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Film der Woche

Planet der Affen: Prevolution

Von Marcus Wessel

Affen sind unsere nächsten Verwandten und uns ähnlicher, als wir es gemeinhin denken. Nach dem missglückten Remake-Versuch von Tim Burton hat sich Hollywood nun der Vorgeschichte des Kultklassikers „Planet der Affen“ angenommen. Dank seiner rasanten Inszenierung und der Schauspielkunst von „Gollum“-Darsteller Andy Serkis’ sollte der Film neue und alte Fans für sich gewinnen können.

Die besten Szenen aus Planet der Affen: Prevolution in unserem CineChannel

Dem Kultstatus der „Planet der Affen“-Reihe und vor allem dem des ersten Teils aus dem Jahre 1968 scheint so schnell nichts anhaben zu können. Selbst als Tim Burton mit seiner fantasie- und ideenlosen Neuverfilmung sang- und klanglos baden ging, tat dies dem Mythos nicht wirklich einen Abbruch. Was inzwischen auch fast ein Jahrzehnt wieder her ist, soll nun erneut für volle Kassen sorgen. Dabei ist „Planet der Affen: Prevolution“ kein weiteres Remake oder eine Fortsetzung, erzählt wird vielmehr die Vorgeschichte des Originals und wie genau die Herrschaft der Primaten über „unseren“ Planeten ihren Anfang nahm.

Der Ausgangspunkt des späteren Affen-Regimes liegt demnach in Gen-Experimenten eines mächtigen Pharmakonzerns. Dort testet der Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) an Schimpansen eine neue Therapie gegen Alzheimer. Als die Versuche jedoch spektakulär fehlschlagen und das Programm daraufhin eingestellt wird, mag sich Will damit nicht zufrieden geben. Er rettet ein Schimpansenbaby und zieht es bei sich auf. Der Kleine, von Will auf den mächtigen Namen Caesar getauft, entwickelt mit der Zeit eine beeindruckende Intelligenz und ein fast menschliches Einfühlungsvermögen. Als Caesar immer stärker und größer wird, sieht sein Ziehvater sich gezwungen, ihn abzugeben. Er landet schließlich in einer Art Primaten-Tierheim, wo er und sein Artgenossen ein mehr als trauriges Dasein fristen müssen. In dieser scheinbar ausweglosen Situation schmiedet Caesar einen mutigen und überaus cleveren Ausbruchsplan.

Bildergalerie: Planet der Affen: Prevolution

Für „Prevolution“ zeichnet sich der britische Regisseur Ruper Wyatt verantwortlich. Dass die Wahl ausgerechnet auf ihn fiel, mag zunächst erstaunen, immerhin bringt er keinerlei Erfahrung im millionenschweren Blockbuster-Business mit. Wenn man „Prevolution“ dann jedoch gesehen hat, versteht man, warum die Produzenten ihn mit diesem durchaus heiklen Job betrauten. Wyatt inszenierte 2008 das Gefängnisdrama „The Escapist“ mit Bryan Cox in der Hauptrolle, der hier den rücksichtlosen Besitzer des Affenzoos gibt. Wyatts Hollywood-Debüt ist in seinem Kern nichts anderes. Der zweite und dritte Akt gehorchen der Logik einer typischen Gefängnisstory. Auf die Inhaftierung folgt der Ausbruch nur mit dem Unterschied, dass sich dieses Mal keine Menschen sondern Primaten an einer Flucht versuchen.

Verkleidet wird diese weitgehend bekannte Dramaturgie mit einer recht laut vorgetragenen Kritik an Genexperimenten, Fortschrittsglauben und unserem nicht immer vorhandenen Respekt für die Natur und ihre Bewohner. Tatsächlich muss die Frage erlaubt sein, wie sich der Mensch ernsthaft als Krone der Schöpfung bezeichnen kann. Wer glaubt, über die Erde herrschen zu können, für den muss es ein ziemlicher Schock sein, wenn auf einmal die vermeintlich unterlegene Kreatur die Macht an sich reißt. Schon das Original aus dem Jahre 1968 bezog aus der Umkehrung der Machtverhältnisse eine bedrohliche Düsternis.

Seine Stärken spielt „Prevolution“ immer aus, wenn sich Andrew Lesnies furiose Kamera ganz auf seine tierischen Darsteller konzentriert. Dabei sei angemerkt, dass während der gesamten Dreharbeiten kein einziger „echter“ Affe auf dem Filmset gesichtet wurde, weshalb das Ergebnis trotz modernster Tricktechnik bisweilen etwas künstlich erscheint. Ausgenommen von dieser Kritik ist Primaten-Anführer Caesar. Der von Andy Serkis im Motion-Capture-Verfahren verkörperte Schimpanse entwickelt nicht nur eine erstaunlich eigenständige Persönlichkeit, seine differenzierte Gestik und Mimik lassen schon bald vergessen, dass wir hier ein Tier und keinen Menschen vor uns haben. Nach seinen Rollen als Gollum in „Herr der Ringe“ und Riesen-Affe in „King Kong“ ist es für Serkis’ ein weiterer Auftritt hinter Computerpixeln, mit dem er als Darsteller-Phantom endgültig in die Filmgeschichte eingehen dürfte.

Auch wenn der Film mit durchaus großen Namen wie John Lithgow – als Wills an Alzheimer erkrankten Vater – oder dem bereits erwähnten Bryan Cox aufwarten kann, so sind die menschlichen Darsteller in diesem fesselnd und rasant erzählten Affenzirkus am Ende nur Statisten. Ob sich James Franco und Freida Pinto verliebte Blicke zuwerfen, interessiert nicht weiter. Die Handlung, in die der Aufstand von Caesar und seinen Artgenossen eingefügt wurde, ist so verzichtbar wie viele der etwas hölzernen Dialogszenen. Seine Faszination und rohe Kraft bezieht diese fünfte „Planet der Affen“-Auskopplung allein aus ihrer genauen Beobachtung einer unterdrückten Spezies, deren gewaltsame Revolte in Zeiten von Finanzmarktturbulenzen und Staatspleiten zugleich als brisante, hochaktuelle Parabel verstanden werden kann. Die Wut wächst und sie ist nicht mehr aufzuhalten.


Bildergalerie: Planet der Affen: Prevolution
Planet der Affen: Prevolution in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus Planet der Affen: Prevolution in unserem CineChannel
Offizielle Website zum Film

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

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