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Film der Woche

Safe - Todsicher

Von Marcus Wessel

Jason Statham hat es geschafft. Er ist längt eine Marke in der von muskelbepackten Männern dominierten Welt des Actionfilms. Auch sein jüngster Auftritt als väterlicher Beschützer eines chinesischen Wunderkinds bedient routiniert die Erwartungen. Mit hohem Bodycount und viel Blei bietet „Safe“ solides Spektakel für Statham-Fans.

Mit den Filmen der „Transporter“-Reihe wurde der Engländer Jason Statham zum Star. Als wortkarger, dafür umso durchsetzungsfähiger Kämpfer, der sich zur Not mit jedem, der ihm in die Quere kommt, anlegt, besetzte er eine Lücke, die seit dem Karriereende anderer Actionstars wie Schwarzenegger und Van Damme klaffte. Seit seinem ersten Auftritt in einer großen internationalen Produktion ist viel Zeit vergangen und doch hat sich an Stathams Image und seiner Rollenauswahl kaum etwas verändert. Auch wenn er wie im Heist-Thriller „The Bank Job“ das Krawallkino bisweilen etwas vernachlässigte, so bleibt seine Heimat zweifellos der Actionfilm.

Mit „Safe“ setzte Statham auf ein ziemlich sicheres Blatt. Die von Boaz Yakin („Gegen jede Regel“) inszenierte und erdachte Geschichte um ein chinesisches Wunderkind und ihren väterlichen Beschützer ist schließlich ganz auf ihren Star zugeschnitten. Dabei beginnt der Film jedoch anders, als man dies von einem Actioner mit Jason Statham erwarten konnte. Statt von der ersten Minute an gnadenlos auf Tempo und bleihaltige Shoot-outs zu setzen, wählte Yakin einen anderen, durchaus nicht uninteressanten Ansatz. So soll der Zuschauer – noch ehe der erste Schuss zu hören ist – zunächst eine Beziehung zu Stathams vom Leben enttäuschten Einzelkämpfer aufbauen.

Bildergalerie: "Safe - Todsicher"

Als wir Luke Wright das erste Mal begegnen, ist seine Lage keinesfalls die eines furchtlosen Helden. Der Ex-Cop wird gerade von der russischen Mafia in die Mangel genommen, nachdem er nicht wie abgesprochen bei einem illegalen Kampf k.o. ging. Seine Frau haben die Russen ebenfalls auf dem Gewissen, was Luke jeden Lebensmut zu nehmen scheint. Plötzlich gibt es für ihn nur noch einen denkbaren Ausweg. Er will sich vor die nächste U-Bahn werfen und sein Leben möglichst schnell beenden. Doch es kommt anders. Das Schicksal oder besser das Drehbuch will es, dass er bereits auf der Bahnsteigkante stehend die kleine Mei (Catherine Chan) entdeckt, die offenbar verängstigt und allein nach Hilfe sucht. Das Mädchen, das sich uns als Mathematik-Genie im Dienste einer chinesischen Triade vorstellt, befindet sich ebenfalls auf der Flucht vor der russischen Mafia.

Damit hat „Safe“ sein Duo gefunden und Stathams desillusionierter Ex-Cop eine neue Mission. Wie ein Vater seine Tochter so beschützt auch Luke die kleine Mei vor jedem, der ihr etwas Böses will. Und das sind nicht wenige. Zwischen Russen, Chinesen und korrupten Cops sprechen fortan die Waffen, was den Bodycount rasch in absurde Höhen schnellen lässt. „Leichen pflastern seinen Weg“ wäre für das, was folgt, ein ebenso passender Titel. Höhepunkt des von Yakin rasant bebilderten Dauerfeuers ist eine längere Sequenz in einem chinesischen Nachtclub, den Luke und seine Verbündeten von der New Yorker Polizei komplett auseinander nehmen. Nach der ungewohnt ruhigen Anfangsviertelstunde schaltet der Film damit gleich mehrere Gänge hoch, wobei er weder mit uns noch mit Luke und Mei zimperlich umgeht. Hier geht es schließlich um alles, das eigene Leben und ziemlich viel Kohle.

Bis die Waffen schweigen, hat „Safe“ einige Liter (CGI-)Blut vergossen. Dabei spulen der Film und sein Star routiniert ihr Programm aus wilden Schiessereien und filmisch bisweilen recht eindrucksvoll aufbereiten Verfolgungsjagden ab. Das ist nach dem eher untypischen Beginn dann Statham pur. Ohnehin verfügt der Brite immer dann über eine besondere Leinwandpräsenz, wenn er sich mit seinen Gegnern in den Nahkampf begibt und seine Muskelkraft spielen lässt. Wenn die Knochen brechen, ist das bei ihm meist nicht zu überhören. Da stört es allenfalls am Rande, dass „Safe“ etwas zu sehr an Vorbildern wie „Das Mercury Puzzle“ und Luc Bessons „Léon – Der Profi“ orientiert. Offenbar wollten die Produzenten – passend zum Titel – auf Nummer sicher gehen.

Bildergalerie: "Safe - Todsicher"
"Safe - Todsicher" in den Kölner Kinos
Die offizielle Homepage zum Film
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Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

(Erstellt am 30. Mai 2012 - 11:17 Uhr; aktualisiert 2. Juni 2012 - 11:01 Uhr)


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