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Film der Woche

Stichtag

Von Marcus Wessel

Vom Regisseur der Erfolgskomödie „Hangover“ kommt dieser unterhaltsame Road Trip, bei dem sich Robert Downey jr. und Zach Galifianakis als Schicksalsgemeinschaft nicht nur ein Auto sondern auch manch absurden Moment teilen.

Bildergalerie: "Stichtag"

Es sind zwei Welten, die da am Flughafen von Atlanta erstmals aufeinander prallen. Peter (Robert Downey jr.) ist ein erfolgreicher Architekt, Geschäftsmann und bald auch Vater eines Sohnes, über dessen Name er sich mit seiner Frau Sarah (Michelle Monaghan) noch nicht ganz einig ist. Ethan (Zach Galifianakis) hingegen bevorzugt eine deutlich entspanntere Lebensweise. Stress und Hektik kennt der angehende Schauspieler, der von einer Karriere in Hollywood träumt und sich als größter Fan der TV-Serie „Two and a Half Man“ betrachtet, nur vom Hörensagen. Weil Peter und Ethan bei einem Flug etwas unglücklich aneinander gerieten, werden beide auf die berüchtigte „No Fly“-Liste gesetzt, was bedeutet, dass sie ihre Reise nun auf anderem Wege fortsetzen müssen.

"Stichtag" in den Kölner Kinos

Peter hat eigentlich nie Zeit und in dieser Situation erst recht nicht. Immerhin muss er es bis zum nahenden Entbindungstermin nach Los Angeles schaffen. Dumm nur, dass er sein ganzes Geld, seine Kreditkarten und seinen Ausweis am Flughafen verloren hat. So bleibt ihm nicht anderes übrig, als sich mit dem so verhassten Ethan zu einer Fahrgemeinschaft zusammenzuschließen. Im Mietwagen soll es von der West- an die Ostküste gehen. Der Plan klingt nicht schlecht, die Ausführung lässt dann jedoch einiges an Optimierungspotenzial erkennen. Für Peter wird es ein Trip der Katastrophen und Umwege – aber auch der Überraschungen.

Die Ausgangslage – ein Duo wider Willen unternimmt eine abenteuerliche Reise und lernt sich dabei näher kennen – ist fast so alt wie das Kino. Todd Phillips inszeniert in “Stichtag“ eine mit viel Situationskomik durchzogene Mischung aus Road- und Buddy-Movie, bei der aus offener Abneigung (das gilt für Peter) allmählich eine ehrliche Freundschaft erwächst. Weder diese Entwicklung und schon gar nicht das Ende des Films können dabei für sich in Anspruch nehmen, etwas Überraschendes oder gar Neues zu versuchen. Vielmehr ist schon recht schnell klar, worauf Phillips hinaus will und wie er sein Finale ausschmücken wird. Trotz dieses offenkundigen Mangels an Originalität weiß die mit viel Gespür für das richtige Timing erzählte Geschichte über weite Strecken bestens zu unterhalten.

Das ist vorrangig das Verdienst des kongenialen Duos Downey jr./Galifianakis. Spätestens seit Walter Matthaus und Jack Lemmons unvergesslichem Auftritt als „Ein seltsames Paar“ scheint bewiesen, dass ohne ein miteinander harmonierendes Schauspielgespann am Ende kein Buddy-Movie funktionieren kann. „Stichtag“ bildet diesbezüglich keine Ausnahme. Während Galifianakis in seiner Rolle der sanftmütigen Diva zu Hochform aufläuft und seine ganze Exaltiertheit bis an die Schmerzgrenze ausleben darf – und manchmal sogar darüber hinaus –, übernimmt Hollywood-Star Robert Downey jr. den Part des chronischen Spielverderbers. Als Spaßbremse mit einem Hang zum Sarkasmus ist seine Figur der konsequente Gegenentwurf zu Galifianakis’ Wundertüte. Zusammen räumen sie im Verlauf der knapp 100 Minuten jedes Hindernis aus dem Weg.

Ganz nebenbei beweist Todd Phillips, dass sein „Hangover“-Volltreffer kein Zufallsprodukt war. Phillips versteht es, sein Duo so in Szene zu setzen, dass Langeweile erst gar nicht aufkommen kann. Dass er dabei mit Vorliebe kleine Episoden und Nebensächlichkeiten zu einer größeren Geschichte zusammenfügt, zeigt sich auch hier. „Stichtag“ lebt mehr noch als andere Road-Movie-Komödien von seinen pointierten Anekdoten und Onelinern („Ich habe 90 Freunde bei Facebook! Zwölf Anfragen mitgerechnet!“), die sich hinterher wunderbar in geselliger Runde nacherzählen lassen. Auch die Gastauftritte von Juliette Lewis, Rapper RZA und Jamie Foxx sorgen für Abwechslung, wobei insbesondere die Foxx-Episode dem Film zukünftig als unverwechselbares Erkennungszeichen dienen dürfte. War „Hangover“ der Film mit dem Tiger, so ist „Stichtag“ der Film mit der Kaffeedose.

Auf Peters und Ethans Reise lässt Phillips bei aller Bespaßung auch immer wieder Raum für Nachdenkliches. Bei einem Zwischenstopp am Grand Canyon wagt der Film dann sogar eine ganz große Geste, die – obwohl zugegeben reichlich pathetisch – zutiefst berührt. Schlagartig wird einem bewusst, dass man die Rolle des passiven Beobachters längst verlassen hat. Stattdessen sitzt man selbst bei zwei liebenswerten Irren im Auto. Als dritter Mann, Anhalter und jemand, der wenigstens einmal in seinem Leben auch ein solches Chaos erleben will.(Fotos: Warner Bros. Pictures)

 

Bildergalerie: "Stichtag"
Offizielle Homepage zum Film
"Stichtag" in den Kölner Kinos
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Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

 

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