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Film der Woche

R.E.D. - Älter, härter, besser

Der demographische Wandel macht auch vor dem Kino nicht halt und so kämpft, prügelt und schießt sich in „R.E.D.“ eine äußerst vitale Rentner-Combo ihren Weg bis in höchste Regierungskreise frei. Mit Action-Ikone Bruce Willis, Oscar-Preisträgerin Helen Mirren sowie John Malkovich und Morgan Freeman gelingt dem Film dabei ein echter Besetzungscoup.

Von Marcus Wessel 

Action-Helden werden anscheinend nicht nur immer jünger („Kick-Ass“) sondern auch immer älter („The Expendables“). Der neue Film von „Flightplan“-Regisseur Robert Schwentke ist ein weiterer Beleg für die demographische Dehnung des einst auf Mittzwanziger bis Mittdreißiger ausgelegten Action-Fachs. Auch hier sind die Helden etwas in die Jahre gekommen, wobei der besondere Reiz von „R.E.D.“ darin besteht, dass abgesehen von Bruce Willis vor allem echte Charakterdarsteller wie John Malkovich und Helen Mirren die große Schauspielkunst gegen ein beträchtliches Arsenal an tödlichen Schusswaffen eintauschen.

Bildergalerie: "R.E.D. - Älter, härter, besser"

Die Geschichte beginnt mit einer dem Rentnerdasein gemeinhin unterstellten Ereignislosigkeit. Für Frank (Willis), den früheren Top-Agenten des CIA, entspricht sein nicht ganz freiwilliger Vorruhestand einer ziemlichen Anhäufung von Langeweile und Monotonie. Allein die regelmäßigen Telefonflirts mit Sarah (Mary-Louise Parker) von der Rentenkasse bieten dazu eine willkommene Abwechslung. Erst als eines Tages ein schwer bewaffnetes Killerkommando vor Franks Haus auftaucht, um ihn aus dem Weg zu räumen, nehmen die Ereignisse einen etwas anderen als den erwarteten Verlauf.

Frank weiß, was in einer solchen Situation zu tun ist. Zunächst sammelt er seine Call-Center-Bekanntschaft Sarah ein, dann macht er sich daran, seine alten Weggefährten zu besuchen. Schließlich sind sie nur als Team unschlagbar. Joe (Morgan Freeman) hat es sich gerade erst in einer schicken Seniorenresidenz bequem gemacht, als plötzlich Frank vor ihm steht. Komplettiert wird die rüstige Truppe von Marvin (John Malkovich), dessen Paranoia und Exzentrik auf eine besondere Form von Wahnsinn schließen lassen, und der taffen Victoria (Helen Mirren), die sowohl in High Heels als auch in Armeestiefeln gleichsam elegant das Maschinengewehr bedient. Bis an die Zähne bewaffnet nimmt es unser Quartett sodann mit jedem Gegner auf.

"R.E.D. - Älter, härter, besser" in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus "R.E.D. - Älter, härter, besser" in unserem CineChannel

Es sollte nicht überraschen, wenn der Plot mit seinen obligatorischen Enthüllungen und Twists an sich kaum Neues zur Entwicklung des Genres beizutragen hat. Letztlich kommt es auf das wenige, was „R.E.D.“ überhaupt zu erzählen hat, auch gar nicht an. Natürlich stecken hinter der erbarmungslosen Jagd auf Frank und seine Kollegen eine ganze Reihe alter und noch offener Rechnungen und natürlich soll das eine oder andere schmutzige Geheimnis vor seiner Entdeckung geschützt werden. Mit einer anderen Besetzung – die macht in diesem Fall den Unterschied – wäre die Geschichte vermutlich ohne Umweg als Direktveröffentlichung in den Videotheken gelandet. So jedoch hat sich die 58 Mio.-Dollar-Produktion ihre Kinoauswertung mehr als verdient.

Willis lässt mit sichtlicher Freude sein Image als harter Hund und Action-Superstar auferstehen. Zwar fehlt es „R.E.D.“ – die Abkürzung steht sinnigerweise für „Retired, but Extremely Dangerous“ – an einem zweiten „Yippie yay yay, Schweinebacke!“, dieses Manko gleicht der Film mit seinen anderen prominenten Namen aber mehr als aus. Vor allem Mirren und Malkovich sorgen mit ihrem entfesselten Overacting für beste Unterhaltung. Sie sind von Schwenkte nicht nur konsequent gegen ihr bisheriges Image besetzt, im explosiven Kugelhagel laufen sie als Action-Rampensäue zu echter Höchstform auf. Wie Mirren im schicken Abendkleid das Schnellfeuer des Maschinengewehrs dirigiert während Malkovich ihr die Munitionspakete zuwirft, ist Teamwork in Perfektion und ein Anreiz für andere Schauspieler, bei der Auswahl ihrer Rollen etwas mutiger zu sein.

Langweilig wird es in „R.E.D.“ nie. Dafür sorgen abgesehen von den spielfreudigen Darstellern auch die trockenen, größtenteils aus der Comic-Vorlage von Warren Ellis entliehenen Pointen und Schwentkes routinierte Regie. Die Kamera führte Florian Ballhaus, Sohn der Kameralegende Michael Ballhaus, was spätestens bei dem berühmten 360-Grad-Kreisel überdeutlich wird. Insgesamt mag man diesen Kino-Herbst anderswo vermutlich ambitionierter und spektakulärer unterhalten werden, aber nur schwerlich sympathischer.

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Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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