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Interview vor Tourstart

BAP-Chef Niedecken: "Ich bin fitter als vorher"

Die deutsche Rockband BAP wollte auf Tour gehen, dann kam der Schock: Frontmann Wolfgang Niedecken ("Verdamp lang her") erlitt im November 2011 einen Schlaganfall. Die Tournee fiel aus. Jetzt hat sich der 61-Jährige zurück gekämpft und steht in wenigen Tagen wieder auf der Bühne.

Der Auftakt der verschobenen Tour ist am Donnerstag (3. Mai) im niedersächsischen Worpswede. In Köln treten BAP am 6. und 7. Mai im Palladium auf. Mit Wolfgang Niedecken sprach dapd-Korrespondent Fabian Wahl über Tourstress, sein nächstes Buch und seinen Bart.

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dapd: Ihre verschobene Tour wird nun nachgeholt. Fit genug?

Niedecken: Ich bin total fit. Nach dem Schlaganfall scharre ich natürlich mehr als sonst in den Startlöchern. Endlich holen wir die Tour nach und ich mache wieder das, was ich auch soll.

dapd: Nach ihrer Krankheit schauen mehr Leute auf Sie. Sind Sie wegen der Konzerte nervös?

Niedecken: Ich werde schon nervöser sein als sonst - nach all dem, was passiert ist. Man weiß ja nicht, wie emotional das gerät. Es wird schon bewegend sein. Die Leute wissen ja nicht wirklich, wie ich drauf bin. Die Spannung wird sich erst im Laufe des Konzerts lösen, sobald die ersten Songs gespielt sind.

dapd: Wie haben Sie sich auf die Tour vorbereitet?

Niedecken: Nach dem Schlaganfall haben mir teilweise die Worte gefehlt, teilweise hatte ich Lähmungserscheinungen. Im letzten halben Jahr habe ich auch Reha gehabt. Nach zwei Wochen konnten wir aber wieder planen.

dapd: Das Plektrum konnten Sie nicht mehr halten. Wie haben Sie das wieder gelernt?

Niedecken: Als ich anfangs im Krankenhausbett lag, mit all den Kabeln und Schläuchen, habe ich die rechte Hand zunächst gar nicht selber hochgehoben bekommen. Dann habe ich viele Übungen gemacht. Nach zwei Tagen habe ich wieder etwas gefühlt. Anschließend haben sie mir schnell die Gitarre gegeben, um zu checken, was ich noch kann. Es lief alles fantastisch. Zwei, drei Mal habe ich noch das Plektrum verloren, bis es wieder so war, wie es sein sollte.

dapd: Hat der Schlaganfall keine Spuren hinterlassen?

Niedecken: Ich bin fitter als vorher. Schließlich habe ich ein halbes Jahr total aufmerksam gelebt. Ich treibe jeden Morgen wieder Sport. Im letzten Jahr habe ich das nicht gemacht. Das war mein Fehler. Deshalb habe ich auch den Husten bekommen, der letztendlich zum Schlaganfall geführt hat.

dapd: Welchen Sport machen Sie?

Niedecken: Seit ich entlassen wurde, bin ich jeden Morgen eine Stunde auf dem Heimtrainer und gucke mir dabei sämtliche Videos an. In Hotels bin ich im Fitnessraum. Diese Etage habe ich vorher eigentlich nie gesehen. Heute lasse ich sogar alkoholfreies Bier sein. Ich achte überhaupt sehr viel auf ordentliche Ernährung.

dapd: Ihre Tour ist ambitioniert. 15 Konzerte in drei Wochen. Ist das nicht zu viel?

Niedecken: Wir haben sonst immer an fünf Tagen hintereinander gespielt. Jetzt machen wir nach zwei Konzerten immer einen Tag Pause.

dapd: Haben Sie zur Sicherheit einen Arzt dabei?

Niedecken: Nein. Aber wenn es Anzeichen gibt, sage ich: Es ist Schluss. Ich bin sehr vorsichtig geworden. Bei den ersten vier Auftritten ist für alle Fälle meine Frau dabei. Mein ganzes System funktioniert wunderbar.

dapd: Was bedeutet die Tour für Sie?

Niedecken: Es ist der letzte Schritt in die Normalität. Ich konnte in Köln zuletzt nicht mehr so leben wie vorher. Überall standen Fotografen. Ich möchte wieder ganz normal leben. Und nicht hinter einer Promi-Hecke.

dapd: Spielt Ihr Schlaganfall auf der Tour eine unmittelbare Rolle?

Niedecken: Ich werde es schon ansprechen. Das machen wir aber spontan. Zudem haben wir einige Songs mit dazu genommen. Viele erscheinen nun in einem anderen Licht. Wenn du einen Song spielst wie "Halb so wild", dann wird es jetzt mit einem anderen Blick gesehen.

dapd: Werden Sie Ihre Erfahrung in einem Lied oder Buch aufarbeiten?

Niedecken: Die Fortsetzung meiner Autobiografie haben wir schon vor meinem Schlaganfall geplant. So viele Geschichten sind noch nicht erzählt. Da fließt natürlich auch etwas über meine Krankheit ein. Irgendwie wird sich die Erfahrung auch in Liedertexten niederschlagen. Ich werde aber nicht den Schlaganfall-Song schreiben. Ich habe keine Rock-Operette über einen Schlaganfall vor. Das wäre ja grauenhaft.

dapd: Nerven Sie eigentlich die ganzen Fragen zu Ihrem Schlaganfall?

Niedecken: Ich möchte daraus lediglich keinen Promotion-Stunt machen. In meinem Kopf sitzt der Advocatus Diaboli. Deshalb versuche ich, diesbezüglich den Ball so flach wie möglich zu halten. Ich will die Leute nur informieren und beruhigen.

dapd: Sie haben sich einen Bart wachsen lassen. Ein Zufall?

Niedecken: Als ich anfangs nicht mal ein Plektrum halten konnte, hätte ich mich massakriert, wenn ich mich rasiert hätte. Deshalb habe ich alles stehen lassen. Dann habe ich mir ein Bartschneidegerät und einen neuen Spiegel gekauft. Mittlerweile findet meine Frau den Bart sogar gut.

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