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Zeljko wirbelt Ablauf durcheinander

Amphi Festival im Sturm

Nach dem sonnenverwöhnten Jubiläum im vergangenen Jahr wurde bei der elften Auflage des Amphi Festivals einiges anders. Zum ersten Mal versammelte sich die Schwarze Szene in diesem Jahr rund um und in der Lanxess Arena.

Zum Amphi-Special von koeln.de 

Auf drei Bühnen sollte es volles Programm geben, doch schon vor Beginn des Festivals war klar, dass Sturmtief Zeljko die Pläne durchkreuzen würde. Aufgrund der offiziellen Unwetter Warnungen wurden die Green Stage auf der Wiese vor der Arena und die Orbit Stage im Umlauf zwischen Arena und Stadthaus, gar nicht erst eröffnet. Auch die Merchandise- und Verpflegungsstände im Außenbereich der Arena mussten geschlossen bleiben. Damit reduzierte sich das Festival am ersten Tag auf eine reine Indoor-Veranstaltung.

Amphi Festival 2015 - Besucher

Es ist schon fast Ironie des Schicksals, dass das Wetter die letzte Bestätigung liefert, dass das Konzept Amphi Festival in der großen Halle durchaus Sinn macht. Wer weiß, vielleicht hätte der erste Festivaltag in der alten Location, dem Tanzbrunnen, komplett abgesagt werden müssen. So sorgte der Sturm über Köln zwar für einige bedauernswerte Ausfälle im Programm und eine leicht durchgewirbelte Running Order auf der großen Bühne, aber der Stimmung auf dem Festival merkte man das kaum an.

Manche Bands, wie die Lokalmatadoren von X-RX profitieren sogar von der spontanen Änderung in der Running Order und ergattern einen zusätzlichen Slot auf der Arena Bühne. Im Falle von X-RX beschränkte sich der Auftritt allerdings auf circa zwanzig Minuten. Kaum hatte sich das Publikum warm getanzt, hieß es auch schon wieder Platz machen für den nächsten Umbau und die Deutsch Amerikanische Freundschaft. DAF war eigentlich als Headliner für die Green Stage vorgesehen, aber auch auf der großen Bühne machte das Duo eine gute Figur.

Amphi Festival 2015 - Bands am Samstag

„Tanzt den Mussolini ... und tanz den Adolf Hitler“ sang Frontmann Gabi Degado-López. Eine gekonnte Provokation der Altmeister, insbesondere vor einem Publikum, das nur zu gerne mit militaristischer Ästhetik aus der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts spielt.  Hundert prozentig gut schien DAF beim Publikum allerdings nicht anzukommen, es war verdächtig ruhig. Ob es an der erwähnten Provokation lag, oder daran, dass die nur noch mit zwei Mann auftretende Formation doch schon zum alten Eisen gehört, bleibt ungewiss.

Während man drinnen in der Halle sowieso nichts vom Wetter mitbekommt, konnten die Veranstalter, kurz nach 21 Uhr, Entwarnung geben. Die Unwetterwarnung wurde aufgehoben und wenigstens in den späteren Abendstunden können die großen Merchandise-Zelte im Umlauf der Arena geöffnet werden. Für das Bühnenprogramm kam die Entwarnung allerdings zu spät. Es ging nur indoor weiter, wo sich langsam die Highlights des ersten Festivaltags bereit machen.

Agonoize eröffneten bombastisch. Sie brachten zu Beginn ihrer Show die Halle mit einem epischen Chor zum Beben, bevor sie dann das Feuerwerk aus harten, elektronischen Beats und den Shouts von Frontmann Chris L. zündeten. Dazu regnete es Kunstblut auf die ersten Reihen des Publikums. Das feiert ausgelassen und völlig unbeeindruckt vom Splatter-Spektakel auf der Bühne und nach einer Stunde strömen die vom Kunstblut rot gefärbten Massen durch den Umlauf der Arena zu den Getränkeständen. 

Währendessen ist es im Innenraum der Halle so leer wie seit den Morgenstunden nicht mehr. Kein Wunder, hat das Line-up doch zu später Stunde noch einen gewaltigen Stilwechsel vorgesehen. Auf die Bühne kommen Goethes Erben mit ihren eigensinnigen Frontmann Oswald. Die Musik wechselt, von harten Elektrobeats auf atmosphärischere Klänge mit Streichern und allerhand anderen Akustikinstrumenten. Dieser Wechsel ist ein schönes Beispiel für die stilistische Bandbreite des Amphi Festivals und die Tatsache, dass sich zu Beginn des Konzertes von Goethes Erben die Halle schon wieder merklich gefüllt hat, zeigt, dass das Konzept funktioniert. Statt Kunstblut gab es bei Goethes Erben Rosenblüten, die ins Publikum geworfen wurden. Mal zart, mal hart.

Hart war auch das Stichwort für die beiden letzten Bands des Abends. Front 242 und And One heizen dem Publikum noch einmal so richtig ein.

Am Sonntag lief alles wie geplant

Am Sonntag zeigte sich das Amphi von einer ganz anderen Seite. Bei strahlendem Sonnenschein öffneten die Tore zum zweiten Festivaltag, der diesmal, wie geplant, Programm auf allen Bühnen bot.

Das Unwetter vom Samstag hatte auf dem Festivalgelände, wie auch im Rest von Köln, kaum Spuren hinterlassen. Nur die Laune manches Festivalbesuchers war am Morgen noch etwas getrübt. Der Neustart des Amphi Festivals in der Lanxess Arena war doch in den Augen des ein oder anderen etwas zu holprig verlaufen. Die Veranstalter hatten sich alle Mühe gegeben das Festival, trotz Sperrung zweier Bühnen, möglichst gut weiterlaufen zu lassen. Die Absage von gut der Hälfte des Programms ließ sich aber für viele Fans kaum verschmerzen. Ohne Außengelände mochte am Samstag auch keine richtige Festivalstimmung aufkommen.

Bildergalerie: Amphi-Festival 2015 - Besucher am Sonntag

Bis zum Mittag war der Samstag aber schon wieder vergessen und die meisten Besucher des Amphi Festivals machten, was man im Sommer auf einem Festival am liebsten tut: Auf der Wiese sitzen und die Musik genießen. Die Green Stage entwickelte sich prompt zu einem Zuschauermagneten, denn die leicht abschüssige Wiese vor der Arena bot reichlich Platz und auch für sitzende Zuschauer in den hinteren Reihen gute Sicht.

Mit einem breiten Spektrum an Bands bot die Green Stage reichlich Abwechslung. Hier spielten unter anderem Qntal, mit ihrer Mischung als mittelalterlichen Liedern und modernen Elektrosounds. Ebenfalls elektronisch, aber deutlich experimenteller ging es bei Welle:Erdball zu. Mit Samsas Traum hielt dann düsterer Rock auf der Green Stage Einzug.

Bildergalerie: Amphi-Festival 2015 - Bands am Sonntag
Abwechslungsreich, von Neuer Deutscher Härte bis Future Pop, ging es auch auf der Arena Stage zu. Hier heizte am späten Nachmittag die norwegisch-amerkanische Band Combichrist dem Publikum ordentlich ein. Insgesamt zeigte sich das Amphi Festival am Sonntag von der rockigeren Seite. Am ersten Tag waren noch relativ selten Gitarren auf der Bühne zu sehen. Am Sonntag folgten auf Combichrist gleich noch zwei weitere Bands die harte, rockige Sounds im Repertoire hat. Während Oomph! sich bewusst der Einordnung in Genres zu entziehen versuchen, katapultierten The Mission aus dem Vereinigten Königreich das Amphi 2015 zurück in die Anfangsjahre des Gothic Rock. Das Publikum goutierte die rockigen Sounds in einer gut gefüllten Arena.

Die Zuschauer verteilten sich am Sonntag deutlich besser auf dem Gelände. Im Außenbereich fand das, für das Amphi Festival typische Schaulaufen der aufwendig kostümierten Fans statt, und auch die kleine Orbit Stage im Umlauf zwischen Arena und Stadthaus zog zahlreiche Zuschauer an.

Bildergalerie: Amphi-Festival 2015 - Besucher am Sonntag / 2

Zum Finale mit VNV Nation wurde es dann aber doch noch einmal brechevoll. Kurz vor Beginn der Show der Gruppe um Ronan Harris musste der Zugang zum Innenbereich und den Unterrängen wegen Überfüllung gesperrt werden. Im Grunde eines der besten Komplimente, dass man VNV Nation machen konnte und wie Ronan Harris so passend kommentierte: So sieht das also auf richtig großen Konzerten aus.

Alles zum Amphi-Festival - Bilder und Berichte

Ja, die Lanxes Arena vermittelt, vor allem den Bands, eine gewisse Stadionatmosphäre. Und bei gutem Wetter entfaltet, vor allem die Green Stage, den Flair von Festival auf der grünen Wiese, mitten in der Stadt. Ob sich die Worte des Veranstalters bewahrheiten und man es schon in diesem Jahr geschafft hat, dem neuen Veranstaltungsort „eine Seele einzuhauchen“, muss sich noch zeigen. Der Start in der Lanxess Arena war holprig, dafür können die Veranstalter wenig und während andere Festivals an diesem Wochenende komplett ins Wasser fielen, konnten die Fans des Amphi Festivals auch am Samstag feiern. (Fotos: Wolfgang Heisel; André M. Hünseler | thinkingpixels.com)

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