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Thrash-Metal-Paket im Palladium

Brutale aber kurze Lärmattacke von Slayer

Von Helmut Löwe

Es gibt sie doch noch, die riesigen, mehr als mannshohen Marshall-Verstärkertürme, die die verzerrten Gitarren von Rock und Metalbands in einer unbeschreiblichen Lautstärke und mit mehreren tausend Watt aus dem Bühnenhintergrund mitten ins Publikum fegen: So gesehen am Donnerstag bei Slayer, den Thrash-Metal-Aushängeschildern, die zusammen mit Amon Amarth und Trivium dem Kölner Palladium die volle Packung der "Unholy Alliance Tour, Chapter 3" gaben.

Den Anfang machten mit einem etwa viertelstündigen Set die Metaller Harasi, die ihren Auftritt als Vorgruppe im Palladium einer Abstimmung von Lesern des Metal Hammer-Magazins verdankten. Anschließend enterten Amon Amarth die Bühne. Die Schweden kochten die bis dahin noch nicht sehr zahlreich erschienenen Fans mit schwerem Viking Metal weich. Die Mähnen sowohl der Musiker als auch der moshenden Fans kreisten nahezu ununterbrochen.

Titel wie "Guardians Of Asgaard" oder "Twilight Of The Thunder God" vom gleichnamigen neuen Album machten einmal mehr die nordischen Wurzeln der Band und deren Musik deutlich. Mit einem Hoch auf das deutsche Bier - laut Sänger und Growler Johan Hegg, der aus seinem Trinkhorn reichlich genoss, "das beste der Welt" - machten sich die Skandinavier reichlich Freunde unter den Metalheads.

Hochgeschwindigkeit aus Florida

Den schweren Death-Metal-Sound von Amon Amarth konterten die anschließend aufspielenden Trivium mit einer ordentlichen Portion Hochgeschwindigket - sowohl in den Songs selbst als auch auf der Bühne. Die reichlichen Tempiwechsel der Trivium-Titel ließen keine Ruhepause aufkommen - während man in der einen Sekunde noch ganz dem klassisch angehauchtem Heavy Metal a la Iron Maiden frönte, wurde man im nächsten Augenblick auch schon von einem wahren Hochgeschwindigkeitsriffgewitter hinweggefegt.

Ein ums andere Mal schöpften die vier Jungs aus Florida - selbst allesamt beinharte Slayer-Fans, wie Sänger und Gitarrist Matthew Heafy zugab - aus dem Vollen ihrer musikalischen Fähigkeiten. Der exzellenten Rhythmusarbeit standen die ausgefeilten und pfeilschnellen Soli in thrashigen Titeln wie "A Gunshot To The Head Of Trepidation" von der 2005er Scheibe "Ascendancy" oder einem "Into The Mouth Of Hell We March" vom brandeuen Album "Shogun" um nichts nach.

Keine Sekunde verging, in der die Protagonisten auf der Bühne stillstanden: Kaum dass man Basser Paolo Gregoletto vor dem Schlagzeug entdeckte, stand er schon wieder rechts oder links am Bühnenrand ; Heafy ließ sich ein ums andere Mal zu Ausflügen in die erste Publikumsreihe hinreißen. Es wurde geackert und geschwitzt auf Teufel komm raus - eine solche Bühnenpräsenz kam beim Publikum bestens an, zumal von qualitativ hochwertigen Speedattacken begleitet, die für Aufruhr im Moshpit sorgten. So manch einer der Fans wird wohl dem "we are Trivium - and we will return" von Heafy jetzt schon sehnsüchtig entgegenfiebern.

Musik wie ein Tornado

Ganz so hektisch ging es anschließend bei Slayer auf der Bühne nicht zu - haben die Thrash-Metal-Heroen aus den USA doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel und werden nicht jünger. Was aber keineswegs heißen soll, dass ihre Songs und ihre Musik schlapper und zahnlos werden: Nach gut 25 Jahren Bandhistorie fegen Titel wie "Chemical Warfare" von 1983, "Raining Blood" oder "South of Heaven" noch immer über die Köpfe der Zuhörer hinweg wie ein Tornado und scheinen alles mitzureißen.

Wenige Sekunden, nachdem die ersten Klänge aus den Lautsprechern dröhnten, herrschte im Moshpit vor der Bühne ein heilloses Durcheinander, das den Sicherheitskräften im Buhnengraben reichlich Arbeit verschaffte. Ständig mussten erschöpfte Fans aus der wogenden Menge gezogen werden. Das Weniger an Bewegung auf der Bühne wurde durch wildes Toben vor dieser kompensiert - wenn "Cult" oder "Death Skin Mask" in brutaler Härte über die Menge hereinbrechen, gibt es halt einfach kein Halten mehr.

Im dichten Bühnennebel, der ständig von Blitzlichtgewitter durchzuckt wurde, war Drummer Dave Lombardo kaum zu sehen - aber dafür um so besser zu hören: Stetig wie eine Singer-Nähmaschine lieferte Lombardo den rhythmischen Hintergrund für die Gitarrenattacken der Slayer-Gründer Kerry King und Jeff Hanneman.

Beinahe schon mochte man Mitleid mit den Instrumenten haben, wenn King seine sechs Saiten bearbeitete und Finger und Gitarrenhals bei den irrwitzgen Soli zu verschmelzen schienen. Einen Vorgeschmack auf das 2009 erscheinende Album gab es mit "Psychopathy Red", dessen Rifforkan durch Mark und Bein ging - man darf also gespannt sein, was aus dem Slayer-Hut gezaubert wird. Allzu schnell jedoch warfen die vier Mannen aus Kalifornien zugabenfrei das Handtuch: nach knappen 80 Minuten bretterte mit "Angel of Death" der letzte Kracher aus der Anlage.

 

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