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Film der Woche

The Green Hornet

Von Marcus Wessel

Die Filmgeschichte ist um einen Superhelden reicher. Im neuesten 3D-Vehikel aus Hollywood mischt eine grüne Hornisse die Unterwelt von L.A. auf. Mit von der Partie sind Comedy-Star Seth Rogen ("Beim ersten Mal"), Cameron Diaz und Oscar-Preisträger Christoph Waltz. Für Kurzweil scheint somit gesorgt.

Es beginnt wie eine typische Superhelden-Geschichte. Ein junger, reicher Mann, der sich dank Daddy und dessen Vermögen eigentlich um nichts kümmern muss – statt einer Arbeit stehen wilde Partys auf dem Tagesplan des Sohnemanns –, wird von der einen auf die andere Sekunde mit der vollen Härte des Lebens konfrontiert. Ganz plötzlich heißt es, dass sein zu gleichen Teilen geliebter wie verhasster Vater tot ist. Gestorben durch einen allergischen Schock auf einen Bienenstich im eigenen Garten. Für Britt Reid (Seth Rogen) bedeutet dies zunächst das Ende seines Party-Marathons. Als Alleinerbe des familieneigenen Medienimperiums muss er sich auf einmal um Hunderte Angestellte, Millionenumsätze und die Auflage des "Daily Sentinel" kümmern.

Bildergalerie: "The Green Hornet"

Doch als Chefredakteur ist Britt eher ein Totalausfall. Seine Leidenschaft gilt ohnehin anderen Dingen. Gemeinsam mit Kato (Jay Chou), dem treuen Mechaniker und Tüftler seines Vaters, findet er Gefallen daran, als maskierter Rächer die bösen Jungs der Stadt aufzumischen. "Green Hornet", so der Name des neuen, selbsterkannten Superhelden, will es fortan wissen und fordert mit seinen immer spektakuläreren Auftritten schließlich den skrupellosen Unterweltboss Chudnofsky (Christoph Waltz) heraus. Dieser sieht sein schmutziges Geschäft durch soviel Gerechtigkeitssinn ernsthaft bedroht, weshalb es für ihn nur eine Lösung geben kann. "Green Hornet" muss sterben und zwar sofort!

Die Figur des menschlichen Stechinsekts geht auf eine in den dreißiger Jahren in den USA äußerst populäre Radioreihe zurück. Anders als Batman oder Spiderman geriet "The Green Hornet" außerhalb der eigenen Fan-Kreise jedoch mit der Zeit in Vergessenheit. Es ist daher vor allem Seth Rogen zu verdanken, dass Hollywood nun seine Liebe für den stets etwas unbeholfenen Superhelden wiederentdecken darf. Rogen schrieb am Drehbuch mit und protegierte das Projekt zudem durch manche Turbulenzen. Bevor der Franzose Michel Gondry letztlich die kreative Verantwortung übernahm, wurden bereits Kevin Smith und Stephen Chow für die Regie gehandelt. Zeitweilig sah es gar danach aus, als würde der Film womöglich nie realisiert werden.

Die besten Szenen aus "The Green Hornet" in unserem CineChannel
"The Green Hornet" in den Kölner Kinos

Dann aber wäre uns ein schwungvoller, durchweg recht kurzweiliger Blockbuster vorenthalten wurden. Der Reiz dieses etwas anderen Superheldenfilms, der ein wenig mit dem Anarcho-Charme des letztjährigen "Kick-Ass" spielt, liegt weniger in seiner ziemlich berechenbaren, an "Batman" angelehnten Story – mit seiner Milliardärssöhnchen-Nummer und dem charmanten Tüftler-Sidekick tun sich hier doch gewisse Parallelen auf –, als im Engagement aller Beteiligten. Vor allem Rogen merkt man die Leidenschaft für seine Rolle und das gesamte Projekt jederzeit an. Der einstige Apatow-Schützling hat nicht nur ordentlich abgespeckt, er zeigt erstmals auch echte Nehmerqualitäten, wenn er von seinem Lehrmeister Kato brachial durch die eigene Villa geschleudert wird.

"The Green Hornet" zeigt Rogens Wandlung vom Slacker-Weltmeister zum Action-Star, das jedoch mit mehr als nur einem Augenzwinkern. Gerade das in seiner absurden Zerstörungswut hinreißend überzogene Finale legt diesbezüglich jede falsche Zurückhaltung ab. Hier regieren Chaos und Wahnsinn. Passend dazu interpretiert Christoph Waltz seinen nuschelnden Ostblock-Paten als tickende Zeitbombe und vollkommen irre Knallcharge, gegen die selbst SS-Schreckgespenst Hans Landa irgendwie zahm erscheint. Zudem besitzt der Film mit Jay Chou einen unschlagbaren Sidekick. Smart, athletisch, herzensgut und verdammt cool, sein Kato ist all dies und noch soviel mehr. Desöfteren lässt er Rogens Kind im Manne ganz schön alt aussehen.

Aus dem Versuch, Chudnofskys Komplizen mit den Mittel des Enthüllungsjournalismus zu überführen und die Beweise für seine Verstrickung in illegale Machenschaften ungefiltert ins Netz zu stellen, lässt sich ein Plädoyer für Wikileaks und dessen Unterstützer konstruieren. Auch wenn das von Rogen und Gondry mit Sicherheit so nicht beabsichtigt war – allein der zeitliche Vorlauf spricht dagegen –, so macht sich ihr Film abseits aller Popcorn-Unterhaltung doch unmissverständlich für eine selbstbewusste, unabhängige Presse stark.

 

Bildergalerie: "The Green Hornet"
Offizielle Website zum Film
Die besten Szenen aus "The Green Hornet" in unserem CineChannel
"The Green Hornet" in den Kölner Kinos

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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