"Körperwelten" beginnt in Köln
Körperwelten: Knochen, Fasern und ein bisschen Obst
Über 20 Millionen Besucher weltweit haben die umstrittene Ausstellung des Leichen-Plastinators Gunter van Hagens bereits gesehen. Nach neun Jahren gastiert sie ab dem 19. September wieder in Köln - und ist auch ohne Sex-Plastiken sehenswert.
Von Julia Schmitz
Schwarze Wände, schummriges Licht und das dumpfe Dröhnen der Außenwelt: Die Atmosphäre im Körperwelten-Dom in Köln-Kalk ist geheimnisvoll. Also genau richtig für die umstrittene Ausstellung des Plastinators Gunther von Hagens, der hier noch bis Ende Januar 2010 unter dem Motto "Eine Herzenssache" seine aufwändig präparierten Leichen präsentiert.
Die besten Bilder von der Ausstellung "Körperwelten"
Durch verschiedene Themengebiete werden die Besucher auf eine spannende Reise durch den menschlichen Körper geführt. Vom Bewegungsapparat der Füße und Gelenke geht es über die Darstellung von Nerven- und Atmungssystem zu Herz und Kreislauf, auf dem der Schwerpunkt der Ausstellung liegt. Anschaulich wird hier vermittelt, mit wie vielen tausenden Adern Kopf und Körper durchzogen sind, damit eine reibungslose Durchblutung gewährleistet ist. Die Plastinate von Gesicht, Herz und Lunge wirken äußerst zerbrechlich.
Auch der unglaublichen Leistung von Muskelfasern, die diese zu jeder Zeit vollbringen, widmet von Hagens in seiner Ausstellung verschiedene Exponate. So zeigen die Plastinate von Fußballspielern, Fechtern und Tänzer auf beeindruckende Weise, wie sich der Körper bei sportlicher Betätigung verhält.
Doch nicht nur menschliche Lebewesen sind für Gunther von Hagens von Interesse: So finden sich neben plastinierten Schachspielern, Tänzern und Opernsängern auch ein Ziegenbock und eine meterhohe Giraffe, die gerade gehäutet besonders faszinierend wirkt.
Protestaktion mit Obst und Gemüse
Über das Verbot des Ordnungsamtes der Stadt Köln, in der Ausstellung eine Plastik zu zeigen, die einen Geschlechtsakt darstellt (koeln.de berichtete), zeigte sich der sonst eher scheu wirkende Wissenschaftler noch immer stark erbost: "Das Verbot verstößt eindeutig gegen die Meinungsfreiheit und ist für mich ein erbärmliches Verständnis von Demokratie." Er werde nicht zulassen, dass die Stadt Köln ihn kriminalisiere und deshalb gerichtlich gegen sie vorgehen.
Als Zeichen seines Unverständnisses griff van Hagens zu einer humorvollen Aktion des Protests: Unter Ankündigung, nun exklusiv für die anwesende Presse die Skandal-Plastik zu zeigen, enthüllte er mit einem verschmitzten Lächeln im Gesicht ein aus Obst und Gemüse zusammengesetztes Menschenpaar.
Die Ausstellung "Körperwelten" ist vom 19. September bis zum 31. Januar 2010 im Körperwelten-Dom (gegenüber dem Odysseum) in Köln-Kalk zu sehen. Der Eintritt kostet 17 Euro für Erwachsene, 15 Euro ermäßigt und 13 Euro für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Für Kinder unter 16 Jahren ist der Besuch nur in Begleitung einer erziehungsberechtigten Person erlaubt.
Weitere Informationen finden Sie unter www.koerperwelten.de
(Erstellt am 18. September 2009 - 12:25 Uhr; aktualisiert 21. September 2009 - 12:09 Uhr)
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Kommentare
hier geht es doch nur um
hier geht es doch nur um Sensationsgier der Besucher und Profilierung des Herrn von Hagens. Es gibt genügend andere Möglichkeiten, die Funktionen des menschlichen Körpers zu Lehrzwecken darzustellen. Mir ist völlig unverständlich, dass Eltern ihre Kinder in diese Ausstellung schleppen. Haben diese Eltern verlernt ihr Kinder zu beschäftigen?









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