• Home
  • Sa, 3. Dez. 2016
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Film der Woche

Transformers 3

Von Marcus Wessel

Der Krieg zwischen Autobots und Decepticons lieferte für Action-Regisseur Michael Bay bereits zum dritten Mal die Vorlage für eine gewaltige Effekt- und Materialschlacht, in der es allein auf die Zurschaustellung glänzender Oberflächen und schöner Menschen ankommt. Auch dieser „Transformers“ ist von der ersten bis zur letzten Minute ein durchgestyltes Hollywood-Produkt - im Guten wie im Schlechten.

Bereits zwei Kino-Einsätze haben die metallenen Transformations-Kolosse hinter sich. Was einst nur als Kinderspielzeug und Zeichentrickserie die Herzen kleiner Jungs erfreute, war spätestens nach zwei Hollywood-Großproduktionen Teil der Popkultur. Man war gezwungen, eine eigene Haltung zu dem Phänomen der „Transformers“ zu entwickeln, was im Ergebnis eine ziemlich klare Polarisierung der Meinungen zu Folge hatte. Entweder man liebte das größenwahnsinnige Spektakel des ebenfalls offenkundig größenwahnsinnigen Michael Bay bedingungslos, oder man verabscheute die Hollywood-Ware für ihre technologischen Exzesse, ihre Substanzlosigkeit und ihr martialisches Posing.

Bildergalerie: Transformers 3

An dieser grundsätzlichen Schwarz-Weiß-Denke wird auch Teil 3 kaum etwas verändern können. Denn Bay bleibt dem zumindest aus seiner Sicht erfolgreichen Konzept der beiden Vorgänger weitgehend treu. Ein nennenswerter Unterschied bezieht sich allein auf die Form der Präsentation. Ganz dem Zeitgeist und den jeweils neuesten technischen Möglichkeiten folgend, dürfen sich Autobots und Decepticons nun sogar in schickem 3D das Blech um die Ohren hauen. Und anders als in vielen Filmen, denen die dritte Dimension nachträglich wenig überzeugend und mit teils miserablen Ergebnissen übergestülpt wurde, hat der 3D-Effekt hier durchaus seine Berechtigung. Denn die erstaunlich klaren und scharfen Aufnahmen der gigantischen Roboterschlachten dürften zumindest Freunden des großen Spektakels das Herz höher schlagen lassen. Überdies ist es der vielleicht einzige Grund, warum man sich „Transformers 3“ – wenn überhaupt – auf der großen Leinwand ansehen sollte.

Auch wenn über die Schauspieler, die hier jederzeit mehr Dekoration als Darsteller sind, im Vorfeld einiges an Gossip verbreitet wurde – der Austausch Megan Fox’ durch die ebenfalls bildschöne Rosie Huntington-Whiteley sorgte für reichliche Schlagzeilen –, interessiert es einen als Zuschauer nicht wirklich, wer da gerade inmitten des riesigen Schlachtfelds um sein Leben rennt. Die Figuren bleiben austauschbar und vor allem Hauptdarsteller Shia LaBeouf trotz Sonnenbank-Teint erneut ziemlich blass. Sein herzensguter, jugendlicher Jedermann ist lediglich eine schwache Projektionsfläche für die männliche Zielgruppe, die sich nur zu gerne mit einem Modell wie Miss Huntington-Whiteley samt schickem Sportflitzer schmücken würde.

„Transformers 3“ bedient (spät-)pubertäre Fantasien und das ziemlich konsequent. Frauen sind hier vorrangig Accessoire, die ihrem männlichen Beschützer mit großen Augen und noch größerer Bewunderung folgen dürfen. Nicht minder simpel ist die Sicht des Films auf Gut und Böse, auf die USA als Bastion der Freiheit und den Rest der Welt. Da passt es, wenn selbst nach einer der – gemessen am Materialverschleiß – verheerendsten Schlachten der Filmgeschichte am Ende eine zugegeben etwas ramponierte „Stars and Stripes“ über den Kombattanten weht. Bay rückt immer das ins rechte Bild, was seiner martialischen Techno- und „God bless America“-Ästhetik nützt. Dabei gelingen ihm in ihrer Dynamik mitunter wirklich beeindruckende Bilder. Wenn sich eine Gruppe Basejumper von den Wolkenkratzern in die Tiefe stürzt und die Kamera sie auf diesem Fall ins Leere hautnah begleitet, dann sorgt das ganz einfach für einen gewaltigen Adrenalinschub.

Leider übertreibt es Bay auch bei seinem jüngsten Blockbuster-Spektakel maßlos. Der Film erscheint zugepflastert von Effekten und brachialem Getöse. Die ohnehin dünne Geschichte, über die man wahrlich kein Wort verlieren muss, ist mit ihren „Armageddon“-Anleihen und der Bay eigenen Heldenverehrung eine typische Fließbandarbeit ohne Ecken und Kanten. Der Wahnsinn und Gigantismus eines Michael Bay zeigt sich allein schon an dem fast einstündigen (!) Showdown in den Straßen Chicagos. Die Metropole am Lake Michigan wird kurzerhand zum Ground Zero umfunktioniert und einmal fast dem Erdboden gleich gemacht. Während die Menschen inmitten der Roboterkolosse wie Spielzeugfiguren um ihr Leben rennen und ausgesprochen familienfreundlich wie Seifenblasen zerplatzen, läuft sich die durchgestylte Effektmaschinerie früher oder später tot. Gegen diese Leere können selbst Schauspielgötter wie John Malkovich und Frances McDormand („Fargo“) mit unterhaltsamem Overacting und sympathischer Selbstironie letztlich nichts ausrichten. Es dominiert einmal mehr das altbekannte und gefürchtete Bay-Diktat: Zerstöre, was Du zerstören kannst. Koste es, was es wolle.

Bildergalerie: Transformers
Transformers 3 in den Kölner Kinos und in 3D
Die besten Szenen aus Transformers 3 in unserem CineChannel
Offizielle Website zum Film

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

Schon gelesen?

Nächster Artikel: Bad Teacher
Vorheriger Artikel: Der Zoowärter

Onlinespiele

hex-puzzle-225.jpg
Ganz schön knifflig: Platzieren Sie die Sechseck-Elemente so, dass möglichst viele auf das Spielfeld passen.  Jetzt spielen!
smartybubbles-225.jpg
Schießen Sie Ihre Luftblasen auf mindestens zwei Blasen mit der gleichen Farbe und bringen Sie diese so zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt spielen!
mahjong-600.jpg
Mahjong op kölsch - können Sie alle Steine entfernen?  Mahjong spielen