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Film der Woche

Kill the Boss

Von Marcus Wessel

Mein Chef, der Tyrann. Ein verwegenes Mordkomplott wird für drei geknechtete Angestellte zu ihrer letzten Hoffnung. Doch leider oder – aus der Sicht ihrer Vorgesetzten – auch zum Glück läuft die Sache nicht nach Plan. Diverse Pannen und Missgeschicke durchkreuzen das Vorhaben und sorgen für ausgiebige Zwerchfellattacken.

Die besten Szenen aus Kill the Boss in unserem CineChannel 

Wer kennt sie nicht, diese Momente, in denen man dem Chef am liebsten direkt seine Meinung ins Gesicht sagen würde, in denen man mehr als nur eine Faust in der Tasche ballt und sich insgeheim wünscht, mit allen Mitteln zurückzuschlagen? Weil sich fast jeder von uns eine solche Situation ausmalen kann, fällt es auch nicht allzu schwer, sich in Kurt (Jason Sudeikis), Dale (Charlie Day) und Nick (Jason Bateman) hineinzuversetzen. Die drei Freunde haben jeder für sich unter einer besonders unangenehmen „Sorte“ Chef zu leiden. Kurts neuer Boss ist der Filius des kürzlich verstorbenen Firmenpatriarchen. Für den verzogenen Bobby (Colin Farrell) geht es allein darum, möglichst viel Profit aus der Chemiefabrik seines Vaters herauszuquetschen. Hierfür ist ihm praktisch jedes Mittel Recht.

Bildergalerie: Kill the Boss

Nick wiederum steckt in der Tretmühle eines nur wenig aufregenden Bürojobs. Die Hoffnung, mit seinem Einsatz für den Posten des stellvertretenden Verkaufsleiters vorgeschlagen zu werden, durchkreuzt sein pedantischer Chef (Kevin Spacey) mit voller Absicht. Statt Nick seine Beförderung zukommen zu lassen, hängt sich dieser lieber selber noch einen zweiten Titel an das eigene Büro. Dales Schicksal klingt hingegen zunächst weit weniger deprimierend. Immerhin wird er fortlaufend von seiner äußerst attraktiven Chefin (Jennifer Aniston) angemacht und mit sexuell eindeutigen Anspielungen von der Arbeit abgehalten. Dabei schreckt die unbefriedigte Zahnärztin jedoch nicht vor eiskalter Erpressung und körperlichen Übergriffen zurück. Beides stürzt den frisch verlobten Dale in schwere Gewissenskonflikte.

Eine Lösung muss her und zwar schnell. Die wahnwitzige und nicht wirklich legale Idee liegt bei „Kill the Boss“ bereits im Titel. Dumm nur, dass unser Trio über keinerlei Erfahrung in diesem Metier verfügt. So misslich die Situation für Dale, Kurt und Nick auch ist, für uns Zuschauer bietet ihre nur semi-professionelle Hitman-Schnellausbildung genügend Stoff für ausdauernde Zwerchfellattacken. Der Humor des Films ist dabei manchmal kindisch, manchmal obszön und meistens schön schwarz. Dass sich die Autoren vom Erfolg der „Hangover“-Reihe – sagen wir einmal – inspirieren ließen, lässt sich ebenso wenig leugnen wie die Tatsache, dass das Konzept der drei Nobodys, die hier als Identifikationsfiguren herhalten sollen, etwas zu durchsichtig umgesetzt wurde.

In jedem Fall bewegt sich „Kill the Boss“ recht geschickt durch den vorgegebenen Parcours aus derben Zoten und bösen Seitenhieben auf unsere heutige Arbeitswelt. Letzteres ist vielleicht sogar der größte Trumpf des Films. Schließlich dürfte fast jeder schon einmal gewisse Aversionen gegen den Chef oder seine Kollegen gehegt haben. Auch einige kritische Untertöne zum Zustand der US-Wirtschaft, die nach der letzten Finanzkrise einfach nicht auf die Beine kommen will, lassen sich im äußerst kurzweiligen Spaß-Bombardement ausmachen.

Trotz solcher Beobachtungen – am Ende sind es eher Randnotizen – versteht sich der Film augenscheinlich als schwarze Komödie, in der es allein um die Etablierung eines möglichst hohen Unterhaltungsfaktors geht. Zu diesem tragen so prominenten Namen wie Kevin Spacey, Colin Farrell, Jamie Foxx und Jennifer Aniston maßgeblich bei. Alle vier leben in grandiosem Overacting ihre Spielfreude ungehemmt aus, wobei insbesondere Jennifer Aniston wunderbar gegen ihr Image des braven, aber immer auch etwas langweiligen Kumpeltyps besetzt ist. Als dentale Nymphomanin dürfte sie nicht nur den schüchternen Dale zum Schwitzen bringen.

Um es mit Quentin Tarantino zu sagen: Diese Männer haben ihre Rache verdient. Gerade weil sie im Vergleich zu ihren verhassten Chefs etwas blass bleiben – allein der quirlige Dale übernimmt Zach Galifianakis’ Part des fast schon notorischen Chaosstifters –, leidet und lacht man nur zu gerne mit ihnen. Regisseur Seth Gordon, der bislang nicht als Schöpfer herausragender Komödien aufgefallen wäre, liefert eine rundum gelungene, routinierte Arbeit ab, für die es hierzulande mit Sicherheit viel Beifall geben wird.

Kill the Boss in den Kölner Kinos
Die besten Szenen aus Kill the Boss in unserem CineChannel
Die offizielle Homepage zum Film
Bildergalerie: Kill the Boss

 

Über den Autor

Marcus Wessel lebt und arbeitet als freier Journalist in Köln. Seine große Leidenschaft gilt dem Kino, wobei er eine strikte Einteilung in Blockbuster und Arthaus ablehnt. Für ihn gibt es nur gute und schlechte Filme.
http://marcus-filmseite.blogspot.com/

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