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Zwei Tage, 44 Bands

Amphi: Schwarze Szene traf sich am Tanzbrunnen

Am Wochenende traf sich die Schwarze Szene zum Amphi-Festival im Kölner Tanzbrunnen. Nach einem verregneten Start am Samstag lief das Amphi am Sonntag für die Gothics, Gruftis und Electrofans bei bestem Festivalwetter.

Back to the roots: Nach einem Abstecher in die Lanxess-Arena im Jahr 2015 kehrte das Amphi-Festvial 2016 zu seinem Kölner Urspung im Tanzbrunnen zurück. Neues auch in Sachen Bühnen: Statt des Staatenhauses wartete die Orbitstage auf der MS Rheinenergie auf die Besucher. Auf drei Bühnen, eine davon bot das KD-Schiff "Rheinenergie", traten angesagte Bands und Künstler der Szene auf.

Der erste Festivalmorgen nach einer durchfeierten Nacht auf der Eröffnungsparty auf der MS Rheinenergie begrüßte die Schwarze Szene mit grauem Himmel, viel Regen und schier unerträglicher Luftfeuchtigkeit. Trotzdem war es zu den Openern [X]-RX erstaunlich voll vor der Mainstage, der Open-Air-Bühne des Tanzbrunnens. Das mochte wohl dem Heimvorteil der rheinischen Techno-Formation zu danken sein.

Bildergalerie: Besucher am Samstag

Zwischen den Auftritten der Bands sortierte sich das Publikum stets neu, wechselte ins Theater oder begab sich auf den Fußweg zum Schiff. Da so für alle Bühnenwechsel das Areal gewechselt werden musste, folgten - sehr zum Frust vieler Besucher - immer wiederkehrende Einlasskontrollen. Vor allem die lange Schlange am Theater war vielen ein Dorn im Auge. Für viele hieß es bei Aestethic Perfection oder Neuroticfish schlicht: draußen bleiben.

Die unterschiedliche Gastronomie zwischen Tanzbrunnen und Schiff erfordert es, dass Getränke aus dem Tanzbrunnen nicht mit auf die MS Rheinenergie mitgenommen werden durften und anders herum. Verduruss darüber bei so manchem Gothic, Romantic und Steampunk, welche sich ja schließlich auf ein und demselben Festival befanden.

Bildergalerie: Amphi-Festival 2016; Bands am Samstag

Flammen, Opernklänge und Pokémon Go

Auf der Mainstage kamen die Zuschauer mit Megaherz, Stahlzeit und Mono Inc. auf ihre Kosten. Die Rammstein-Tributeband Stahlzeit sparte, wie ihre Vorbilder auch, nicht an großen Pyroeffekten, während sich Mono Inc. voll und ganz darauf verstanden, das Publikum um den Finger zu wickeln. Tarja Turunen feierte Amphipremiere: die Begeisterung für die Sängerin mit dem sich immer höher schraubenden Sopran hielt sich dagegen in Grenzen. Zu hoch und schrill war die Opernstimme der ehemaligen Nightwish-Sängerin für viele; dies konnten Tarja auch mit ausgiebigem Headbangen nicht wettmachen. Blutengel als Headliner des Abends präsentierten eine zwar nicht immer jugendfreie Show, die leicht bekleideten Tänzerinnen als fester Bestandteil boten jedoch einen optisch besonderen Ausklang.

Bildergalerie: Besucher am Sonntag

Trotz deutlich besseren Wetters begann der Sonntag eher ruhig. Mit den Auftritten von Unzucht und Solar Fake füllen sich sich die Reihen vor der Mainstage erst am frühen Nachmittag. Suicide Commando verpassten den Industrialfans eine ordentliche Packung und machten das Publikum zu einer glücklich tanzenden Menge, die mit der Musik verschmolz. Covenant und vor allem Project Pitchfork entpuppten sich als Stimmungsgranaten, welche die Zuschauer zu begeistern wussten. Der Sound allerdings wies leichte Mängel auf: unausgeglichen wirkte er - bis auf die Bässe, welche lautstark wummerten und die Händlermeile erzittern ließen.

Als neuen Zeitvertreib hat sich der derzeitige Trend "Pokémon Go" eingeschlichen. Der Inselpavillon als virtuelle Arena war an den beiden Festivaltagen hart umkämpft. Dies nötigte die Moderatoren um den Kriminalbiologen Mark Benecke vor dem Auftritt von Unzucht dazu, die Zuschauer aufzufordern, sich mehr auf das Musikgeschehen zu konzentrieren: "Schluss mit 'Pokémon Go', hier kommt die Unzucht!"

Bildergalerie: Amphi-Festival 2016, Bands am Sonnatg

Während Joachim Witt als eine Art Urgestein der Szene das Programm im Theater beendete, wirkten auf der Open-Air-Bühne die Editors. Zunächst mit deutlich gemischten Gefühlen aufgenommen - trotz viele Postpunk- und New-Wave-Elemente sind die Indierocker eben keine typische Band der Sshwarzen Szene - legten die Briten um den Bariton Tom Smith einen souveränen Auftritt hin und weckten wachsende Begeisterung.

2017 ist das Amphi-Festival am 22. und 23. Juli erneut im Tanzbrunnen. Dann sollten die Veranstalter womöglich noch einmal optimieren: Die beschränkte Kapazität der Theaterbühne mit 1.200 Plätzen und die Wegeordnung und die Zugänge zu den Bühnen bedürfen des Nachdenkens. Die Orbitstage auf dem Schiff weckte bei vielen Besuchern dagegen Begeisterung: Klimatisierung und gute Sicht auf der die Empore sowie ein Sonnendeck zur Entspannung sorgten für eine angenehme Abwechslung im Festivalalltag. (Steffie Wunderl, hl; Foto: Steffie Wunderl)

Alles zum Amphi-Festival: Infos und Bilder

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