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Steve Harris British Lion

Britischer Löwe brüllt live kräftiger als auf Platte

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Mit British Lion spielt sich Iron-Maiden-Bassist Steve Harris eher durch melodiöseren Rock denn durch Metal. Live allerdings verleihen er und Band den oft glatten Songs einen guten Tacken Härte - auch in der Live Music Hall.

Mit einem "allmächtigen Brüllen" seien British Lion, die "Nebenband" des Iron-Maiden-Bassisten Steve Harris, am 20. Februar im portugiesischen Faro in ihre Tour gestartet. So zumindest lässt es die Band selbst auf ihrer Website verlauten. Von einem solch "allmächtigen" Brüllen war auf dem Stopp von Steve Harris British Lion, so der komplette Bandname, in der Kölner Live Music Hall am Samstagabend zwar nicht unbedingt etwas zu spüren, doch immerhin von einem ziemlich lauten, von einem kräftigeren als auf der gleichnamigen Debütscheibe des Quintetts. Denn dieses wurde von vielen Musikkritikern und Metalfans als poppig-softer Profanhardrock abgetan - nicht ganz zu unrecht.

Der oft unterstellte "Weichspülcharakter" der Songs in ihrer Albumversion blieb bei dem Auftritt weitgehend auf der Strecke, denn Harris und seine Mitmusiker legten sich kräftig ins Zeug, verpassten den meisten Liedern einen heftigen Bums. Der Gesang des kahlköpfigen Sängers Richard Taylor passte, anders als oft kolportiert, durchaus zu den Titeln. Stimmlich allerdings hatte Taylor, der so manchen womöglich an den Smashing-Pumpkins-Kopf Billy Corgan erinnern mag, des öfteren seine Mühe, nicht immer wirkte er in den höheren Tonlagen sicher. Redlich aber seine Animationsversuche: Immer wieder stachelte er das Publikum, vielfach in Iron-Maiden-Kutten bekleidet, zum Mitsingen und Mitmachen auf, welches sich auch oft genug anstecken ließ. Eine große Menge hatte Taylor jedoch nicht anzufeuern - nur etwa 600 Fans füllten die Konzerthalle sehr überschaubar.

Instrumentalabteilung glänzt

Müheloser als Taylor dagegen die Instrumentalabteilung, die sich handwerklich einwandfrei und kraftvoll durch den knapp anderthalbstündigen Auftritt arbeitete. Simon Dawson am Schlagzeug erwies sich als sicherer Rhythmushintergrund. Diesen wussten die beiden Gitarristen Grahame Leslie and David Hawkins gekonnt einzurahmen, glänzten hin und wieder mit zweistimmigen Soli. Über allem lag der knackige Bass Harris, der, wie auch bei Iron Maiden nicht anders, dem Viersaiter deutlich mehr klangliche Bedeutung einräumte, als sonst einem Bassisten zuteil wird. Wer sein Instrument halt besonders gut beherrscht, kann dies ja auch zeigen, respektive hören lassen.

Vier neue, nicht auf Platte vertretene Songs, woben British Lion ins Konzert ein, von denen sich vor allem "The Burning" mit einem ziemlich einprägsamen Gitarrenlauf eine gute Note verdiente. Und gegenüber einem eher uninspiriert wirkendem "Guineas and Crowns" klar vorne lag. Wer sich, so wie es vermutlich so mancher getan hatte, auf den ein oder anderen Titel von Iron Maiden freute, wurde enttäuscht: Fremdmaterial gab es zwar zu hören, doch kam dies von UFO: "Let it roll" aus dem Jahre 1975 reihte sich qualitativ fast nahtlos in die Songtitel British Lions von 2012 ein; und machte deutlich, dass gute Lieder auch trotz 35 Jahre Alter ziemlich neu klingen können.

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