• Home
  • Sa, 10. Dez. 2016
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Film der Woche

The Mechanic

Von Marcus Wessel 

Wenn der Engländer Jason Statham die Bühne betritt, ist kompromisslose Action garantiert – so auch bei diesem Remake eines Charles-Bronson-Klassikers aus den siebziger Jahren. Ein Auftragskiller wird darin bei seinem letzten Job mit der schwersten Entscheidung seines „Berufslebens“ konfrontiert.

Die besten Szenen aus "The Mechanic" in unserem CineChannel

"The Mechanic" in den Kölner Kinos  

Es scheint heute beinahe unvorstellbar, dass das Kino ohne eine Figur wie den präzise arbeitenden, auf Knopfdruck funktionierenden Söldner auskommt, der gegen das entsprechende Salär tötet und so für andere die Drecksarbeit übernimmt. Zu oft wurde uns ein solcher Charakter in den letzten Jahren und Jahrzehnten in immer neuen Varianten vorgestellt. Egal ob im Kino eines John Woo, in Hollywood („Assassins“), Europa („Léon – Der Profi“) oder auch im Arthouse-Bereich („The Limits of Control“), der Profikiller ist aus dem Personal des Action- und Thriller-Genres kaum mehr wegzudenken. Er ist meist ein Einzelgänger, dem Nähe und soziale Kontakte fremd sind.

Bildergalerie: The Mechanic

Als Anfang der siebziger Jahre Charles Bronson in die Rolle eines solchen Auftragskillers schlüpfte, war die Figur noch ein Exot. In „Kalter Hauch“ spielte der Action-Star einen Mann, der für Geld tötet und der einem jungen Zögling sein schmutziges Handwerk beibringt. Fast vier Jahrzehnte später tritt nun der Brite Jason Statham in Bronsons Fußstapfen. Auch sein Arthur Bishop entspricht dem Bild des schweigsamen Einzelgängers. Nach vielen Jahren im Geschäft bastelt dieser jedoch an seinem Ausstieg. Zuvor soll er noch einen letzten Auftrag übernehmen, der ihn in einen tiefen Gewissenskonflikt stürzt. Ausgerechnet Bishops einziger Freund wird darin zu seiner Zielscheibe. Mit Harry McKenna (Donald Sutherland) verbinden ihn viele gemeinsame Erinnerungen. Harry war ein Ersatzvater, den er stets um Rat fragen konnte und der als einer der ganz wenigen um Bishops wahre Identität wusste.

Doch auch diesen letzten Auftrag erledigt er – Freundschaft hin oder her. Damit fangen die Probleme für Bishop allerdings erst an. Die Sache wird kompliziert, als plötzlich Harrys Sohn Steve (Ben Foster) auftaucht und dieser die offizielle Version eines Unfalls anzweifelt. Steve glaubt, dass sein Vater ermordet wurde. Fortan setzt er alles daran, den oder die Mörder ausfindig zu machen. Ausgerechnet Bishop soll ihm bei der Suche helfen und ihn zugleich im Profikiller-Handwerk ausbilden.

Straff inszenierten Action-Parts

Die Zutaten, die „The Mechanic“ anrührt, sind allesamt bekannt. Wieder einmal geht es um zutiefst menschliche Eigenschaften wie sie beispielsweise auch schon John Woo in seinen Profikiller-Filmen mit Chow Yun-Fat verhandelte. Begriffe wie Verrat, Loyalität, Misstrauen und Freundschaft bilden das Fundament der Geschichte. Regisseur Simon West gelingt es, aus den einzelnen Puzzleteilen einen stimmigen Action-Thriller zu formen, mit dem sowohl Jason-Statham-Fans als auch Freunde des Originals sehr gut leben können. Der größte Unterschied zwischen beiden Versionen liegt dabei in der unterschiedlichen Betonung der Actionelemente. Setzte die Bronson-Vorlage noch vorrangig auf eine atmosphärisch dichte Schilderung des Auftragskiller-Milieus, so verrückt das Remake die Gewichte wesentlich stärker in Richtung der straff inszenierten Action-Parts.

Diese Verschiebung erklärt sich zum einen über die Besetzung – Statham ist seit „Transporter“-Zeiten auf die Rolle des harten Haudegen und Einzelkämpfers festgelegt –, zum anderen mit unseren heutigen Sehgewohnheiten, die ganz einfach nach schnelleren Schnitten, mehr Bewegung und Tempo verlangen. Wer den Schuldigen hierfür benennen will, der muss nicht lange suchen. Das Musikfernsehen hat uns verdorben. Und so sieht das, was in den 70ern noch bestens funktionierte, vier Jahrzehnte später mitunter recht antiquiert und behäbig aus. Mit seiner geradlinigen, ziemlich ökonomischen Umsetzung ist „The Mechanic“ jedoch stets nah am Puls der Zeit, wobei es sich West auch immer wieder erlaubt, hier und da nostalgische Schnörkel oder Bezüge einzubauen. Schon Bishops Fuhrpark wirkt wie ein einziger Gruß an die guten, alten Zeiten.

Obwohl der Film das mit der Besetzung Jason Stathams abgegebene Versprechen an hartes Action-Kino vollumfänglich einlöst, finden sich in ihm für das Genre durchaus spannende und nicht übliche Zwischentöne. So ist Bishops Freundschaft zu seinem väterlichen Ratgeber Harry nicht frei von Sentimentalitäten. Später, als Bishop selbst in die Vaterrolle gedrängt wird und seinen impulsiven Schützling in die Kunst des leisen, effektiven Tötens einführen soll, schleichen sich fast unbemerkt Elemente von Shakespeare in die Geschichte ein. Diese bleibt – soviel sei Freunden der härteren Gangart versichert – jederzeit auf Kurs und dem Testosteron-Dauerfeuer seines Hauptdarstellers verpflichtet. (Foto: Kinowelt)

"The Mechanic" in den Kölner Kinos
Bildergalerie: "The Mechanic"
Die besten Szenen aus "The Mechanic" in unserem CineChannel
Offizielle Website zum Film

 

Schon gelesen?

Nächster Artikel: HOP: Osterhase oder Superstar?
Vorheriger Artikel: Alles, was wir geben mussten

Onlinespiele

hex-puzzle-225.jpg
Ganz schön knifflig: Platzieren Sie die Sechseck-Elemente so, dass möglichst viele auf das Spielfeld passen.  Jetzt spielen!
smartybubbles-225.jpg
Schießen Sie Ihre Luftblasen auf mindestens zwei Blasen mit der gleichen Farbe und bringen Sie diese so zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt spielen!
mahjong-600.jpg
Mahjong op kölsch - können Sie alle Steine entfernen?  Mahjong spielen