Film der Woche
Männerherzen
Berlin (ddp). Das letzte Refugium des modernen Mannes ist das Fitnessstudio. Hier treffen sie alle zusammen, die Machos und Softies, die Kraftprotze und Besserwisser. Es sind Männer wie Musikproduzent Jerome (Til Schweiger), der sich gerade in einer ernsthaften Sinnkrise befindet, da er sich mit einem ziemlich schmalzigen Schlagersänger herumschlagen muss.
Die besten Szenen aus "Männerherzen" in unserem CineChannel
Auch der chaotische
Philip (Maxim Mehmet) trainiert fleißig in der Muckibude. Er schleppt
sich notdürftig durchs Leben und hat gerade erfahren, dass seine neue
Freundin von ihm schwanger ist.
In dem schmissigen Episodenfilm "Männerherzen" wirft Regisseur
Simon Verhoeven ("100 Pro") einen augenzwinkernden Blick auf die
gegenwärtige Männerwelt.
Das Fitnessstudio dient in diesem Zusammenhang als moderne Spielwiese, um die unterschiedlichsten Typen aufeinandertreffen zu lassen. Denn so unterschiedlich die Kerle in der Komödie charakterlich auch sein mögen: Sie wollen doch alle ihre Körper stählen, um den Frauen zu imponieren.
Dazu versammeln sich dann auch die unterschiedlichsten Darsteller
vor der Kamera. Schweiger ist in dem Film ebenso zu sehen, wie
Christian Ulmen oder Wotan Wilke Möhring. Die Rollenverteilung ist
durchweg typisch.So gibt Schweiger den verschmitzten Kotzbrocken mit
weichem Kern, während Ulmen als schüchterner Versager mit kränklich
blassem Teint zu sehen ist.
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Das alles wirkt keineswegs neu und lässt darauf schließen, dass Verhoeven in seinem Film vornehmlich stereotype Charaktere vorführen und allseits bekannte Männerklischees durch den Kakao ziehen will. Doch weit gefehlt! "Männerherzen" ist eine freche Komödie, die voller intelligenter Ansätze, spritziger Dialoge und Situationskomik steckt.
Ein besonderer Genuss ist hierbei Justus von Dohnányi, der in der
Rolle des abgehalfterten Schlagersängers mächtig auftrumpft. In
seinen Filmsongs trieft es derart vor Schmalz, dass es kaum zu
ertragen, aber auch irrsinnig komisch ist.
Bei so viel männlicher Vielfalt hat es die Damenwelt natürlich
schwer, überhaupt wahrgenommen zu werden. Trotzdem geben sich unter
anderem Nadja Uhl, Jana Pallaske und Inez Björg David redlich Mühe,
um gegen ihre liebes- und lebenstollen Kontrahenten zu bestehen.
Mit "Männerherzen" ist Verhoeven eine Komödie gelungen, die latent an "Tatsächlich ... Liebe" erinnert und dennoch ihre ganz persönliche Note trägt. Da lohnt sich der Kinobesuch. Zumal sich jeder männliche Zuschauer wenigstens in einer der Figuren wiedererkennen dürfte. Ganz am Ende gibt's als kleines Schmankerl noch den größten "Tophit" von Justus von Dohnányi als Musikvideo. Deshalb lohnt es sich, beim Abspann etwas länger sitzen zu bleiben.
Komödie, Deutschland 2009
Regie: Simon Verhoeven
Darsteller: Christian Ulmen, Nadja Uhl, Til
Schweiger, Jana Pallaske
100 Min.
Ab 6 Jahren
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"Männerherzen" in den Kölner Kinos
"Männerherzen" in Bonner Kinos
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(Erstellt am 5. Oktober 2009 - 12:09 Uhr; aktualisiert 8. Oktober 2009 - 10:02 Uhr)










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