• Home
  • Di, 6. Dez. 2016
  • Stadtplan
  • cologne.de
  • Branchen
  • KoelnMail
  • Experten

Film der Woche

Kiss & Kill

Von Marcus Wessel

Man nehme zwei attraktive Hollywood-Stars, etwas Action, eine Prise Romantik und erzähle eine unverfängliche Geschichte: Fertig ist das perfekte, sommerliche Date-Movie, das garantiert nirgendwo aneckt und dabei sogar ganz passabel unterhält.

Schöne Menschen an schönen Orten. Das scheint zunächst das Konzept von „Kiss & Kill“ zu sein, der neuen Komödie von Auftragsfilmer Robert Luketic („21“, „Die nackte Warhheit“). Dessen Arbeiten zeichneten sich bislang zwar nicht durch filmische Innovationen aus, dafür boten sie bodenständige Unterhaltung ohne falsche Ambitionen. Und schon das kann angesichts vieler prätentiöser Langweiler, die in unschöner Regelmäßigkeit den Weg über die Filmförderung in unsere Kinos finden, manchmal auch ganz nett sein.

"Kiss & Kill" in den Kölner Kinos

Für den Durchschnitts-Amerikaner gilt Frankreich gemeinhin als der Inbegriff von Schönheit, Glamour und Kultur. Speziell die Cote d’Azur mit ihren mondänen Hafenstädten wie Cannes und Nizza versprüht den Glanz eines luxuriösen Savoir Vivre. Wie es der Zufall so will, fängt genau dort auch die kleine Geschichte an, die „Kiss & Kill“ zu erzählen hat. Die ordnungsliebende, komplett unspontane Jennifer (Katherine Heigl) reist mit ihren Eltern (Tom Selleck, Catherine O’Hara) nach Nizza, wo sie sich einer ständigen Überwachung durch ihren überfürsorglichen Vater ausgesetzt sieht. Jen ist seit kurzem wieder Single und einem Flirt nicht abgeneigt. Besonders dann nicht, wenn das Flirtobjekt so sexy und muskelbepackt wie der schöne Unbekannte (Ashton Kutcher) daherkommt, der sie spontan zu einem romantischen Abendessen einlädt.

Jens Urlaubs-Date hört auf den Namen Spencer und entpuppt sich – welch Überraschung – als eiskalter Profikiller. Ein von seiner Seite durchaus aufrichtig gemeinter Versuch, ihr die Wahrheit zu beichten, schlägt fehl. Was folgt ist der absehbare Dreiklang aus Verliebt-Verlobt-Verheiratet. Jen und Spencer finden sich kurze Zeit später in einem überaus schicken, repräsentativen Häuschen in einer scheinbar idyllischen Vorortsiedlung wieder. Die Jahre vergehen, doch die Vergangenheit holt beide schließlich äußerst unsanft wieder ein.

Plötzlich fliegen dort, wo eben noch zärtliche Küsse ausgetauscht wurden, tödliche Kugeln. Spätestens ab diesem Moment kippt der Film von einer etwas zahmen, romantischen Komödie endgültig ins bewegte Actionfach. Hinter jeder Ecke könnte fortan der Tod auf Spencer und Jen warten, was „Kiss & Kill“ geschickt als Pfand für eine wunderbar doppelbödige Szene nutzt. Da stolpert unser Vorzeigepaar mehr in Trance als bei klarem Verstand und vollgepumpt mit Adrenalin über ein eigentlich harmloses Nachbarschaftsfest. Doch weil jeder der hier Anwesenden ein potenzieller Killer sein könnte, wird jede Geste, jeder Blick misstrauisch registriert. Welch treffendere Parabel ließe sich für die sorgsam gepflegte Paranoia im muffigen Vorgartenparadies finden?

Mit der Action nimmt auch die Geschichte merklich an Fahrt auf und es zeigt sich, dass die Idee, den Film als Genre-Zwitter aufzuziehen, wider Erwarten gar keine schlechte war. Was in den meisten Fällen schief geht, weil der eine Teil inhaltlich und/oder tonal nur bedingt zum anderen passen will, erweitert hier den engen Rahmen einer romantischen Komödie um eine zusätzliche Dimension, die das Drehbuch für einige gelungene Überraschungen nutzt. Eine unvermittelte Messerattacke am Küchentisch gehört dazu. So wirklich spannend wird es zwar auch dann nicht, gleichwohl sorgen die beiden Hauptdarsteller mit vollem Körpereinsatz dafür, dass man auch als Zuschauer Gefallen an den vielen, kleinen Zerstörungsorgien findet.

Das Versteckspiel in Surburbia ähnelt bisweilen einer im Aufwand und Budget abgespeckten Version des vor allem dank Angelina Jolie und Brad Pitt erfolgreichen Killer-Wettstreits in „Mr. & Mrs. Smith“. Mit Katherine Heigl und Ashton Kutcher besitzt „Kiss & Kill“ keine vergleichbare Star-Persona, die beiden im Komödienfach erprobten Schauspieler finden jedoch sichtlich Gefallen an ihren jeweiligen Parts. Zusammen küssen, schießen und schlagen sie sich den Weg frei, Heigl anfangs eher unbeholfen und schüchtern, Kutcher mit dem ihm eigenen Sunnyboy-Charme durchaus abgeklärt und cool. Das alles macht aus „Kiss & Kill“ mit Sicherheit noch keinen Oscar-Anwärter, für einen recht passablen Sommerfilm reicht es aber allemal.

Bildergalerie: "Kiss & Kill"
Offizielle Homepage
"Kiss & Kill" in den Kölner Kinos

"Kiss & Kill " und andere Filme in unserem Kino-Magazin

 

Über den Autor

"Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

 

 

Schon gelesen?

Nächster Artikel: Inception
Vorheriger Artikel: Das A-Team – Der Film

Onlinespiele

hex-puzzle-225.jpg
Ganz schön knifflig: Platzieren Sie die Sechseck-Elemente so, dass möglichst viele auf das Spielfeld passen.  Jetzt spielen!
smartybubbles-225.jpg
Schießen Sie Ihre Luftblasen auf mindestens zwei Blasen mit der gleichen Farbe und bringen Sie diese so zum Platzen. Achtung! Suchtgefahr!   Jetzt spielen!
mahjong-600.jpg
Mahjong op kölsch - können Sie alle Steine entfernen?  Mahjong spielen