährt. Wir hätten uns auch gut „Die Räuberbande“ oder „Die Vögel“ nennen können. Wir waren eigentlich schon immer Rabauken, Letzte-Reihe-Sitzer. Wir hatten beide früher geschmacklose Klamotten an, aber mit Konsequenz. Und da hat „Das Pack“ gut gepasst.

Wie lange gibt es "Das Pack" bereits?

Pensen: 2006 haben wir uns in Hamburg getroffen und überlegt, etwas zusammen zu machen. Flozze ist eigentlich Bassist, mit Studium und allem, ich bin Gitarrist und irgendwann haben wir uns als Trio mit Schlagzeuger zusammengefunden. Mit den Schlagzeugern hatten wir jedoch immer Probleme, weil diese unsere Vision nicht begriffen haben.

Und eure Vision ist?

Pensen: Mit voller Wucht seinen Traum und seine Passion zum Beruf zu machen, vor Menschen zu spielen und diese glücklich zu machen. Ob das 10 oder 100.000 sind, ist egal. Um so etwas mit jemandem durchzuziehen, muss man sich auf so Einiges einlassen.

Flozze: Das Pack war gefühlt eh immer wie Zwei plus Eins. Zwischen Pensen und mir entwickelte sich während der Zeit eine Art Band, quasi wie „wir gegen den Rest der Welt“.

Pensen: Dann stellte sich die Frage, wie wir zu zweit laute Rockmusik machen könnten. Und da Flozze, im Gegensatz zu mir, etwas Schlagzeug spielen konnte, hieß es: „Los, Schlagzeug lernen“. Ich besaß eine Gitarre, auf der ich dank Signaltrennung und zweier Ausgänge gleichzeitig Gitarre und Bass spielen konnte. Und so ward aus der Not ein neues Konzept geboren, mit uns zwei vorne an der Bühne.

Seid ihr mit Eurem Debütalbum zufrieden? Ist es das, was ihr euch als Musiker vorstellt?

Pensen: Ja, denn für uns ist das Debüt der Superknaller. Und noch einmal, ja, denn es ist auch für uns ein Debüt an den Instrumenten. Das war sehr aufregend und schweißtreibend, aber wir ham’s gewuppt gekriegt. Und siehe da, wir geben Interviews – wer hätte das gedacht. (lacht)

Wie lange habt ihr an eurem Album gearbeitet?

Flozze: Auf der Platte gibt’s Lieder, deren Entstehung sich über einen Zeitraum von drei Jahren erstreckte. Im Studio waren wir Anfang 2009 - in Berlin.

Pensen: Bis wir das Album letztendlich in den Händen hielten, hat es noch einmal ein halbes Jahr gedauert. Schließlich soll eine Scheibe eine „richtig gute Musikeinheit“ werden.

Ihr macht Rockmusik – mit deutschen Texten…

Flozze: Das ist eine logische Konsequenz. Wir sind beide mit der Sprache groß geworden, und ich wage zu behaupten, dass, wer als Deutscher nicht mehrere Jahre in einem englischsprachigen Land gelebt hat, es nicht auf die Reihe kriegt, einen englischen Text zu schreiben, der auch nur annähernd so gut ist, wie sein schlechtester deutscher. In Deutsch können wir viel präziser, freier und genauer das formulieren, was wir beabsichtigen. Ich finde nichts schlimmer, als deutsche Bands, die auf Englisch singen, und man hört, dass es deutsche Bands sind.

Pensen: Man fängt ja als deutsche Band im Normalfall nicht mit einer Amerika-Tour an, man tritt vor heimischem Publikum auf. Und dann haben die Leute, wenn du auf Deutsch singst, sofort einen viel direkteren Bezug zu dem, was du sagen möchtest.

Flozze: Inspiriert werden wir dabei weniger von den Bands der „Hamburger Schule“, denn vielmehr von Bands wie Fünf Sterne deluxe, Dynamite Deluxe, Eins Zwo oder anderen HipHop-Künstlern. Von der Attitüde her hat uns solche Musik viel stärker gefärbt als Bands wie Tocotronic. Das Pack fühlt sich nicht als Band, die den Weltschmerz fühlt und die Welt erklären möchte.

Pensen: Aber ihn vergessen lassen machen will. Wir wollen die Leute glücklich nach Hause schicken.

Gibt’s für Euch musikalische Vorbilder aus der Rockecke?

Pensen: Wir sind beide glühende Verehrer der Beatles. Unsere Väter haben uns mit deren Musik aufgezogen.

Flozze: Es gibt erstaunlich viele Bands, die in unser beider Leben eine wichtige Rolle spielten: Die Ärzte, Nirvana, früher die Toten Hosen, die Beatsteaks, auf die wir beide extrem abfeiern.

Pensen, Du mischt bei Monsters Of Liedermaching mit. Was treibt Flozze außerhalb von "Das Pack" musikalisch?

Flozze: Ich habe gerade mit Cäthe, einer großartigen Künstlerin aus Hamburg, eine Platte aufgenommen. Darauf spiele ich Bass und Gitarre und habe einige Songs mitgeschrieben. Ansonsten wirke ich bei verschiedenen  anderen Projekten mit, probiere gerne ganz andere Musik aus, als es "Das Pack" macht. Vordergründig möchte ich jedoch mit "Das Pack" an den Start kommen und damit meine Miete bezahlen können.

Pensen: Wenn ich mit den Monsters Of Liedermaching auf Tour bin oder Songs mit diesen schreibe, freue ich mich auf Akustikgitarre und Liedermachermusik. Dann aber denke ich, wie schön ist es doch auch, lauten Brettrock zu machen. Und das wechselt sich dann immer wieder ab.

Was war für Euch das Highlight während eurer Tour?

Flozze: Als wir zusammen mit den Ohrbooten im Winter auf Tour waren, haben wir uns einen lange gehegten Traum erfüllt und waren in der Lanxess-Arena bei Paul McCartney. Da saßen wir in Bühnennähe, hatten vor lauter Schönheit Pipi in den Augen und haben uns von der Musiklegende die Lieder unserer Kindheit vorspielen lassen. Ein fantastischer Abend - wirklich der Höhepunkt des vergangenen halben Jahres.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

Das Pack online:

www.packrock.de

www.myspace.com/guterporno

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