• Home
  • Sa, 10. Dez. 2016
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Film der Woche

The Avengers

Alarm für Superhelden: Weil der rachsüchtige Loki die Erde unterjochen will, müssen Iron Man, der unglaubliche Hulk, Thor, Captain America, Hawkeye und Black Widow ran. Gemeinsam gehen sie auf Weltrettungskurs.

Von Marcus Wessel

Nicht kleckern sondern klotzen. So in etwa lautet das Motto des nicht nur von Fans sehnsüchtig erwarteten Superheldenfilms des Jahres. „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon wagte die „Mission Impossible“ und mit ihr die Rettung unserer Welt durch eine ziemlich sonderbare Truppe aus Egomanen, Neurotikern und nicht immer furchtlosen Einzelkämpfern.

Seitdem die erste Ausgabe der Comic-Reihe „The Avengers“ (auf deutsch „Die Rächer“) im Jahr 1963 erschien, galt sie als das der heilige Gral des Marvel-Universums. Die Serie vereinte einige der bekanntesten und populärsten Superhelden, von denen jeder eine eigene Welt beanspruchte. Hier mussten sie sich die Aufmerksamkeit plötzlich teilen, was in der Truppe gelegentlich zu Spannungen und Reibereien führte. Von diesen teilweise doch sehr sympathischen Neurosen und Ticks erzählt auch der erste Kinoauftritt der „Avengers“, für den sich „Buffy“-Schöpfer Joss Whedon in hohem Maße verantwortlich zeichnete. So führte Whedon nicht nur Regie, der Spezialist für Fantasy und Science-Fiction schrieb auch am Drehbuch mit.

Bildergalerie: The Avengers

Am Anfang jedes Superheldenfilms steht die Bedrohung. Meist ist es die Ultimative, die den Untergang der Welt zur Folge hätte. In diesem Fall hat es Thors rachsüchtiger Bruder Loki (Tom Hiddleston) auf unseren blauen Planeten abgesehen. Als er in den Besitz eines mächtigen, scheinbar unerschöpflichen Energiewürfels gelangt, ist der Weltfrieden ernsthaft in Gefahr. Es ist der Moment, der den erfahrenen Haudegen Nick Fury (Samuel L. Jackson) zum Handeln zwingt. Als Leiter der geheimen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D. weist er seine Agenten an, ein Team zusammenzustellen, das Loki und dessen Plan doch noch aufhalten kann.

Buntgemischte Heldentruppe

Damit ist die Bühne für unsere allesamt ziemlich unterschiedlichen Erdenretter bereitet. Unter Furys Leitung sollen der exzentrische Milliardär Tony Stark (Robert Downey jr.) alias „Iron Man“, der verdiente Kriegsheld „Captain America“ (Chris Evans), der unglaubliche Hulk (Mark Ruffalo) sowie Lokis hammerschwingender Bruder Thor (Chris Hemsworth) die Welt vor einem Absturz in Chaos und Anarchie bewahren. Unterstützt werden sie dabei von Furys Vertrauter Natasha Romanoff (Scarlett Johannson), die als „Black Widow“ ihren männlichen Kollegen durchaus Paroli bieten kann, und dem zunächst von Loki instrumentalisierten „Hawkeye“ (Jeremy Renner).

So sehr Whedon auch versucht, mit Loki einen finsteren Schurken und ebenbürtigen Gegner aufzubauen, wirklich interessant ist er nicht. „The Avengers“ widerlegt die Behauptung, dass der Böse stets die spannendere Figur ist. Vielmehr funktioniert die Geschichte um Lokis Würfelspielchen nur als Alibi für eine bislang einmalige Zusammenkunft bekannter Superheldencharaktere. Das Aufeinandertreffen von Hulk, Iron Man, Captain America und Thor verläuft dermaßen unterhaltsam und charmant, dass man die eigentliche Handlung darüber glatt vergessen kann. Vor allem Stark und Steve Rogers alias Captain America liefern sich einige hinreißende Wortgefechte, die man in einem effektgeladenen Blockbuster nicht unbedingt vermuten würde. Der muskelbepackte Thor bleibt hingegen der Mann respektive Gott für’s Grobe, was Chris Hemsworth jedoch mit einem Augenzwinkern zu kommentieren weiß.

Weibliche Superhelden emanzipieren sich

Stand eine „Black Widow“ lange im Schatten ihrer männlichen Mitstreiter, so schenkt ihr Whedon nun deutlich mehr Aufmerksamkeit. Schon das sagt viel über den Mann aus, der bereits mit „Buffy“ eine ebenfalls aus weiblicher Perspektive erzählte Fantasyreihe schuf. Frauen sind für ihn kein hübsches Beiwerk, das ausschließlich die Fantasien pubertierender Jungs anheizen soll. Figuren wie Johannsons schwarze Witwe beeinflussen aktiv das Geschehen und sind schon deshalb vollkommen gleichberechtigt. Abseits dieser nicht uninteressanten, für den echten Fan aber vermutlich zweitrangigen Geschlechterbetrachtungen bietet „The Avengers“ erstklassiges Effektkino und ein glänzend aufgelegtes Ensemble. Letzteres besteht größtenteils aus den bekannten Gesichtern der vorausgegangenen Marvel-Verfilmungen. Robert Downey jr. – sonst wie sein Alter Ego Tony Stark der unumstrittene Star –, Chris Evans, Samuel L. Jackson und Chris Hemsworth haben sichtlich Freude an dem Projekt, das für Marvel sowohl finanziell als auch aus Imagegründen ein Wagnis bedeutete. Immerhin galt es den fast übermenschlichen Erwartungen gerecht zu werden.

Bei Whedon scheint das „Avenger“-Universum jedoch in den besten Händen. Der auch für das gefloppte SciFi-Projekt „Firefly“ verantwortliche Filme- und Serienmacher beweist bei der Zusammenführung der Truppe ein besonderes Gespür für die doch recht unterschiedlichen Charaktere. Wenn so viele Alpha-Männchen plötzlich zusammenarbeiten sollen, dann sind „Meinungsverschiedenheiten“ und gekränkte Egos fast unvermeidlich. Immer wieder kommt es in der futuristischen S.H.I.E.L.D.-Kommandozentrale zu hitzigen Wortgefechten, deren Unterhaltungswert beinahe der der Action übersteigt. Bevor die Geschichte allerdings zerredet werden kann, liegt halb Manhattan bereits in Schutt und Asche. Und unsere Rächer zeigen, dass einmal die Welt retten, eine Gruppentherapie durchaus ersetzen kann.

Bildergalerie: The Avengers
"The Avengers" in den Kölner Kinos
Die offizielle Homepage zum Film
"The Avengers" in unserem CineChannel

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

Schon gelesen?

Nächster Artikel: Chronicle - Wozu bist du fähig?
Vorheriger Artikel: The Cold Light Of Day

Onlinespiele

hex-puzzle-225.jpg
Ganz schön knifflig: Platzieren Sie die Sechseck-Elemente so, dass möglichst viele auf das Spielfeld passen.  Jetzt spielen!
smartybubbles-225.jpg
Schießen Sie Ihre Luftblasen auf mindestens zwei Blasen mit der gleichen Farbe und bringen Sie diese so zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt spielen!
mahjong-600.jpg
Mahjong op kölsch - können Sie alle Steine entfernen?  Mahjong spielen