• Home
  • Do, 8. Dez. 2016
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Film der Woche

Salami Aleikum

Berlin (ddp). Ein Schlachter, der kein Blut sehen kann, eine Kugelstoßerin, die nach einer Dopingaffäre Autos repariert, und ein Dorf im Osten Deutschlands, in dem seit der DDR nicht mehr viel los ist: Es klingt nicht gerade nach einem Sommermärchen, was Regisseur Ali Samadi Ahadi in seinem neuen Werk "Salami Aleikum" zusammenrührt.Gewürzt mit interkulturellen Konflikten zwischen Deutschen und Iranern, Persern und Polen, Ossis und Wessis, einer Prise Bollywood, Trickfilmelementen und einer Portion Humor kommt aber vor allem eines ins Kino: ein lustiger Film mit Tiefgang, der ans Herz geht.

Die besten Szenen von "Salami Aleikum" in unserem CineChannel

Alles beginnt in Köln, wo Mohsen Taveri (Navid Akhavan) zusammen mit seinen Eltern (Michael Niavarani, Proschat Madani) lebt. Um den elterlichen Metzgerbetrieb zu retten, greift der schmächtige und sensible Deutsch-Iraner selbst zum Messer. Der Tod des Lämmchens habe ihm mehr wehgetan als dem Schaf, gesteht er später.

Um das Erlebnis zu verarbeiten, greift Mohsen wieder mal zum Strickzeug und verlängert den Schal seines Lebens um ein paar Reihen - und Mohsen strickt viel, denn seinem Vater kann er nichts recht machen. Als ihm ein ebenso findiger wie windiger Geschäftsmann ein scheinbar lukratives Re-Import-Geschäft anbietet, greift dieser begeistert zu - und havariert sich ins Chaos erst richtig hinein.

Zur Bildergalerie von "Salami Aleikum"

Auf dem Weg nach Polen bleibt Mohsen mit dem elterlichen Transporter liegen - mitten in der ostdeutschen Provinz, wo jeder Neue und noch dazu ein Ausländer argwöhnisch betrachtet wird. Dort trifft er auf seine Traumfrau: Ana (Anna Böger), Automechanikerin, groß, stark und blond. Sie kennt nur eine Angst: dass ihr noch einmal jemand das Herz bricht.

Doch genau das droht zu passieren, denn um der Vegetarierin zu gefallen, verstrickt sich Mohsen in die größte Lüge seines Lebens: Statt als Schlachter gibt er sich als Textilhändler aus. Und schon wittert ganz Oberniederwalde den großen Coup. Allen voran Anas Vater (Wolfgang Stumph): Er hofft, dass der angeblich reiche Deutsch-Iraner den stillgelegten VEB "Textile Freuden" kauft und zu neuem Aufschwung verhilft.

Stattdessen "prallen Tausendundeine Nacht auf den real stillgelegten Sozialismus", wie der Regisseur sein Spielfilmdebüt beschreibt. Wie schon ihn seinem Überraschungserfolg "Lost Children" (Deutscher Filmpreis 2006) über Kindersoldaten in Nord-Uganda treibt Ahadi wieder ein Themenkomplex um: "Es geht um Heimat, Akzeptanz und Wahrnehmung."

Auch eigene Erfahrungen des gebürtigen Iraners, der im Alter von zwölf Jahren ohne Familie nach Deutschland gekommen war, spielen mit hinein. "Die Entwurzelung der iranischen Emigranten - das ist etwas, das auch mich betrifft", sagt er.

"Aber sogar in der Tragik der Flucht und Heimatlosigkeit kann man Situationen entdecken, die von außen betrachtet sehr skurril und komisch sein können." So etwa seine erste Begegnung mit den deutschen Schwiegereltern, die ähnlich wie im Film, "etwas Zeit brauchten, um ihren neuen Schwiegersohn zu verdauen".

Und genau in diesen autobiografisch gefärbten Situationen, wie etwa dem Kennenlernen des das Dorfwirtshaus betreibenden Ex-Textilarbeiters, entfaltet der Film die größte Komik, auch wenn einige Szenen etwas zu lang und manche Dialoge ein bisschen platt geraten sind. Dazwischen skizziert Ahadi mit scharfem Blick deutsch-deutsche Befindlichkeiten, und so lernt der Zuschauer schmunzelnd, dass ein Ausländer "immer noch besser als ein Wessi" ist.

Komödie, Deutschland 2009
102 Minuten
Regie: Ali Samadi Ahadi
Darsteller: Navid Akhavan, Anna Böger, Michael Niavarani

"Salami Aleikum" in unserem CineChannel
Die offizielle Website zum Film
"Salami Aleikum" in Kölner Kinos
"Salami Aleikum" in Bonner Kinos
Weitere Neustarts der Woche

 

Schon gelesen?

Nächster Artikel: Harry Potter und der Halbblutprinz
Vorheriger Artikel: Public Enemies

Onlinespiele

hex-puzzle-225.jpg
Ganz schön knifflig: Platzieren Sie die Sechseck-Elemente so, dass möglichst viele auf das Spielfeld passen.  Jetzt spielen!
smartybubbles-225.jpg
Schießen Sie Ihre Luftblasen auf mindestens zwei Blasen mit der gleichen Farbe und bringen Sie diese so zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt spielen!
mahjong-600.jpg
Mahjong op kölsch - können Sie alle Steine entfernen?  Mahjong spielen