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Konzert in Düsseldorf

Alter Bridge - "stinknormale Typen" haben es drauf

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Heavy-Metal-Kracher, Stadionrock, balladeske Rocksongs - Alter Bridge sind in vielerlei Stilrichtungen der Rockmusik zuhause. Die laut Gitarrist Mark Tremonti "stinknormalen Typen" haben es drauf - auch beim Konzert in Düsseldorf.

Von den Klischees eines wilden Rockers ist Mark Tremonti weit entfernt. Mit Sex & Drugs hat nichts am Hut, der Gitarrist von Alter Bridge liest lieber, widmet sich seiner Familie, spielt mit seinen Kindern. Wüste Partys feiert er hinter der Bühne auch nicht, auch nicht in Düsseldorf, wo Tremonti zusammen mit Sänger Myles Kennedy, Bassist Brian Marshall und Schlagzeuger Scott Phillips vor knapp 5.000 Fans in der Mitsubishi Electric Halle einen Stopp auf ihrer „Fortress-Tour“ einlegten.

Bei so viel Normalität verwundert es nicht, dass die Flasche Jack Daniels im ordentlich-aufgeräumten Backstagebereich kaum angebrochen ist, eher wie ein Rockeralibi wirkt. „Wir sind eben ganz stinknormale Typen“, zuckt Tremonti im Gespräch mit koeln.de kurz vor dem Auftritt die Schultern. Die Vorbereitung auf den Auftritt ist bei Alter Bridge eben recht profan: Essen, ein wenig auf den Instrumenten klimpern, plaudern, rumsitzen – viel braucht es nicht, um das Quartett bühnenfit zu machen. „Mir reicht es schon, wenn ich die Fans johlen, schreien höre, wenn ich mitbekomme, wie die Stimmung und Energie in der Halle steigt und steigt“, fasst Tremonti seine Motivation für einen Auftritt zusammen, der für ihn stets mit Vollgas verbunden ist.

Vollgas vom Start weg

Und Vollgas geben er und seine drei Kumpels auch diesmal, von Anfang an, wenn der Opener „Addicted to Pain“ lautstark durch die Halle donnert. Der Song vom Album Fortress, von der Szenezeitschrift Metal Hammer nach Erscheinen zum Album der Woche erhoben, geht verdammt gut als richtig fetter Metalbrecher durch. Ideal, um das Publikum sofort unter Strom zu setzen, einen Energieschub loszulassen, weiß Tremonti. Doch von einem Dauerfeuer dieser Art sind Alter Bridge weit entfernt: Die US-Amerikaner spielen auch in Düsseldorf gekonnt die Klaviatur der härteren Musik irgendwo zwischen deftiger Ballade, Songs mit Stadionrockattitüde und metallisch angehauchten Hardrockern, die durch Mark und Bein gehen.

Kennedy, der seinen Gesang oft durch große Gesten unterstützt, ist in jeder Tonlage, in jeder Lautstärke stimmsicher, sein heller Gesang kontrastiert besonders in den harten Rocktiteln mit dem knalligen Bass und Tremontis verzerrtem Gitarrenspiel. Eine sehr gute Figur macht er, als er zur „Folk-Musik-Stunde“ einlädt: das Duett von „Watch over you“ zusammen mit Elizabeth „Lzzy“ Hale, Frontfrau der Vorband Halestorm, präsentiert sich als sehr stimmige Akustikversion, die dem Konzert kurzzeitig zu ein wenig Lagerfeuerromantik verhilft. Dass Kennedy nicht nur ein guter Sänger ist, sondern ebenso versiert an der Gitarre, wird bei seinen gekonnten Soli deutlich. Als musikalischer Leckerbissen erweisen sich diese vor allem dann, wenn er sich mit Tremonti abwechselt, sie sich gegenseitig die Bälle zuwerfen und zweistimmige Gitarrensoli durch die Halle kreischen.

Musik ohne viel Brimborium drumherum

Eine Ablenkung von der sehr guten Musik braucht es nicht, großes Bühnenbrimborium haben Alter Bridge nicht nötig. Ein paar Lichteffekte, großflächig wechselnde Farben im Bühnenhintergrund – den großen akustischen Rest besorgen fähige Musiker und fähige Tontechniker: Sauberer Klang rauscht über die Köpfe der Fans, satte Bässe lassen den Körper vibrieren. Allein der Gesang Tremontis, der bei „Water rising“ erstmals die Lead Vocals bei Alter Bridge übernimmt, will nicht so ganz zünden. Dabei hat er doch in seiner eigenen Band namens Tremonti bewiesen, dass er’s besser kann. Und er, so sagt Tremonti, mit "viel weniger Druck und Stress singen kann, als in der eigenen Band". Na, womöglich lag der Techniker diesmal etwas daneben.

Nach einer knappen eindreiviertel Stunde verabschieden sich Alter Bridge von den Fans – trotz eines oder zweier kleiner Patzer zu Recht lautstark gefeiert. 

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