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In der Live Music Hall

Knorkator blödeln, bis die Nase blutet

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Das war mal voller Körpereinsatz in der Live Music Hall: Wie ein Neandertaler auf Industriezucker hopste Knorkator-Frontmann Stumpen über die Bühne, halbnackt dafür ganzkörpertätowiert. Erst leckte er seine Bandmitglieder ab - dann floss Blut.

Es ist die hohe Kunst der Selbstironie, das Leben nicht für voll zu nehmen. Wenn aber in zehn Jahren in den Lexika dieser Welt unter "albern" kein Bild von Knorkator zu finden ist, hat irgendjemand seine Hausaufgaben nicht gemacht: Mit Geistesblitzen und Wortgewitter elektrisierten sie am Samstagabend die Live Music Hall - garniert mit der gewohnten Prise absurder Sperenzchen.

Ein Fan will ein Foto? Komm'se her gnädige Frau, ich steck mir den Apparat in die Kimme. Jemand probiert sich im Crowdsurfing? Sofort fallenlassen - die faule Sau! Keyboarder Alf ähnelt frisurtechnisch Gitarristin Jen Majura? Einerlei, kriegen halt beide ein Bussi mit Zunge! Als Stumpen nach einer Headbanging-Orgie auf einmal aus der Nase blutet, heißt die Lösung entsprechend: Fix ein Taschentuch reingefriemelt und weiter im Takt. "Schwanzlich Willkommen" allerseits, sonst "Ding inne Schnauze".

Unsinn im positivsten Sinne

Bei so viel Anarcho-Elementen stellt sich dem unbedarften Zuhörer schnell die Frage: Meinen die das ernst? Die Antwortet lautet entschieden: Jein! Denn einerseits lebt die Band von ihrem widersprüchlichen Image, ernsthafte Rockmelodien mit vulgär-humoristischen Texten zu kontrastieren (z.B. "Mich verfolgt meine eigene Scheiße") .

Andererseits ist man schlecht beraten, die selbsterklärte "meiste Band der Welt" voreilig in die Schublade "machen nur Faxen, weil sie sowieso keinen Ton treffen" einzusortieren. Vielmehr üben sich die Hofnarren von Köpenick an Unsinn im positivsten Sinne: Phrasen werden abgedroschen, Worte, die unser Denken in ausgetrampelte Pfade lenken, in entlarvenden Kaskaden aneinandergereiht ("Kardanwellen, Nockenwellen, Mikrowellen, Dauerwellen...") und das Publikum vom Gemeinplatz der Plattitüden aus hinter den Busch geführt. Wie Wild wird Sprache aufgebrochen und ausgeweidet - um zu sehen, wo sich der Sinn versteckt.

Wenn Gute-Laune-Gewalt eine Lösung ist

Flausen im Kopf sind keine Krankheit - lautet die erfrischende Botschaft der Berliner, die ein ums andere Mal wie die unehelichen Söhne von Helge Schneider daherkommen. Etwa wenn am Keyboard ein Infusionsbeutel mit gelben Schleim baumelt, der Fortschrittsglaube der Menschheit am Nasenring durch die Manege geführt wird ("Kohlensäure, Natronlauge, Küchenrollen, Frühlingsrollen") oder Buzz-Dee sich hinter einer doppelten Sonnenbrille verschanzt.

Bis tief in die Nacht führte die Chaos-Truppe den Kölnern vor, dass Gute-Laune-Gewalt eine Lösung ist. Losgelöst von der lästigen Bedeutung von Worten und dabei frech und aufmüpfig wie eine Schulklasse auf Exkursion zog sie konsequent ihr Ding durch: Die Zerstörung jeglicher Sinnzusammenhänge mit echt Berliner Plautzenpower.

Damit halten Knorkator gewissermaßen der reizverwöhnten Kölner Spaßgesellschaft den Spiegel vor, verweisen aber gleichzeitig darauf: Das alles hier könnte auch ganz anders sein. Die Utopie einer besseren Welt in Musikform also? Knorkator-Guru Alf Ator formulierte einst so: Ziel der Band sei es, "Scheiße gesellschaftsfähig zu machen". Köln hält fest: Mission accomplished. (Fotos: Hardt)

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